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Jiří Žák

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Jiří Žák (geboren 11. November 1917 in Budweis, Österreich-Ungarn; gestorben 29. Januar 1986 in Hamburg) war ein tschechischer Journalist und Schriftsteller.[1] Žák war mehr als fünf Jahre in deutschen Konzentrationslagern inhaftiert.

Leben

Jiří Žák besuchte in Pilsen das Gymnasium und die Handelsschule und begann früh zu schreiben, schon 1932 wurde ein Band Kurzgeschichten gedruckt. Er trat um 1935 in die Kommunistische Partei KSČ ein. Die stalinistischen Säuberungen wirkten sich auch auf die kommunistischen Parteien im Westen aus und führten dazu, das er 1938 aus der KSČ ausgeschlossen wurde.

Žák wurde nach der deutschen Okkupation Tschechiens im März 1939 im April 1939 von der Besatzungsmacht verhaftet und kam in das Konzentrationslager Dachau und von dort im September 1939 in das Konzentrationslager Buchenwald. Žák arbeitete im Lager Buchenwald unter einem Kapo in der Schreibstube. Jorge Semprun berichtet in seinen Erinnerungen, dass Žák im Lager Buchenwald Jazzmusik organisiert habe: Jiří Zaks persönliche Leidenschaft war der Jazz.[2]

Nach der Befreiung ging er zurück nach Pilsen, arbeitete als freier Journalist und wurde 1945 Werbebeauftragter für die gesamte kommunistische Presse der Tschechoslowakei. 1947 wurde er in Prag Chefredakteur für die Sonntagszeitung „Haló“ (später „Kvéti“). 1952 wurde er aus politischen Gründen entlassen und aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Er arbeitete eine Zeit als Bauhilfsarbeiter, was ihm nach der erlittenen KZ-Haft allerdings gesundheitlich schwer fiel. Er schrieb dann wieder als freier Journalist und schrieb auch unter Pseudonym.

Žák übersetzte unter anderem Bruno Apitz' Roman Nackt unter Wölfen ins Tschechische und von Maximilian Scheer Fahrt an den Rhein. Er schrieb eine Biografie über Wernher von Braun.

Im Prager Frühling 1968 wurde er wieder in die KSČ aufgenommen. Als Semprun ihn im Frühjahr 1969 in Prag wiedertraf, gehörte er zu denen, die sich nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten noch nicht für das Exil entschieden hatten.[3] Nach einem Treffen der Buchenwaldhäftlinge blieb er 1969 in der Bundesrepublik Deutschland und arbeitete bis 1982 in Hamburg in der Schlussredaktion der Illustrierten Stern.

Schriften (Auswahl)

  • Deset posledních dnů: Buchenwald. Pilsen, Volnost, 1945
  • Dvě cesty v Německu. Prag : Svoboda, 1948
  • Drána je znovu otevřena : německý lid na nových cestách. Prag : Rudé Právo, 1949
  • Konec komisaře gaslera : vyprácění. Prag : Svobodné Slovo, 1961
  • ... a pozdravuj u nás doma. Pilsen, 1961
  • úžasný chlapík. Prag : Nakl. politické literatury, 1962 [über Wernher von Braun]
  • Schůzka před Samsonem : budějovický fejeton. Budweis : Krajské nakl., 1963
  • Buchenwald varuje : Dokumenty, vzpomínky, svědectví. [Red.: Walter Bartel u. a. Z něm. orig. přel. Jaroslav Strnad ; Jiří Žák. Pro české vyd. redakčně upravil a vzpomínkami českých autro°u doplnil Jiří Žák]. Praha : Nakl. politické literatury, 1964
  • S pětilistou r°uží v knoflíkové dírce. Pilsen, 1964
  • Žíznivý. Prag : Svobodné slovo, 1964
  • Zázrak za rohem. Prag : Svoboda, 1967
  • Vstupné se nevrací kolportážní novela. Prag : Práce, 1969

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. zum Geburtsort Budweis oder Prag gibt es unterschiedliche Angaben
  2. Jorge Semprun: Der Tote mit meinem Namen, 2002, S. 182
  3. Jorge Semprun: Der Tote mit meinem Namen, 2002, S. 184 und S. 199–203


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jiří Žák aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.