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Jerome P. Horwitz

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Jerome Phillip Horwitz (geb. 16. Januar 1919 in Detroit; gest. 6. September 2012 in Bloomfield Township, Michigan) war ein US-amerikanischer Chemiker. Er synthetisierte 1964 Azidothymidin (AZT, Internationaler Freiname: Zidovudin), ein Nukleosid-Analogon, das 1987 als erster Wirkstoff zur antiretroviralen Therapie bei Infektionen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) zugelassen wurde. 1966 folgte die Synthese von Stavudin und 1967 von Zalcitabin.

Leben

Horwitz studierte an der University of Detroit Chemie und erwarb 1942 einen Bachelor- und 1944 einen Master-Abschluss. An der University of Michigan erhielt er 1948 einen Ph.D.. Er war anschließend am Illinois Institute of Technology tätig, bevor er 1956 Forschungen für die Michigan Cancer Foundation (ab 1995 Barbara Ann Karmanos Cancer Institute) aufnahm und Professor an der Medical School der Wayne State University wurde. 2005 trat er in den Ruhestand.[1][2]

Er war mit Sharon Newman Horwitz verheiratet und Vater von zwei Töchtern.[1]

Wirken

Auf der Suche nach Wirkstoffen gegen Krebs entwickelte Horwitz 1964 Azidothymidin (AZT, 3'-Azido-3'-desoxythymidin), indem er die Hydroxylgruppe des Desoxythymidins durch eine Azidogruppe (–N3) ersetze.[3] Die Substanz wurde im Tierversuch an Krebszellen getestet und stellte sich als unwirksam heraus.[4] In den 1980er Jahren gehörte Azidothymidin zu den Substanzen, deren Wirksamkeit bei Infektionen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) getestet wurde. 1987 wurde die Substanz als erster Wirkstoff zur antiretroviralen Therapie bei HIV-Infektionen zugelassen.[5] Horwitz und seine Forschungseinrichtung hatten Azidothymidin nicht patentieren lassen und profitierten wirtschaftlich nicht von der klinischen Anwendung.[6]

1966 wurde in der Arbeitsgruppe um Horwitz Stavudin synthetisiert,[7] 1967 Zalcitabin.[8] Beide Substanzen wurden später ebenfalls als Nukleosid-Analogon zur Therapie von HIV-Infektionen zugelassen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Emily Langer: Researcher Jerome P. Horwitz, 93, created AZT, the first approved treatment for HIV/AIDS. The Washington Post. 20. September 2012.
  2. Dr. Jerome Horwitz retires after devoting career to fighting cancer and AIDS. In: Scribe. Bd. 16, Nr. 3, Sommer 2005, Nr. 6.
  3. J P. Horwitz, J. Chua, M. Noel: Nucleosides. V. The monomesylates of 1-(2′-deoxy-beta-D-lyxofuranosyl)thymine. In: The Journal of Organic Chemistry. 29, 1964, S. 2076–2078, doi:10.1021/jo01030a546.
  4. Walter Sneader: Drug Discovery. A History. Wiley-Interscience, 2005, ISBN 0-471-89980-1, S. 260f.
  5. Samuel Broder: The development of antiretroviral therapy and its impact on the HIV-1/AIDS pandemic. In: Antiviral research. Band 85, Nummer 1, Januar 2010, S. 1–18, ISSN 1872-9096. doi:10.1016/j.antiviral.2009.10.002. PMID 20018391. PMC 2815149 (freier Volltext).
  6. Paul Vitello: Jerome Horwitz, AZT Creator, Dies at 93. In: New York Times. 20. September 2012.
  7. J. P. Horwitz, J. Chua, M. A. Da Rooge, M. Noel, I. L. Klundt: Nucleosides. IX. The formation of 2',2'-unsaturated pyrimidine nucleosides via a novel beta-elimination reaction. In: The Journal of organic chemistry. Band 31, Nummer 1, Januar 1966, S. 205–211, ISSN 0022-3263. PMID 5900814.
  8. J. P. Horwitz, J. Chua, M. Noel, J. T. Donatti: Nucleosides. XI. 2',3'-dideoxycytidine. In: The Journal of organic chemistry. Band 32, Nummer 3, März 1967, S. 817–818, ISSN 0022-3263. PMID 6042127.


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