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Jens Spahn

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Jens Spahn (* 16. Mai 1980 in Ahaus-Ottenstein) ist ein deutscher Politiker (CDU). Seit dem 3. Juli 2015 ist er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen.[1]

Herkunft, beruflicher Werdegang und Privatleben

Jens Spahn wuchs zusammen mit zwei jüngeren Geschwistern im Dorf Ottenstein, einem Ortsteil von Ahaus, auf. Nach dem Abitur 1999 an der Bischöflichen Canisiusschule in Ahaus absolvierte Spahn eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Westdeutschen Landesbank in Münster, die er 2001 beendete. Von 2001 bis 2002 war Spahn als Bankkaufmann tätig.

Von 2003 bis 2017 studierte Spahn neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter Politikwissenschaft an der FernUniversität in Hagen und erwarb die akademischen Grade Bachelor of Arts (2008) und Master of Arts (2017).

Spahn ist katholisch.[2] Seit Sommer 2013 ist er mit dem Journalisten Daniel Funke liiert.[3]

Politik

Spahn trat 1995 in die Junge Union (JU) und 1997 in die CDU ein. Er war von 1999 bis 2006 Kreisvorsitzender der JU Borken und ist seit 2005 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Borken mit 6500 Mitgliedern. Von 1999 bis 2009 gehörte er dem Rat der Stadt Ahaus an.[1] In den Jahren 2009 bis 2015 war er Kreistagsmitglied in seinem Heimatkreis Borken.[4]

Jens Spahn zog 2002, 2005, 2009 und 2013 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Steinfurt I – Borken I in den Bundestag ein.[5] Am 22. September 2013 erreichte er bei der Bundestagswahl 52,0 Prozent der Erststimmen.[6]

Hier war er seit November 2005 stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Gesundheit. Er war Mitglied in der Koalitionsarbeitsgruppe von CDU/CSU und SPD, die die Gesundheitsreform 2007 vorbereitete. Von 2009 bis 2015 war er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Spahn gehört der „Jungen Gruppe“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an. Er ist Gründungsmitglied einer fraktionsübergreifenden Gruppe von jungen Bundestagsabgeordneten, die sich für die Verankerung der Generationengerechtigkeit als Staatsziel ins Grundgesetz einsetzt.[7]

Bis Juli 2015 war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit. Spahn ist weiterhin stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss. Seit dem 3. Juli 2015 ist er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen.[1]

Beim Bundesparteitag 2014 in Köln wurde er in das CDU-Präsidium gewählt.[8]

Jens Spahn ist seit 14. November 2014 Vorsitzender des Bundesfachausschusses Gesundheit und Pflege seiner Partei. Dem rund 40-köpfigen Gremium gehören Vertreter der Landesverbände und der Vereinigungen der CDU an. Der Ausschuss erarbeitet die gesundheitspolitischen Positionen der Partei. Er war von 2009 bis 2015 zudem Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.[9]

Im November 2015 legte Spahn ein Buch mit dem Titel „Ins Offene“ vor, in dem unter anderem Boris Palmer, Julia Klöckner, Klaus von Dohnanyi, Wolfgang Ischinger, Markus Söder und Markus Kerber ihre Sicht der Dinge zur Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 darlegten.[10] Spahn selbst kritisierte darin die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel.[11][12][13]

Im zeitlichen Zusammenhang mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 rügte Spahn die Kirchen dafür, dass sie zu oft zu gesellschaftspolitischen Fragen Stellung beziehen würden. Sie sollten sich mehr auf "ihre Kernthemen" konzentrieren – also Seelsorge, Glaubensvermittlung oder auch das Karitative.[14]

Nebentätigkeiten

Zeitweise war Jens Spahn über eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts an einer Lobbyagentur für Pharmaklienten namens „Politas“ beteiligt, während er gleichzeitig Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages war. Seine Abgeordnetentätigkeit und seine Arbeit als Gesundheitspolitiker in Verbindung mit seinen bezahlten Nebentätigkeiten für die Pharmaindustrie wurde in diesem Rahmen als „interessantes Geschäftsmodell“ bezeichnet und ihm ein finanzieller Interessenkonflikt vorgeworfen.[15]

Neben seinem Mandat war Spahn von Dezember 2009 bis Juni 2015 Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse Westmünsterland.[16]

Ehrenamtliches Engagement

Als Beiratsmitglied von Jugend gegen AIDS unterstützt Jens Spahn eine von Jugendlichen initiierte und geführte Initiative, die „Aufklärungs- und Präventionsarbeit auf Augenhöhe“ betreibt.[17]

Schriften

  • Ins Offene: Deutschland, Europa und die Flüchtlinge (Hrsg.), 2015, Verlag Herder, ISBN 978-3451349973.

Weblinks

 Commons: Jens Spahn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Jens Spahn. Bundesministerium der Finanzen, 2. Juli 2015, abgerufen am 15. Juli 2015.
  2. http://www.jens-spahn.de/index.php?ka=2&ska=14&as=1
  3. Margarete van Ackeren: Clever & smart. In: Focus, 5. Dezember 2015.
  4. http://www.kreis-borken.de/sessionnet/kp0040.php?__kgrnr=1
  5. Ergebnisse Bundestagswahl 2009 im Wahlkreis Steinfurt I – Borken I
  6. Ergebnisse Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis Steinfurt I – Borken I
  7. generationengerechtigkeit.de
  8. Miriam Hollstein: Spahn nimmt Kampf gegen CDU-Establishment auf. In: Die Welt, 10. Dezember 2014.
  9. Spahn schreibt Gesundheitspolitik Apotheke ad hoc. Abgerufen am 20. November 2014.
  10. „Ins Offene“: Der CDU-Politiker Jens Spahn schreibt ein Buch über Flüchtlinge, das Merkel schaden könnte, Huffington Post, 19. November 2015. Abgerufen am 2. Dezember 2015.
  11. Wolfram Weimer: CDU-Aufsteiger probt den Aufstand. In: n-tv, 24. November 2015.
  12. Jan Dams: Dieses Buch muss Angela Merkel fürchten In: Die Welt, 18. November 2015.
  13. Maximilian Plück: Streitschriften zur Flüchtlingskrise. In: Rheinische Post, 18. November 2015.
  14. Michael Schwarz: CDU-Präsidiumsmitglied Spahn kritisiert Kirchen. In: Heilbronner Stimme, 25. Mai 2017.
  15. Im Nebenjob Abgeordneter. In: Focus, 4. Dezember 2012.
  16. Suche nach Sparkasse Westmünsterland: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2009. In: Elektronischer Bundesanzeiger. Abgerufen am 12. Januar 2012.
  17. JGA konstituiert Beirat. jugendgegenaids.de, 26. September 2014, archiviert vom Original am 2. April 2015, abgerufen am 31. August 2016.

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