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Jehuda Se'ew Segal

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Jehuda Se'ew Segal

Rabbi Jehuda Se'ew Segal (geb. 1910 in London; gest. 1993) war Rosch Jeschiwa der Manchester Jeschiwa und eine bedeutende Tora-Persönlichkeit. Sein Hauptanliegen war die Verbreitung des Lernens von Chofez Chajim und Schmiras Haloschoin.

Leben

Er wurde 1910 / 5670 in London als Sohn von Rabbi Moische Jizchok und Roisa Segal geboren. 1913 wurde sein Vater Rosch Jeschiwa der Manchester Jeschiwe.

Mit zwanzig Jahren kam Jehuda Se'ew im Elul 5690 (1930) in die Mirer Jeschiwa. Jeden Morgen vor Schacharis lernte er Chawruse mit Reb Chaim Schmulewitz, dem späteren Rosch Jeschiwa von Mir in Jeruscholajim und Schwiegersohn des Mirer Rosch Jeschiwe, Rabbi Elieser Jehudo Finkel. Er lernte mit grösster Hasmodo, 18 Stunden täglich, und behielt diese Angewohnheit sein Leben lang bei, buchstäblich jede freie Minute in seinem Leben lernte er. Als späterer Rosch Jeschiwa wurde er jeden Morgen zu Tefilas Schacharis in der Jeschiwo mit einem Auto von seiner Wohnung abgeholt. Für die wenigen Minuten, die diese Fahrt jeweils dauerte, hatte er mit einem Enkel ein besonderes Lernprogramm ausgearbeitet und festgelegt - nur um ein Beispiel zu nennen.

Einige Wochen nach seiner Ankunft in Mir reiste Jehuda Se'ew Segal nach Radin, um Sukkes in der Nähe des Chofetz Chajim zu verbringen. Er wurde von der Persönlichkeit und dem Zidkus des Chofetz Chajim so beeindruckt, dass er sich sein ganzes Leben lang als Schüler des Chofetz Chajim betrachtete und ständig in seinen Seforim lernte.

Im Jahr 5708 / 1947 starb Rabbi Moische Jizchok Segal, und drei Jahre später, nach einigem Zögern, wurde Rabbi Jehudo Se'ew Segal im Beisein der beiden Gedoilim Rabbi Jecheskel Abramsky und Rabbi Jizchok Jakoiw Weiss als Rosch Jeschiwe der Manchester Jeschiwa in sein Amt eingesetzt. Schnell stellte sich heraus, dass mit Raw Jehudo Se'ew als Rosch Jeschiwe die richtige Wahl getroffen wurde. Er war wie ein Vater für jeden einzelnen Bochur.

Das Gebiet von Tefilo und Broches nahm bei Raw Segal einen ganz besonderen Stellenwert ein. Er war ein lebendiges Beispiel für Kawono beim Dawenen. Nie hat er eine Brocho auswendig gesagt und hatte vorgedruckte Tafeln für jede einzelne Brocho.

Bei einem Rückflug von Erez Jisroel war der Rosch Jeschiwe mitten in der Schmoine Esre, als das Flugzeug von einem Blitz getroffen wurde. Alle Passagiere erschraken und gerieten in Panik, bis der Pilot ausrief, es sei alles in Ordnung und man werde ruhig weiter fliegen. Ein nichtreligiöser jüdischer Passagier, der beobachtet hatte, wie sich der Rosch Jeschiwe keinen Moment von seiner Tefilo ablenken liess, sagte später laut: "Im Sechus des Rabbi sind wir alle gerettet worden".

Seine Freundlichkeit und Menschenliebe waren ganz aussergewöhnlich. Während eines Aufenthalts für eine Chasuno in Kanada bereitete eine junge Frau für den Rosch Jeschiwe ein Abendessen vor. Er fand keine Ruhe, bis er diese Frau zu sich rufen liess und sich bei ihr persönlich in aller Herzlichkeit bedanken konnte. Diese Frau hat dies bis heute (2013), nach ungefähr 30 Jahren, nicht vergessen.

Besonders in den letzten zehn Jahren seines Lebens wurde er von unzähligen Menschen aus der ganzen Welt für Broches und Ratschläge angefragt. Eine massgebende Tora-Persönlichkeit unserer Generation hat sich so ausgedrückt: "Der Rosch Jeschiwe hatte einen Schlüssel für Broches. Es war unglaublich, wie er mit dem Schmerz jedes Einzelnen mitfühlen konnte, als ob es ihn selbst betreffen würde.

Raw Segal verfasste u. a. einen Luach, nach dem man täglich zwei Halochois vom Chofez Chajim und einen Abschnitt aus dem Sefer Schmiras Haloschoin lernen soll. Tausende jüdische Männer und Frauen in der ganzen Welt lernen bereits nach dieser Vorgabe, ähnlich dem Daf Jomi. Vor seinem Tod hat Raw Segal gebeten, man möge ihm den entsprechenden Luach des laufenden Jahres in seine Hand legen. Er sagte dazu: "Das ist mein Pass zum Eintritt ins Gan Eden!"

Hinweis

Der Artikeltext beruht in weiten Teilen auf einem Nachruf in der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 1. Februar 2013, Seite 16-17 (Verfasser: Raw A. A. Rabinowitsch).


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