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Jehuda de Mordechai Cassuto

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Jehuda de Mordechai Cassuto, Pseudonym: Leon Quiroz, (geb. 4. September 1808 in Amsterdam; gest. 11. März 1893 in Hamburg) war ein niederländischer Kantor, Rabbiner, Übersetzer und Autor.

Leben und Wirken

Die Vorfahren Jehuda de Mordechai Cassutos stammten ursprünglich aus dem italienischen Livorno. Jehuda de Mordechai Cassuto wurde in Amsterdam geboren, wo er in einem Waisenhaus Kindheit und Jugend verbrachte. Um 1827 ging er nach Hamburg, wo er bis 1893 als Chasam und Rabbiner der portugiesisch-jüdischen Gemeinde wirkte. Während des Hamburger Brands im Jahr 1842 konnte er das Protokollbuch der Gemeinde retten. Außerdem engagierte er sich im Guemilut-Verein der Gemeinde und war bis zum Tod deren Administrator. Am 19. September 1877 feierte er sein 50. Dienstjubiläum. Aus diesem Anlass überreichten ihm Gemeindemitglieder ein wertvolles Schreibgerät aus Silber.

Jehuda de Mordechai Cassutos hatte drei Frauen Namens Rahel de Rocamora, Sara de Rocamora und Lea de Rocamora. Cassuto und Lea de Rocamora wurden auf dem Jüdischen Friedhof am Grindel beigesetzt, wo sich ihre Grabstellen bis zur Zeit des Nationalsozialismus befanden. Seit 1937 sind sie auf dem Jüdischen Friedhof Ohlsdorf zu finden. Rahel und Sara de Rocamora wurden auf dem Portugiesenfriedhof beigesetzt.

Übersetzungsbüro

Cassuto, der als äußerst gebildet und sprachbegabt galt, verdiente sein Geld zumeist mit Sprachunterricht und Übersetzungen. Aus dem Jahr 1854 stammt seine Übersetzung Colmena Española (Bienenkorb) oder Spanisches Lesebuch. Eine Sammlung leichter Lesestücke, Anecdoten, Erzählungen, Bruchstücke aus der Naturgeschichte, Idiotismen etc.. Für das Buch in spanischer Sprache verwendete er das Pseudonym Leon Quiros. 1858 erschien eine zweite Auflage mit dem Titel Praktische Grammatik der spanischen Sprache, wie solche jetzt gesprochen wird, nebst Lesebuch. Das von Cassuto geführte Übersetzungsbüro übernahmen nach seinem Tod sein Sohn Isaac Cassuto (1848–1923) und der Enkel Jehuda Leon Cassuto, die es bis 1933 erfolgreich unterhielten.

Jehuda de Mordechai Cassuto hinterließ bei seinem Tod eine wichtige Sammlung sefardischer Bücher, die Isaac Cassuto erweiterte. Die Bibliotheca Rosenthaliana mit Sitz in Amsterdam erwarb diese 1974 von Cassutos Urenkel Alfonso Cassuto (1910–1990).

Weblinks

Literatur

  • Michael Studemund-Halévy: Cassuto, Jehuda de Mordechai. In: Hamburgische Biografie, Band 3, Wallstein, Göttingen 2006, S. 74–75.


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