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Jeanette Schwerin

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Jeannette Schwerin um 1890

Jeanette Schwerin (eigentlich: Jeannette Schwerin, geborene: Abarbanell; geb. 21. November 1852 in Berlin; gest. 14. Juli 1899 ebenda) war Frauenrechtlerin und eine Wegbereiterin der Sozialen Arbeit in Deutschland.

Leben und Wirken

Nachdem ihr Sohn erwachsen war, engagierte sich Jeanette Schwerin in sozialer Hilfsarbeit und in der Frauenbewegung. 1888 trat sie dem Verein Frauenwohl bei und gehörte 1892 zusammen mit ihrem Mann zu den Gründungsmitgliedern der „Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur“, aus der später die Berliner Zentrale für private Fürsorge hervorging. Ziel der Gesellschaft war eine Reform der privaten Wohltätigkeit. Jeanette Schwerin rief kurz nach der Vereinsgründung eine Auskunftstelle ins Leben, die Material über die Berliner Wohlfahrtseinrichtungen zusammentrug, um Notleidenden besser und schneller helfen und sie vermitteln zu können.

Zusammen mit der Frauenrechtlerin Minna Cauer ergriff sie 1893 die Initiative zur Gründung der Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit. Nach vier Jahren wurde Jeanette Schwerin zur Vorsitzenden der Gruppen berufen:

„Hier setzt sie richtungsweisende Akzente, indem sie junge Frauen, die sich für ehrenamtliche Hilfeleistungen melden, in Theorie und Praxis auf eine professionelle Sozialarbeit vorbereitet. Frauen sollten nicht länger als Statistinnen im Wohltätigkeitssport Schaden anrichten und von Leitern der behördlichen Armenpflege als inkompetent abgelehnt werden“

Dick/Sassenberg 1993, S. 341.

Jeanette Schwerin forderte 1894 als Vorsitzende der „Kommission für weibliche Gewerbeinspektion“ des Bundes Deutscher Frauenvereine in einer Petition an den Deutschen Reichstag die Zulassung weiblicher Gewerbeinspektoren. Als Vorstandsmitglied (ab 1896) im Bund Deutscher Frauenvereine setzte sie sich für die Zusammenarbeit zwischen der Bürgerlichen und der Proletarischen Frauenbewegung ein. Kurz vor ihrem Tode konnte sie noch das erste Heft des Centralblattes des Bundes Deutscher Frauenvereine herausgeben. Ferner erweiterte sie die „Berliner Kurse“ der Gruppen zu einem „Jahreskursus zur Ausbildung für soziale Berufsarbeit“. Ihre Nachfolgerin wurde Alice Salomon, die 1895 den Gruppen beitrat und bald zur rechten Hand von Frau Schwerin heranwuchs.[1]

Werke (Auswahl)

  • Die Auskunftstelle der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur. In: Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur. 1894, Heft 2, S. 77-81.
  • Armut und Armenpflege. In: Die Frau. 1894, Heft 3, S. 86-90.
  • Unsere Aufgabe im Streik. In: Die Frauenbewegung. 1896, Heft 2, S. 57.

Literatur (Auswahl)

  • Jutta Dick, Marina Sassenberg (Hrsg.): Jüdische Frauen im 19. und 20. Jahrhundert. Lexikon zu Leben und Werk, Reinbek bei Hamburg 1993, ISBN 3-499-16344-6, (rororo ; 6344), S. 340-342.
  • Maya Fassmann: Jüdinnen in der deutschen Frauenbewegung 1865-1919. Olms, Hildesheim 1996, ISBN 3-487-09666-8 (= Haskala, Band 6).
  • Manfred Berger: Wer war… Jeanette Schwerin. In: Sozialmagazin. 1999/H. 7. S. 6-8.
  • Norbert Rühle: Jeanette Schwerin. Ihr Leben, ihr Werk und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit heute. Freising 2001 (unveröffentlichte Diplomarbeit).
  • Iris Schröder: Arbeit für eine bessere Welt. Frauenbewegung und Sozialreform 1890–1914. Campus, Frankfurt am Main 2001, S. 82–91, ISBN 3-593-36783-1 (= Geschichte und Geschlechter, Band 36; zugleich Dissertation FU Berlin 2001).
  • Dieter G. Maier, Jürgen Nürnberger: Jeannette Schwerin. Durch Bildung zu Sozialreform und Emanzipation. Berlin : Hentrich, 2016. (Jüdische Miniaturen, Band 190). ISBN 978-3-95565-171-8.

Einzelnachweise

  1. Rühle 2001, S. 9


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