Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Sacha

Aus Jewiki
(Weitergeleitet von Jakutien)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt Jakutien, die Republik im asiatischen Teil Russlands. Zum Vornamen Sacha siehe Sacha (Vorname).
Subjekt der Russischen Föderation
Republik Sacha (Jakutien)
Республика Саха (Якутия) (russisch)
Саха Өрөспүүбүлүкэтэ (jakutisch)
Flagge Wappen
Föderationskreis Ferner Osten
Hauptstadt Jakutsk
Offizielle Sprachen Jakutisch, Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Jakuten (48,7 %)
Russen (36,9 %)
Ewenken (2,2 %)
Ukrainer (2,1 %)
Ewenen (1,6 %)
Tataren (0,8 %)
(Stand: 2010)Vorlage:Infobox Föderationssubjekt Russlands/Wartung/Ethnien
Oberhaupt Jegor Borissow (geschäftsführend)
Gegründet 27. April 1922
Zeitzonen UTC+10 bis UTC+12
Telefonvorwahlen (+7) 411xx
Postleitzahlen 677000–678999
Kfz-Kennzeichen 14
OKATO 98
ISO 3166-2 RU-SA
Website sakha.gov.ru
Vorlage:Imagemap Russland Föderationssubjekte
67127

Sacha (auch Jakutien, russisch Якутия, jakutisch Саха Сирэ) ist eine Republik im nordöstlichen Teil des asiatischen Russlands. Sacha ist das flächenmäßig größte Föderationssubjekt der Russischen Föderation und die größte unterstaatliche Territorialeinheit der Welt. Die amtliche Bezeichnung ist Republik Sacha (Jakutien) (russisch Республика Саха (Якутия), jakutisch Саха Өрөспүүбүлүкэтэ). Das Wort Sacha bedeutet „Mensch“.

Geografie

Die Fläche der Republik Sacha ist mit 3.083.523 km² etwa so groß wie die der Europäischen Union ohne die britischen Inseln, Schweden und Finnland, hat aber weniger als ein Vierhundertstel der Bevölkerung jenes Rumpfeuropas. Im Norden wird die Republik vom Nordpolarmeer begrenzt, wo sie am Kap Paksa zwischen Nordwik-Bucht und Anabargolf ihren nördlichsten Festlandspunkt bei 73° 59′ 31″ N [1][2] erreicht, ca. 400 km südlich von Kap Tscheljuskin, dem zur Region Krasnojarsk gehörenden nördlichsten Festlandspunkt der Alten Welt. Die nördlichste Landfläche Sachas bildet die zum Neusibirischen Archipel gehörende Henrietta-Insel bei 77° 6′ 0″ N. Nach Süden reicht Sacha im Aldanhochland bis auf die geografische Breite Kopenhagens. Das Territorium erstreckt sich vom Mittelsibirischen Bergland im Westen über das Tal der Lena (Mitteljakutische Niederung), das Werchojansker Gebirge, das Tscherskigebirge über das Jana-Indigirka-Tiefland bis zum Kolyma-Tiefland (West- und Ostteil des Ostsibirischen Tieflands) im Nordosten. Zur Republik gehören außerdem die Neusibirischen Inseln.

Der größte Teil der Republik gehört zum Einzugsbereich der Lena. Die wichtigsten Flüsse neben der Lena sind ihre Nebenflüsse Wiljui und Aldan, sowie die Ströme Indigirka und die Kolyma.

Das gesamte Territorium wird von Permafrostboden eingenommen. Wenn dieser im Sommer antaut und der Schnee und Eis schmelzen, entstehen in den Flussniederungen und insbesondere in den Tiefländern regelmäßig Hochwasser.

Verwaltungsgliederung und Städte

Die Republik Sacha gliedert sich in 34 Rajons und die Stadtkreise Jakutsk und Schatai.

Hauptstadt und einzige Großstadt ist Jakutsk. Mehr als 20.000 Einwohner zählen noch Nerjungri, Mirny, Lensk und Aldan. Überregionale Bekanntheit haben die „KältepoleWerchojansk und Oimjakon erlangt.

Größte Städte
Stadt/Städt. Siedlung* Russisch Jakutisch Einwohner
(Vorlage:FormatDate: Ungültiger Wert ("0-0-0") für das Datum! Vorlage:FormatDate/Wartung/Error)[3]
Jakutsk Якутск Дьокуускай Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-SA
Nerjungri Нерюнгри Нүөрүҥгүрү Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-SA
Mirny Мирный Мирнэй Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-SA
Lensk Ленск Ленскэй Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-SA
Aldan Алдан Алдан Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-SA
Aichal* Айхал Айхал Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-SA
Udatschny Удачный Удачнай Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-SA
Wiljuisk Вилюйск Бүлүү Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-SA
Njurba Нюрба Ньурба Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-SA

Bevölkerung

Datei:Sakha graph pop.png
Jakutien – Bevölkerungsentwicklung
nach Nationalitäten:
schwarz mit Gipfel = Russen
dunkelblau = Jakuten
grün mit Gipfel = Ukrainer

Die Bevölkerungszahl hatte sich von 1939 bis 1989 verzweieinhalbfacht, war dann bis Anfang des 21. Jahrhunderts um gut 140.000 abgefallen, hat sich aber seither gehalten.

Jahr Einwohner
1939 413.876
1959 487.372
1970 666.746
1979 851.840
1989 1.094.065
2002 949.280
2010 949.347

Die Jakuten sind ein jakutischsprachiges Turkvolk. Um 1900 waren die sibirischen Volksgruppen der Region, nebst den Jakuten die Ewenken, Ewenen, Dolganen, Tschuktschen und Jukagiren noch fast unter sich. In der Sowjetzeit strömten dann Hunderttausende Neusiedler ins Land, um die Bodenschätze auszubeuten. So wuchs die Zahl der anderen Ethnien (vor allem Russen, Ukrainer, Weißrussen, Moldauer, Burjaten und Tataren) von 30.315 Personen im Jahr 1926 auf 637.277 Personen im Jahr 1989 an, und die Jakuten wurden zur Minderheit im Land. Heute stellt die Titularnation aber wieder fast die Hälfte der Einwohnerschaft, weil viele der Zugewanderten vor allem die früheren Bergbauzentren wegen der Arbeitslosigkeit wieder verließen. Auch die Russlanddeutschen haben die Region überwiegend verlassen. Allerdings gibt es auch wenige Zuwanderergruppen – vor allem aus den zentralasiatischen Republiken der ehemaligen Sowjetunion – die wachsen. Zu ihnen gehören die Kirgisen (2002 1454 und 2010 5022 Personen), die Usbeken (2002 1207 und 2010 3332 Personen) und die Tadschiken (2002 1105 und 2010 2696 Personen). Daneben leben in Jakutien noch zahlreiche kleinere Ethnien, darunter die Jukagiren.

Volksgruppe VZ 1926 VZ 1939 VZ 1959 VZ 1970 VZ 1979 VZ 1989 VZ 2002 VZ 2010 2
Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  %
Jakuten 235.926 81,6 % 233.273 56,5 % 226.053 46,4 % 285.749 43,0 % 313.917 36,9 % 365.236 33,4 % 432.290 45,5 % 466.492 48,7 %
Russen 30.156 10,4 % 146.741 35,5 % 215.328 44,2 % 314.308 47,3 % 429.588 50,4 % 550.263 50,3 % 390.671 41,2 % 353.649 36,9 %
Ewenken 13.145 4,7 % 10.432 2,5 % 9.505 2,0 % 9.097 1,4 % 11.584 1,4 % 14.428 1,3 % 18.232 1,9 % 21.008 2,2 %
Ukrainer 138 0,0 % 4.229 1,0 % 12.182 2,5 % 20.253 3,0 % 46.326 5,4 % 77.114 7,0 % 34.633 3,6 % 20.341 2,1 %
Ewenen 738 0,3 % 3.133 0,8 % 3.537 0,7 % 6.471 1,0 % 5.763 0,7 % 8.668 0,8 % 11.657 1,2 % 15.071 1,6 %
Tataren 1.671 0,6 % 4.420 1,1 % 5.172 1,1 % 7.678 1,2 % 10.976 1,3 % 17.478 1,6 % 10.768 1,1 % 8.122 0,8 %
Burjaten 11 0,0 % 699 0,2 % 757 0,2 % 2.126 0,3 % 4.508 0,5 % 8.471 0,8 % 7.266 0,8 % 7.011 0,7 %
Weißrussen 21 0,0 % 1.572 0,4 % 2.548 0,5 % 4.090 0,6 % 6.769 0,8 % 9.900 0,9 % 4.236 0,4 % 2.527 0,3 %
Deutsche 17 0,0 % 250 0,06 % 1.754 0,4 % 1.540 0,2 % 2.416 0,3 % 4.099 0,4 % 2.283 0,2 % 1.540 0,2 %
Dolganen 1 0 0,0 % k.Ang.  ?,?% k.Ang.  ?,?% 10 0,0 % 64 0,01 % 408 0,04 % 1.272 0,13 % 1.906 0,2 %
Jukagiren 396 0,14 % 267 0,06 % 285 0,06 % 400 0,06 % 526 0,06 % 697 0,06 % 1.097 0,12 % 1.281 0,13 %
Tschuktschen 1.281 0,4 % 400 0,1 % 325 0,07 % 387 0,06 % 377 0,04 % 473 0,04 % 602 0,06 % 670 0,07 %
Andere 5.585 1,9 % 7.782 1,9 % 9.897 2,0 % 12.014 1,8 % 19.026 2,2 % 36.830 3,4 % 34.273 3,6 % 58.910 6,1 %
Einwohner 289.085 100 % 413.198 100 % 487.343 100 % 664.123 100 % 851.840 100 % 1.094.065 100 % 949.280 100 % 958.528 100 %
1 die Dolganen wurden 1939 und 1959 als Jakuten gezählt 2 23.864 Personen konnten keiner Volksgruppe zugeteilt werden. Diese Leute verteilen sich vermutlich anteilmässig gleich wie die ethnisch zugeschiedenen Einwohner.[4]

Amtssprachen sind Jakutisch und Russisch. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Christen; nach grober Schätzung bis zu zwei Drittel der Bevölkerung. Einige der Jakuten, Burjaten, Ewenen und Ewenken praktizieren Schamanismus.

Geschichte

Im 14. Jahrhundert wanderten die Jakuten aus dem südlichen Baikalgebiet nach Sacha (Jakutien) ein.

Im 17. Jahrhundert begann die russische Einwanderung, die heutige Hauptstadt Jakutsk wurde 1632 gegründet.

Sacha war zu Zeiten der Sowjetunion eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (ASSR) innerhalb der russischen Teilrepublik. Zu sowjetischer Zeit wurde in Teilen der Republik Industrie angesiedelt, was die Zuwanderung einer größeren Zahl von Russen nach sich zog.

Mit Auflösung der Sowjetunion wurden Sacha weitreichende Autonomierechte eingestanden.

Politik

  • Präsident: Jegor Afanasjewitsch Borissow (seit 2010)
  • Vizepräsident: Dmitri Jewgenjewitsch Gluschko
  • Parlament (Il Tumen): 1. Einiges Russland (50 Abgeordnete), 2. KPRF (7 Abgeordnete), Gerechtes Russland (5 Abgeordnete), Bürgerplattform (2 Abgeordnete), Soglasije (2 Abgeordnete)

Wirtschaft

Sacha ist reich an Bodenschätzen wie Edelmetallen, Erdöl, Kohle oder Diamanten. Sein Anteil an der weltweiten Diamantenförderung liegt bei über 13 %, wobei Jakuten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion selbst das Recht besitzen, die Rohdiamanten zu verarbeiten. Zu Zeiten der Sowjetunion wurden die Rohdiamanten nach Moskau geliefert. Auch heute noch befindet sich ein Teil der jakutischen Rohstoffindustrie in staatlichem (russischem) Eigentum.

Mythologie

Eine Sage erzählt, dass Gott, als er die Erde erschuf, einen Engel mit einem Sack voller Reichtümer über Sibirien geschickt hat. Als dieser Jakutien überflog, wurden ihm vor Kälte die Finger steif, und er ließ alles fallen. Die ganzen Reichtümer, Gold, Silber und Platin fielen auf die Erde. Aus Zorn über seinen Verlust strafte er jedoch diese Region mit ewigem Winter.

Weblinks

 Commons: Republik Sacha (Jakutien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Topographische Karte (1:1.000.000, Bl. S-49,50, Ausg. 1987) mit dem Kap Paksa bei 113° O
  2. Koordinaten vom Kap Paksa bei getamap.net
  3. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens einwohner_aktuell wurde kein Text angegeben.
  4. Bevölkerung der russischen Gebietseinheiten nach Nationalität 2010 (russisch) http://demoscope.ru/weekly/ssp/rus_etn_10.php?reg=76


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Sacha aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.