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Jakob ben Ascher

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Rabbenu Jakob ben Ascher (geb. ca. 1270 in Köln; gest. vor 1340 in Toledo[1]; Jahrzeit: 12. Tammus) war eine halachische Autorität des Mittelalters. Nach seinem Hauptwerk Arba'a Turim wird er meistens Ba'al ha-Turim genannt.

Seit seiner Veröffentlichung wird Arba’a Turim mit seinen wichtigsten Kommentaren in Jeschiwot gelernt und hat weiterhin große Bedeutung für halachische Studien. Im Torakommentar Baal HaTurim finden sich viele Erklärungen des Textes, die auf Gematria beruhen. Rabbiner Jakow ben Ascher sucht nach tieferliegenden Bedeutungen und kommt zu sehr interessanten Schlussfolgerungen.

Leben

Jakob wurde wie sein Bruder Jehuda ben Ascher in Köln geboren und studierte bei seinem berühmten Vater Ascher ben Jechiel (Rosch). Er folgte diesem, der Deutschland bald nach der Einkerkerung seines Lehrers Rabbi Meir von Rothenburg im Jahr 1286 entfliehen musste, schließlich nach Spanien. Im Jahr 1303 übersiedelte die Familie nach Toledo, wo er in großer Armut lebte. Er vermied es, rabbinische Ämter auszuüben, und widmete seine ganze Zeit dem Studium.

Aus der Einsicht, dass „logische Folgerungen fehlerhaft geworden waren, Streitigkeiten zugenommen hatten, die Meinungen sich vervielfältigt hatten, so dass es keine halachische Regelung gibt, die frei von Meinungsverschiedenheiten ist“, entschloss er sich, ein Werk zusammenzustellen, das alle Halachot und Gebräuche umfassen sollte, welche den Einzelnen und die Gemeinde betrafen.

Arba'a Turim bedeutet wörtlich „Vier Reihen“ und bezieht sich auf die Brustplatte des Hohenpriesters (siehe dazu auch Urim und Tummim). Das Werk zerfällt in vier Teile.

  • Teil I, Orach Chajim, d.h. „Weg zum Leben”, enthält 697 Paragraphen über Segenssprüche, Gebete, den Sabbat und jüdische Feiertage.
  • Teil II, Jore De'a, d.h. „er lehrt Kenntnis” bzw. „Lehrer der Erkenntnis”, behandelt in 403 Paragraphen jüdische Speise- und Reinigungsgesetze, Trauergesetze sowie Vorschriften über Wucher und Götzendienst.
  • Teil III, Eben Ha-Eser, d.h. „Stein der Hilfe” (biblischer Ort, 1 Sam 7,12) enthält 178 Paragraphen über die Ehegesetze.
  • Teil IV, Choschen Ha-Mischpat, d.h. „Brustschild des Rechts” behandelt in 427 Paragraphen das gesamte Zivil- und Kriminalrecht.

Das Werk ist in späteren Jahrhunderten vielfach weiter kommentiert worden und bildet die Grundlage des Schulchan Aruch von Josef Karo.

Jakob ben Ascher verfasste auch einen Kommentar zum Pentateuch, der 1806 in Zolkiew gedruckt wurde, wobei er frühere Kommentare von Saadia Gaon, Raschi, Abraham ibn Esra und Nachmanides zusammenfasste. Hierbei konzentrierte er sich auf den Pschat, d. h. die wörtliche Bedeutung eines Ausdrucks, und vermied es, kabbalistische Erklärungen zu berücksichtigen.

Jakob ben Ascher war der Bruder von Jehuda ben Ascher.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Jakob Winter, August Wünsche: Die jüdischen litteratur seit abschluss des kanons. Band 2, Seite 505, Verlag S. Mayer, 1894


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jakob ben Ascher aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. Hauptautor des Artikels (siehe Autorenliste) war König Alfons der Viertelvorzwölfte. Weitere Artikel, an denen dieser Autor maßgeblich beteiligt war: 171 Artikel (davon 5 in Jewiki angelegt und 166 aus Wikipedia übernommen). Bitte beachten Sie die Hinweise auf der Seite Jewiki:Statistik.