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Jakob Stoll

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Jakob Stoll (geb. 21. Januar 1876 in Maßbach; gest. 29. November 1962 in New York) war Pädagoge und von 1919 bis 1938 Direktor der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg.

Leben und Wirken

Jakob Stoll, der bereits seine Ausbildung der ILBA erfahren und das staatliche Lehrerexamen erfolgreich bestanden hatte, wurde 1905 zum Seminaroberlehrer berufen und erhielt damit nicht nur eine leitende Stellung in der Ausbildung der Seminaristen, sondern auch im Schülerheim übertrug. Stoll, der sehr bescheiden und zurückgezogen lebte, entfaltete schnell seine kreative Tätigkeit in der ILBA. Als erste didaktische Neuerung führte er an der jüdischen Volksschule in den verschiedenen Klassen Musterstunden vor und ließ die Seminaristen selbst ihren Probeunterricht hier durchführen.

Stoll zählt zu den bedeutenden jüdischen Pädagogen und Lehrerausbilder, dessen Schülerinnen und Schüler die Prinzipien der Würzburger Lehranstalt in alle Welt getragen haben, da sie vor der Verfolgung und Ermordung im nationalsozialistischen Deutschland fliehen mussten.

Auswanderung

Jakob Stoll konnte erst im Sommer 1939 nach New York auswandern, immerhin noch rechtzeitig vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und verbrachte dort noch über 20 Lebensjahre. In den 1940er Jahren zog er sich ins Privatleben zurück.

Posthume Würdigung

Geschichte der ILBA

Die Israelitische Lehrerbildungsanstalt wurde 1864 von dem berühmten Würzburger Rabbiner Seligmann Bär Bamberger gegründet. Auch die staatlichen Behörden waren an dieser privat finanzierten und organisierten jüdischen Bildungsstätte interessiert, denn die zahlreichen kleinen jüdischen Volksschulen in den Dörfern und Kleinstädten in Franken mussten in der Mitte des 19. Jahrhunderts gut ausgebildete jüdische Lehrer entbehren.

Literaturhinweis

  • Hans Steidle, Jakob Stoll und die Israelitische Lehrerbildungsanstalt. Eine Spurensuche, Würzburg 2002 (Vertrieb: Verlag Königshausen und Neumann)
  • Biographisches Handbuch der jüdischen Emigration nach 1933, Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. Herausgegeben von Werner Röder und Herbert A. Strauss, München 1980, S. 737.