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Jakob Edelstein

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Jakob Edelstein

Jakob Edelstein, auch Yaakov, Yacov, Jakub, Jacob Edelstein oder Edlstein[1] (geb. 1903 in Horodenka, Galizien; ermordet 20. Juni 1944 im KZ Auschwitz) war ein tschechoslowakischer Zionist sowie erster Judenältester im Ghetto Theresienstadt.

Leben und Wirken

Jakob Edelstein, der zionistisch erzogen wurde, zog mit seiner Familie zur Zeit des Ersten Weltkrieges ins mährische Brno. Edelstein engagierte sich ab 1926 in zionistischen Jugendorganisationen und war ab 1929 im Hauptbüro der Hechaluz tätig. Bereits 1933 wurde er Direktor des Palästina-Büros in Prag. 1937 war er zwischenzeitlich drei Monate bei dem Keren Hajessod in Palästina beschäftigt. Nach der Annexion Tschechiens am 15. März 1939 blieb Edelstein im Protektorat Böhmen und Mähren und wurde verantwortlicher Ansprechpartner der deutschen Besatzer für die Auswanderung tschechischer Juden nach Palästina. Zwischen 1939 und 1941 reiste er mehrmals ins Ausland und nahm dort Kontakt mit jüdischen Funktionären zwecks Informationsaustausches auf; so reiste er nach Palästina, Triest, Wien, Genua, Berlin, Pressburg und Amsterdam. Edelstein wurde mit seinem Mitarbeiter Richard Friedmann und etwa 1000 weiteren jüdischen Männern im Rahmen des sogenannten Nisko-und-Lublin-Plans am 18. Oktober 1939 aus Ostrava nach Nisko deportiert. Nach dem Scheitern dieses Plans kehrte Edelstein im November 1939 wieder nach Prag zurück. Edelsteins Bestreben war zu verhindern, dass die Juden aus dem Protektorat Böhmen und Mähren nach Polen deportiert wurden. Daher schlug er den deutschen Besatzern wiederholt vor, tschechische Juden als Arbeitskräfte im Protektorat einzusetzen. Die Einrichtung des Ghetto Theresienstadt sah Edelstein als Erfolg, da ihm und den anderen jüdischen Funktionären nicht bewusst war, dass Theresienstadt als Durchgangslager für die Vernichtungslager geplant war.

Am 4. Dezember 1941 traf Edelstein mit Familie auf Anordnung von SS-Sturmbannführer Hans Günther in Theresienstadt ein. Zeitgleich wurde er erster Judenältester im Ghetto Theresienstadt. Er stand dort dem zwölfköpfigen Judenrat vor. Edelstein war im Ghetto insbesondere an der Bildung der Jugend sowie an produktiven Arbeitsabläufen interessiert. Ende Januar 1943 wurde Edelstein als Judenältester von Paul Eppstein abgelöst und wurde nun dessen erster Stellvertreter. Aufgrund von Unterschieden bei der registrierten und der tatsächlichen Zahl der Insassen des Ghettos wurde er am 9. November 1943 verhaftet. Mitte Dezember 1943 wurde er in das KZ Auschwitz deportiert und war im Block 11 des Stammlagers untergebracht. Am 20. Juni 1944 musste Edelstein zunächst der Ermordung seiner Ehefrau Miriam und seines Sohnes Ariel zusehen, bevor er selbst im Krematorium erschossen wurde.

Literatur

  • Israel Gutman (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust - Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden, Piper Verlag, München/Zürich 1998, 3 Bände, ISBN 3-492-22700-7
  • Hans Günther Adler: Theresienstadt. Das Antlitz einer Zwangsgemeinschaft 1941-1945 Nachwort Jeremy Adler. Wallstein, Göttingen 2005 ISBN 3-89244-694-6 (Reprint der 2. verb. Auflage Mohr-Siebeck, Tübingen 1960. 1. Aufl. ebd. 1955)
  • Ruth Bondy: Elder of the Jews": Jakob Edelstein of Theresienstadt, aus dem Hebräischen, 1989, ISBN 0-8021-1007-X

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Yakov Edelstein, of blessed memory. In: Yizkor Book Project. Former Residents of Horodenka and Vicinity in Israel and the USA, 1963, abgerufen am 6. Dezember 2011 (englisch).

Siehe auch


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