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Jacob Wolff

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Jacob Wolff (geb. 1868; gest. 4. Dezember 1926) war ein deutscher Fabrikant jüdischer Herkunft, Eigentümer der Zigarrenfabrik Loeser & Wolff in Hamburg und Jagdflieger im Ersten Weltkrieg. Er war Träger mehrerer Kriegsauszeichnungen, u. a. des Eisernen Kreuzes 2. und 1. Klasse. Sein Unternehmen galt als sozial fortschrittlich und beschäftigte ca. 4000 Mitarbeiter.

Leben

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war Wollf überzeugter Pazifist und unterstützte die Friedensbewegung finanziell. Bereits im Jahr 1912 war Wolff aus dem Synagogenverband ausgetreten, nicht aber aus anderen jüdischen Vereinigungen. Wolff verstand sich als Freidenker.

Von der Wirkungslosigkeit der Friedensappelle im Vorfeld des Ersten Weltkriegs war er bei Kriegsbeginn im Jahr 1914 enttäuscht. Seit 1918 war er verheiratet, und hatte eine Tochter, Inga Bragard geb. Wolff. Er erlag den Folgen eines im Sommer 1926 erlittenen schweren Motorradunfalls.

Jagdflieger im Ersten Weltkrieg

Wegen seines Alters und seiner Stellung als Großindustrieller war Wolff vom Militärdienst als unabkömmlich freigestellt, meldete sich jedoch am 2. August 1914 beim Hamburger Bezirkskommando als Freiwilliger zur Fliegertruppe. Um seine Akzeptanz als Freiwilliger zu erhöhen, kaufte er sich ein eigenes Flugzeug, nahm auf eigene Kosten Flugunterricht und ersparte dem Militär so seine fliegerische Grundausbildung.

Im Herbst 1914 landete er mit seiner Maschine bei der Feldflieger-Ersatzabteilung 2 in Berlin-Adlershof. Trotz der Vorbehalte seiner Vorgesetzten schaffte er seine militärfliegerische Ausbildung und Prüfung. Er wurde zur Kampffliegerabteilung I nach Mannheim versetzt. Von dort kam er an die Verdun-Front zur Feldfliegerabteilung nach Cunel und wurde als Sperrflieger eingesetzt, wo der er das Eindringen französischer Flieger in das Hinterland verhindern sollte. Er wurde im Laufe des Ersten Weltkriegs unter anderem bei Metz eingesetzt. Nach erfolgreichen Einsätzen verlieh man ihm im Jahr 1916 das Flugzeugführerabzeichen und ein Jahr später den „Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf”, sowie das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse. Am 6. Mai 1917 wurde er zum Leutnant der Landwehr befördert. Bei seinem letzten Frontflug am 27. Juli 1917 stürzte er schwer verwundet nahe der Frontlinie ab und wurde ins Lazarett verbracht.

Im Jahr 1918 kehrte Wolff wieder genesen in das zivile Leben nach Hamburg zurück. Eine Konversion zum christlichen Glauben, die ihm mehrfach von Vorgesetzten nahegelegt worden war, um seine Laufbahn zum Offizier zu beschleunigen, hatte er immer abgelehnt.

Literatur


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jacob Wolff aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.