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Jakow Schaul Elischor

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Jakow Schaul Elischor

Jakow Schaul Elischor (auch Jacob Saul Elyashar und andere Schreibungen; geb. 1817 in Safed; gest. 1906), Sohn des Elieser Jerucham Elischor (Eliezer Jeroham Elyashar etc.), Verfasser des "Jissa Bracha", war ein sefardischer Rabbiner des 19. Jahrhunderts und sefardischer Oberrabbiner (Rischon LeZion) von Palästina.

Leben

Raw Jakow Schaul wurde in Safed geboren. Im Alter von nur sieben Jahren verlor er seinen Vater, nicht lange, nachdem sich die ganze Familie in Jerusalem niedergelassen hatte. Als er elf Jahre alt war, heiratete seine Mutter ein zweites Mal und zwar einen Jerusalemer Gadol namens Raw Binjamin Mordechai Nawon, den Verfasser des Bnei Binjamin. Der Gadol fühlte sich dem jungen Knaben völlig verpflichtet und lehrte ihn Schass und Posskim. Raw Jakow Schaul besass eine sehr schnelle Auffassungsgabe, sog die Tora förmlich in sich ein und konnte sich mit Gedolim messen, die viel älter waren als er selbst.

Seit 1853 war er Dajan in Jerusalem und wurde 1869 zum Aw Bet Din ernannt. Im Jahr 1893 wurde er sefardischer Oberrabbiner von Palästina in Jerusalem. Die Gedolim von Jeruschalajim, Raw Jehoschua Leib Diskin und Raw Schmuel Salant, nahmen beide an den Ernennungsfeierlichkeiten teil.

Schmuel Salant war zu dieser Zeit aschkenasischer Oberrabbiner von Palästina, und die beiden hatten ein sehr herzliches Verhältnis zueinander und kümmerten sich in konstruktivem Miteinander um alle den gesamten Jischuw betreffenden Angelegenheiten. Raw Jakow Schaul pflegte aber auch gute Kontakte zu den Regierungsbeamten jener Zeit und wurde nicht nur bei den Jehudim, sondern auch bei den Nichtjehudim äusserst geschätzt. Vom türkischen Sultan Abdul Chamid erhielt er eine Auszeichnung als Anerkennung seiner Arbeit.

Raw Elischor verfasste Tausende Responsen in Beantwortung von Fragen, die ihn aus aller Welt – sowohl von sefardischen wie auch von aschkenasischen Juden – erreichten.

Das Jerusalemer Viertel Givat Shaul wurde postum ihm zu Ehren nach seinem Namen benannt.

Sein Vorgänger war Raphael Meir Panigel, sein Nachfolger wurde Jacob Meir.

Anekdote mit Kaiser Wilhelm und der Zigarre

1898 (am 13. Cheschwan 5659) besuchte der deutsche Kaiser Wilhelm der Zweite Jerusalem. Es war Schabbat. Der Kaiser hatte eine grosse Gesandtschaft von Fürsten und Ehrenleuten dabei. Die Juden von Jerusalem und ihre Rabbanim mit einer Sefer Tora im Arm gingen hin, um den Kaiser in grosser Ehre und Aufwartung zu empfangen. Als sie den Kaiser sahen, sprachen sie die Bracha "Schechilek Mikewodo lebassar Wadam". Am Schabat-Nachmittag lud der Kaiser die Rabbanim und angesehenen Leute der Stadt ein, um am Bankett teilzunehmen. Der Kaiser, der von Raw Jakow Schaul Elischors feiner Art sehr beeindruckt war, trat näher zu ihm hin und händigte ihm persönlich eine Zigarre aus. Alle hielten den Atem an, was nun geschehen würde. Es war ja Schabbat. Zur Verwunderung aller Anwesenden liess Raw Jakow Schaul die Zigarre auf dem Tisch vor ihm liegen. Der Kaiser fragte ihn darauf in einem beleidigten Ton: "Rauchst du denn überhaupt nicht?" Raw Elischor antwortete ruhig: "Ich rauche, jedoch werde ich diese Zigarre, die ich von Ihnen persönlich erhalten habe, nicht im Feuer aufgehen lassen, sondern als wertvolles Geschenk, das ich vom erhabenen Kaiser höchstpersönlich bekommen habe, aufbewahren!" Der Kaiser freute sich über die Antwort des Raws und konnte die Weisheit von Raw Elischor erkennen. Der Kaiser zeichnete ihn danach mit einem ehrenvollen Schreiben aus, das noch bis heute erhalten ist.

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