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Jacob Hirsch

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Jacob Hirsch (geb. 17. Juni 1874 in Altenkunstadt; gest. 24. Juni 1955 in Paris) war ein deutsch-schweizerischer Numismatiker, Archäologe und Kunsthändler.

Leben

Hirsch bekam die Anregung zur Münzkunde von seinem Onkel Enrico in Rom. Dort studierte er am Deutschen Archäologischen Institut.[1]

1896 promovierte er an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Seine Dissertation behandelte Das so genannte Pactum Ottos I. vom Jahre 962, eine Übereinkunft zwischen Kirche und Staat, die zur Kaiserkrönung führte. „M. Jacques Hirsch“ aus der Münchner Reichenbachstraße 15 wurde am 26. September 1896 zum korrespondierenden Mitglied der königlich belgischen Gesellschaft für Münzkunde ernannt.[2]

Hirsch gründete in der Münchner Arcisstraße 17 in Sichtweite des Palais Pringsheim, der Antikensammlung und der Glyptothek ein Münzgeschäft, das 1905 bereits mehr als ein Dutzend Ausstellungskataloge vorgelegt hatte. Die „numismatische Handlung“ und das Antiquariat erfreuten sich eines „guten und allgemein geschätzten Namens“.[3]

Zu seinen Freunden gehörten die Archäologen Wilhelm Froehner, Theodor Wiegand und Paul Arndt. Am 15. Mai 1905 erschien der Auctions-Catalog einer „hochbedeutenden Sammlung griechischer Münzen aus dem Nachlasse eines bekannten Archäologen“. Das Werk stellte die fast fünftausend griechischen Münzen aus dem Nachlass von Athanasios Rhousopoulos vor. 58 Abbildungen zeigten die schönsten Stücke des bekannten Forschers und Sammlers.[4][5]

Neben den Münzen wurden bald griechische und römische Altertümer sowie hervorragende Werke aus Klassik, Mittelalter und Renaissance angeboten. Eine Galerie in der Rue Saint-Honoré in Paris an der Place Vendôme wurde eröffnet. Schon 1913 lud Hirsch Interessierte in New York zum Besuch der Ausstellungen im Münchner Hauptgeschäft und in der französischen Niederlassung.[6]

Sammler wie die Pennisi di Floristella im fernen Sizilien studierten die reich illustrierten, sorgfältig beschriebenen Angebote vom Münchner Königsplatz.[7]

Seit den 1920er Jahren belebten Sammler aus den Vereinigten Staaten den von Kriegsfolgen, Krisen und Inflation belasteten europäischen Kunstmarkt. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten kamen in der Folgezeit Antikenhändler wie Hirsch nach New York. Der griechische Archäologe Pierre Mavrogordato half ihm nach 1933, seine Sammlung aus Deutschland in Sicherheit zu bringen.

Der erste schweizerische Katalog aus dem Jahre 1921 wurde ein allgemein gültiges Nachschlagewerk der griechischen Münzkunde. Am 3. Juli 1933 erschien der sechzehnte Münzauktionskatalog, den Hirsch für seine in Genf am Quai du Mont Blanc ansässige Firma „Ars Classica“ als Experte betreut hatte.[8]

1939 übersiedelte er hierher und erwarb das Schweizer Bürgerrecht. Nach Kriegsende lag der Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der Rue Royale von Paris und dann auch in Übersee. 1950 firmierte er mit „Antiques“ in New York City in der 30 W. 54th Street. Zu seinen Kunden gehörte der vermögende Kunstliebhaber Calouste Sarkis Gulbenkian.

Hirsch wohnte im 12. Stock des Dorset Hotels in der Nähe des Museum of Modern Art. Er beriet das Metropolitan Museum und dessen Kuratorin Gisela M. A. Richter bei der Vervollständigung ihrer Sammlung und half junge Museen in Cleveland, Philadelphia, Washington und Kansas City aufzubauen.

Werke

  • Auctions-Catalog enthaltend antike Münzen in meist glänzender Erhaltung aus dem Besitze zweier hervorragender ausländischer Amateure, München 1901[9]
  • Auctions-Catalog einer bedeutenden Specialsammlung Griechischer Münzen von Hispania, Gallia, Italica, Sicilia, Carthago aus dem Besitze eines nordischen Sammlers, München 1906[10]
  • Auctions-Catalog einer schönen Sammlung Römischer Münzen einschliessend einen Fund Goldmünzen Constantins des Grossen und seiner Familie aus dem Besitze eines auswärtigen Architekten,

München 1908[11]

Literatur

  • L. Mildenberg: Totentafel: Dr. Jacob Hirsch † In: Schweizerische Numismatische Gesellschaft (Hrsg.): Schweizer Münzblätter, Heft 17, Oktober 1954, S. 105–107 (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Leo Mildenberg, Totentafel Jacob Hirsch, Schweizer Münzblätter, Basel 1955, S. 105ff. (Digitalisat)
  2. Revue Belge de Numismatique, Brüssel 1897, S. 139 (Digitalisat)
  3. Hans Lamm (Hrsg.): Vergangene Tage, Jüdische Kultur in München. München 1982, S. 294
  4. Herbert A. Cahn, Jacob Hirsch: Die Weltkunst, München, 1. September 1955, S. 7
  5. Hubert Lan: Auktionskatalog 134, Numismatische Bibliothek, München 2006, S. 28 (Digitalisat)
  6. American Art News, New York 15. Februar 1913, S. 1 (Digitalisat)
  7. Felice Saporita: Per la storia del Monetario Pennisi di Floristella, S. 310 (Digitalisat)
  8. Catalogue de Monnaies Antiques Grecques et Romaines, Genf 1933 (Digitalisat)
  9. Digitalisat
  10. Digitalisat
  11. Digitalisat


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jacob Hirsch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.