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Jack Reimer

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Jakob (Jack) Reimer (* 6. November 1918 in Friedensdorf (heute Chmelnyzkyj), Ukraine; † 3. August 2005 in Fort Lee, New Jersey) war ein KZ-Wächter im Zwangsarbeitslager Trawniki, der nach dem Krieg in die USA emigrierte und dort als Verkäufer und Restaurantmanager arbeitete.

Er wurde als Sohn von Mennoniten geboren. Reimer studierte Bibliothekswissenschaft, bevor er 1940 in die Sowjetische Arme einberufen wurde. Als Deutschland 1941 in die Sowjetunion einmarschierte, wurde Reimer von deutschen Truppen am 6. Juli 1941 gefangen genommen. Zwei Monate später wurde er in das Zwangsarbeitslager Trawniki verbracht, wo er zum KZ-Wächter ausgebildet wurde.

In der Zeit als KZ-Wächter war Reimer an der Auslöschung von jüdischen Ghettos in Polen beteiligt sowohl als Leiter als auch im Innendienst. Reimer erschoss einen Zivilisten, was später ausschlaggebend für seine Ausbürgerung war. 1944 erhielt er die War Meritorious Medal für seine Dienste. Reimer wurde 1945 zum Guard First Sergeant befördert.

1944 erhielt er aufgrund eines Erlasses von Adolf Hitler, dass alle Deutschen Truppen und Polizisten deutsche Staatsbürger werden, die Staatsbürgerschaft. 1952 suchte er um ein Visum für die USA an und wurde am 28. April 1959 US-Staatsbürger. Während seiner Zeit in den USA arbeitete Reimer als Wise potato Chip Verkäufer und als Restaurantmanager. Er lebte in Brooklyn. Nach seiner Pensionierung zog er nach Carmel und lebte bis zu seinem Tod in Fort Lee, New Jersey.

1980 wurde das erste Mal gegen Reimer im Zusammenhang mit dem Fall John Demjanjuk ermittelt. Im Zuge dieser Ermittlung wurden aber keine Fortschritte gemacht. Erst als 1992 die Sowjetunion zerfiel, machten Ermittler bedeutende Fortschritte. In diesem Jahr wurde vom Office of Special Investigations Anklage zur Ausbürgerung gegen Reimer erhoben. 1998 wurde diese vor einem Gericht verhandelt. Reimer wurde am 5. September 2002 ausgebürgert. Er legte Berufung gegen seine Ausbürgerung ein. Am 27. Januar 2004 wurde das Urteil vom United States Court of Appeals for the Second Circuit bestätigt. 2005 wollte die Regierung Reimer abschieben. Er war einverstanden damit, dass er zurück nach Deutschland verbracht werden sollte, verstarb aber vor der Abschiebung.

Literatur

  • Eric C. Steinhart: The Chameleon of Trawniki. Jack Reimer, Soviet Volksdeutsche, and the Holocaust. In: Holocaust and Genocide Studies, Bd. 23 H. 2 (2009), S. 239-262, doi:10.1093/hgs/dcp032

Weblinks


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