Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Jüdische Gemeinde Girona

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gasse Carrer de la Força im ehemaligen Judenviertel von Girona

Die Jüdische Gemeinde in Girona, der Hauptstadt der spanischen Provinz Girona in Katalonien, war im Mittelalter nach Barcelona die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Nordostspanien.

Geschichte

Die Juden, in der Blütezeit mehr als 700 Personen, wohnten ab 1160 in einem eigenen Viertel in der Alstadt von Girona, Call genannt. Im 15. Jahrhundert wurde es für sie zwingend, im Ghetto zu wohnen, das sich in der Carrer de la Força und den angrenzenden Gassen befand und sich bis zum Platz vor der Kathedrale Santa Maria erstreckte. Im jüdischen Viertel gab es drei Synagogen, ein rituelles Bad (Mikwe), eine Talmud-Torah-Schule für die Kinder aus armen Familien, ein Krankenhaus, ein Backhaus, ein Schlachthaus zum Schächten und eine Herberge für jüdische Besucher aus anderen Orten.

Im Zuge der Reconquista waren die Juden ab 1391 Verfolgungen ausgesetzt. Danach nahmen einige von ihnen den katholischen Glauben an oder zogen weg. Im Jahr 1492 wurden alle Juden aus dem Königreich Spanien vertrieben.

Friedhof

Der Friedhof der jüdischen Gemeinde befand sich im Norden der Stadt, auf dem Hügel Montjuich (Judenberg). Der Friedhof wurde nach der Vertreibung der Juden im Jahr 1492 zerstört, obwohl die Vertreter der jüdischen Gemeinde mit dem Adeligen Joan de Sarriera den Schutz des Friedhofs vereinbart hatten. Dieser ließ jedoch zu, dass die Grabsteine abgeräumt und für andere Zwecke wiederverwendet wurden.

Persönlichkeiten

Gedenken

Im ehemaligen jüdischen Ghetto von Girona, im Haus Nr. 8 der Carrer de la Força, gibt es seit dem Jahr 2000 ein Museum zur jüdischen Geschichte in Girona und Katalonien. Im gleichen Haus befindet sich auch das Institut d’Estudis Nahmànides, das eine Fachbibliothek unterhält und Forschungen zur jüdischen Geschichte Gironas betreibt.

Literatur

Martine Bertholet: Ruta Jueva – Route Juive – Jewish Route. Association Sources, Perpignan 2002, ISBN 2-9515937-2-4, S. 175−188.

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jüdische Gemeinde Girona aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. Hauptautor des Artikels (siehe Autorenliste) war Reinhardhauke. Weitere Artikel, an denen dieser Autor maßgeblich beteiligt war: 1.476 Artikel (davon 0 in Jewiki angelegt und 1.476 aus Wikipedia übernommen). Bitte beachten Sie die Hinweise auf der Seite Jewiki:Statistik.