Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

İznik

Aus Jewiki
(Weitergeleitet von Iznik)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis
İznik
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
İznik (Türkei)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Provinz (il): Bursa
Koordinaten: 40° 26′ N, 29° 43′ O40.42916666666729.721111111111Koordinaten: 40° 25′ 45″ N, 29° 43′ 16″ O
Einwohner: 22.610[1] (2010)
Telefonvorwahl: (+90) 224
Postleitzahl: 16860
Kfz-Kennzeichen: 16
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Kadri Eryılmaz (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis İznik
Einwohner: 44.314[1] (2010)
Fläche: 737 km²
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Kaymakam: Nurettin Kakillioğlu
Webpräsenz (Kaymakam):

İznik (griechisch Νίκαια, Nikaia; lateinisch Nicaea; deutsch Nicäa, Nikäa oder Nizäa) ist eine Stadt am İznik-See (türkisch İznik Gölü, griechisch Askania Limne) und ein Landkreis der Provinz Bursa in der Türkei.

Geschichte

Das antike und byzantinische Nikaia

Datei:Bronzemünze Nikaia Bithynia Rs.JPG
Bronzemünze aus Nicea z. Zt. Alexander Severus', mit Stadtnamen auf der Rückseite

Die Stadt in Kleinasien liegt in Bithynien, unweit von Konstantinopel und der früheren römischen Kaiserresidenz Nikomedia. Nikaia soll in der Frühzeit den Namen Elikore oder Ankore getragen haben. Antigonos I. Monophthalmos legte dort eine Kolonie Antigoneia an. Wohl um 301 v. Chr. gründete Lysimachos die Stadt neu und benannte sie nach seiner ersten Frau Nikaia. Einige Zeit später (282/281 v. Chr.) gelangte Nikaia an Bithynien und wurde ab 74 v. Chr. römisch, als dieses Königreich zu einer römischen Provinz wurde.[2]

Bedeutung erlangte Nikaia in der Spätantike durch die dort abgehaltenen ökumenischen Konzile:

Nikaia war die Hauptstadt des 680 erstmals urkundlich erwähnten Themas von Opsikion.

Die Stadt wurde 1077 von den Rum-Seldschuken erobert, welche hier ihre erste Hauptstadt einrichteten. Allerdings fiel dann im Jahr 1097 die Stadt nach einer Belagerung durch die Kreuzritter im Ersten Kreuzzug an Byzanz zurück, das die türkische Besatzung zur Kapitulation bewegen konnte, um auf diese Weise eine Plünderung durch die Kreuzfahrer zu vermeiden. Die Kreuzfahrer empfanden dieses Verhalten als Verrat.

1204, nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer des Vierten Kreuzzugs, wurde Nicäa von den aus Konstantinopel vertriebenen Byzantinern unter Kaiser Theodor I. Laskaris als provisorische Hauptstadt genutzt. Nicäa blieb aber der Hauptsitz des exilierten orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel. Das Reich von Nicäa setzte die byzantinische Tradition bis zur Rückeroberung Konstantinopels 1261 fort.


Die osmanische Stadt

Datei:Peacock dish Louvre K3449.jpg
Platte im Unterglasurmalerei im saz-Stil um 1550. Heute im Musée du Louvre, Paris.
Datei:Lefke Kapisi Iznik 932a.jpg
Das Lefke-Tor, ein Teil der Stadtmauern von Nikaia.
Datei:Nicaea theatre 990.jpg
Das Theater, restauriert von Plinius, aber wieder verfallen.

1331 fiel die Stadt an das Osmanische Reich.

Unter den Osmanen entwickelte sich İznik, neben Kütahya, zu einem überragenden Zentrum der Keramikproduktion (İznik-Keramik).

Sehenswürdigkeiten

Die gut erhaltene antike Stadtmauer mit ihren Toren, einige Kirchen sowie das römische Theater sind noch zu besichtigen. Es gibt ein großes Archäologisches Museum.

Das älteste Bauwerk ist die Kirche der Hagia Sophia aus dem 4. Jahrhundert. Hier wurde das siebte ökumenische Konzil abgehalten. Orhan I. baute sie in eine Moschee um, darin sind unter anderem Reste von Fresken und Mosaiken sowie eine stufenförmige Priesterbank (Synthronon) in der Apsis. Die Moschee war eine längere Zeit eine Ruine, bis sie nach Gründung der modernen Türkei in ein Museum umgewandelt wurde. Auf Initiative des stellvertretenden türkischen Premierministers – und Mitglieds der islamischen Regierungspartei AKPBülent Arınç wird das Hagia-Sophia-Museum seit November 2011 wieder als Moschee genutzt, obwohl die örtliche Stadtverwaltung dagegen protestierte.[3]

Verkehr

Von Istanbul aus erreicht man İznik am schnellsten über Yalova und Orhangazi, wobei die Seestraße landschaftlich reizvoll ist.

Literatur

Allgemeine Literatur
  • Katharina Otto-Dorn: Das islamische İznik. Istanbuler Forschungen 13. Berlin 1941.
  • Alfons Maria Schneider: Die römischen und byzantinischen Denkmäler von İznik-Nicaea. Istanbuler Forschungen 16. Berlin 1943.
  • Nicola Bonacasa: Nicaea (Iznik) Bithynia, Turkey. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton, N.J. 1976, ISBN 0-691-03542-3.
  • Reinhold Merkelbach: Nikaia in der römischen Kaiserzeit. Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften. Geisteswissenschaften. Vorträge, G 289. Opladen 1987, ISBN 3-531-07289-7.
  • Semavi Eyice: Iznik. Tarihçesi ve eski eserleri - The history and the monuments of İznik-Nicaea. Istanbul 1988. (türk.-engl.).
  • Clive Foss: Nicaea, a byzantine capital and its praises. With the speeches of Theodore Laskaris in praise of the great city of Nicaea and Theodore Metochites Nicene Oration. Brookline, Ma. 1996, ISBN 0-917653-48-3.
  • Bedri Yalman: Nicea. In: Enciclopedia dell’Arte Antica, Classica e Orientale Secondo Supplemento 1971-94 Bd. IV. Rom 1996, S. 8-11.
  • Isıl Akbaygil, Halil İnalcık, Oktay Aslanapa (Hrsg.): İznik throughout history. Istanbul 2003, ISBN 975-458-431-1.
Stadtmauer
  • Alfons Maria Schneider, Walter Karnapp: Die Stadtmauer von İznik (Nicaea). Istanbuler Forschungen 9. Berlin 1938.
  • Clive Foss, David Winfield: Byzantine fortifications. An introduction. Pretoria 1986, ISBN 0-86981-321-8, S. 79-120.
Hagia Sophia
  • Sabine Möllers: Die Hagia Sophia in İznik, Nikaia. Alfter 1994, ISBN 3-929742-32-2.
  • Michael Altripp: Überlegungen zum Synthronos der Hagia Sophia in İznik-Nikaia. in: Byzantinische Zeitschrift 92 (1999) S. 448-454.
Koimesiskirche (1922 zerstört)
  • Oskar Wulff: Die Koimesiskirche in Nicäa und ihre Mosaiken. Straßburg 1903.
  • Theodor Schmit: Die Koimesis-Kirche von Nikaia. Das Bauwerk und die Mosaiken. Berlin 1927.
  • Urs Peschlow: Neue Beobachtungen zur Architektur und Ausstattung der Koimesiskirche in İznik. in: Istanbuler Mitteilungen 22 (1972) S. 145-187.
Antike Inschriften

Weblinks

 Commons: İznik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 10. August 2011
  2. Karl Strobel: Nikaia [5]. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 8, Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01478-9. N. Bonacasa: Nicaea (Iznik) Bithynia, Turkey. In: The Princeton encyclopedia of classical sites. Princeton University Press, Princeton 1976 (online). Vorlage:SmithGRG
  3. Streit um die Hagia Sofia in Nizäa - Historisches Gebäude der frühen Christenheit in der Türkei wurde Moschee. In: Deutschlandfunk, "Tag für Tag: Aus Religion und Gesellschaft", 13. Dezember 2011

Vorlage:Navigationsleiste Landkreise der Provinz Bursa


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel İznik aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.