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Itzig (Schimpfwort)

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Der Ausdruck Itzig ist veralteter mundartlicher Scherzname, der sowohl einen Schlauberger oder auch einen Vorgesetzen bezeichen kann, aber vor allem auch als abwertendes Kollektivum für Juden gebraucht wurde/wird.[1]

Herkunft und Bedeutung

Der Ausdruck ist abgeleitet vom jüdischen Vor- und Familienname Jitzchak (Isaak), der umgangssprachlich im Jiddischen häufig zu Itzik verkürzt wurde. Das Wort bezeichnete zunächst nicht nur Juden, sondern insgesamt Menschen, die Ziel von Spott wurden. In Wendungen wie narrischer Itzig, krummer Itzig oder scheeler Itzig zeigt sich allgemein die verspottende Bedeutung für als dumm, faul oder körperlich eingeschränkt geltende Personen. In der hessischen mundartlichen und satirischen Literatur wurde der bekannte Familienname bereits häufig als Personenname und Synonym für Juden verwendet, galt aber insbesondere im Schwäbischen bereits als geringschätzig und verächtlich.[2]

Der Itzig-Typus gehörte zum festen Repertoire des Antisemitismus in Literatur und Publizistik und lässt sich in zahlreichen Witzen, Karikaturen, Spottversen, Lieder und Büchern nachweisen.[3] In antisemitischer Propaganda im 19. Jahrhundert war der Begriff als Schmähung gebräuchlich und kam verstärkt in Hetzschriften und auf Plakaten zum Einsatz.[4] In der Zeit des Nationalsozialismus gehörte Itzig zu den stigmatisierenden Namenszusätzen.[5] Nach der NS-Machtübernahme wurde das Steoreotyp zunächst massiv propagandistisch eingesetzt, trat aber nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und Ausweitung der Judendeportationen in den Hintergrund und wurde zunehmend von Begriffen wie Juda oder All-Juda abgelöst, die den "„jüdischen Weltfeind“ darstellten, der mit allen Mitteln bekämpft werden müsse.[3]

Einzelnachweise

  1. Hans Peter Althaus: Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft. C.H.Beck, 2010, S. 93
  2. Hans Peter Althaus: Mauscheln: Ein Wort als Waffe. Walter de Gruyter, 2002, S. 257ff
  3. 3,0 3,1 Konrad Kwiet: Itzig. In: Wolfgang Benz: Handbuch des Antisemitismus: Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 3, Walter de Gruyter, 2010, S. 139-141
  4. Uffa Jensen: Gebildete Doppelgänger: bürgerliche Juden und Protestanten im 19. Jahrhundert. Vandenhoeck & Ruprecht, 2005, S. 271
  5. Monika Schwarz-Friesel, Jehuda Reinharz: Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert. Walter de Gruyter, 2012, S. 175


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