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Italianità

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Der Begriff Italianità („Italianität“) kam während des 19. Jahrhunderts im Zuge des Risorgimento in den Reihen der panitalienischen Bewegung auf. Er postulierte eine genuine gesamtitalienische Identität. Italianità umfasst das Wesen, die Art, die Natur und den Charakter Italiens und der Italiener.

Der Begriff war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Bedeutung unter anderem auf den Gebieten der Kunst und Architektur bei der Herausbildung eines eigenen italienischen Zuganges zur Moderne.

Eine besondere Rolle spielte das Schlagwort Italianità in der Zeit des Faschismus bei der zwangsweisen Italianisierung der nach dem Ersten Weltkrieg einverleibten Gebiete mit nicht-italienischer Bevölkerungsmehrheit (zum Beispiel Südtirol).

Im Italien der Nachkriegszeit ist der Gebrauch des Schlagwortes zurückgegangen. Allerdings wurde es durch den ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wieder häufiger benutzt. Dieser hatte unter anderem während der Sanierung bzw. dem Verkauf der Fluggesellschaft Alitalia immer wieder betont, dass es wichtig sei für Italien, eine nationale Fluggesellschaft zu haben. Dabei verwendete Berlusconi den Begriff der Italianità. Im Wahlkampf des Jahres 2008 verhinderte er so unter anderem eine komplette Übernahme der Fluggesellschaft durch die Air France.

In der Schweiz hat Italianità noch eine positive Bedeutung erhalten. Sie ist Ausdruck italienischer Lebensart und Lebensfreude, des Dolce Vita geworden, die durch die eingewanderten Italiener seit 1960 und durch Ferien der Schweizer in Italien, Einzug gehalten haben. Typische Beispiele italienischer Alltagskultur sind Gerichte wie Pasta und Pizza, Trinken von Kaffee (Espresso, Cappuccino) und Wein, Musik von Eros Ramazzotti, Zucchero, Laura Pausini, Tiziano Ferro und Gianna Nannini, Motorräder wie die Vespa von Piaggio und Autos von Fiat und Alfa Romeo.[1]

Literatur

  • Gualtiero Boaglio, Italianità. Eine Begriffsgeschichte, Wien, Praesens, 2008, ISBN 978-3706905138
  • Reinhold R. Grimm, Peter Koch, Thomas Stehl, Winfried Wehle: Italianità. Ein literarisches, sprachliches und kulturelles Identitätsmuster. Gunter Narr Verlag, 2003, ISBN 978-3-8233-5853-4.
  • Klaus Tragbar: ‚Romanità‘, ‚italianità‘, ‚ambientismo‘ – Kontinuität und Rückbesinnung in der italienischen Moderne. Vortrag in: Bericht über die 42. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung vom 8. bis 12. Mai 2002 in München S. 72–83 (PDF, 8.4 MB)

Einzelnachweise

  1. Migros Magazin 3. August 2015


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Italianità aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.