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Israel Lerner

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Israel Lerner (Abbildung aus seiner in Hebräisch erschienenen Autobiographie)

Israel Lerner (geb. 15. Oktober 1925 in Szczekociny; gest. am 6. Dezember 2015 im Kibbuz Netzer Sereni) war ein Überlebender der SHOA (KZ Buchenwald, Außenlager Berga, Todesmarsch im April 1945) und Zeitzeuge der Judenverfolgung.

Leben

Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Kibbuz Netzer Sereni. Das hebräische Wort 'Netzer' bedeutet Spross und wurde aus Jesaja 11,1 übernommen. Mit dem besonderen Ortsnamen wird sowohl an Enzo Sereni, Opfer der SHOA, der in Dachau ermordet wurde, erinnert, als auch eine Hoffnung auf eine positive Zukunft gemäß der Prophetie von Jesaja zum Ausdruck gebracht. Das Logo des Kibbuz stellt einen Stamm eines abgeholzten Baumes dar, aus dem ein neuer Sproß mit grünen Blättern heranwächst. (Siehe auf der Buch-Titelseite unten.)

Bis kurz vor seinem Tod legte Israel Lerner Zeugnis ab über die Schreckenstaten der Nazi-Zeit. U. a. gab er der Shoah-Foundation ein Interview.

Seine Erlebnisse während der Shoa hat er ausführlich in einem Interview beschrieben, das in Buchform unter dem Titel עדויות מגיא צלמות (Zeugnisse aus dem Tal des Todes, Oranim-Verlag in Kooperation mit Yad Vashem, 1998) herausgegeben wurde. 1981 hat Herr Lerner bei der Organisation des Welttreffens von SHOA-Überlebenden im Kibbuz Netzer Sereni maßgeblich mitgewirkt.

Seit der Kibbuz-Gründung am 18.6.1948 hatte Herr Lerner mehrere zentrale Funktionen im Kibbuz inne. So war er für Jahrzehnte der gewählte Finanzleiter des Kibbuz sowie Finanzleiter der bekannten Kibbuz-eigenen Netzer Sereni Metal Works, ein führender Hersteller von Lastwagen-Anhängern in Israel. Zu seiner Zeit hat der Kibbuz weltklasse Panzeranhänger für die Israelische Armee produziert, die sogar die 62 Tonnen schweren israelischen Merkawa-Panzer ziehen können. Die tausenden Fracht-Container der Firma ZIM, die im Kibbuz hergestellt wurden, sieht man bis heute weltweit unterwegs.

Als Projektleiter und Vorsitzender der Kibbuz-Bau-Kommission hat Herr Lerner neue, innovative architektonische Akzente u. a. beim Bau des neuen Kibbuz-Speisesaals (ein Saal mit Tischen und Sitzen für 1000 Personen, ohne eine einzige tragende Säule, die die freie Sicht bei Veranstaltungen stören würde) gesetzt. Dadurch sind alle Plätze im Saal gleichwertig, was der sozialen Kibbuz-Ideologie entspricht. Der unter Lerners Leitung gebaute, moderne, mit Eichenfurnier-Wänden dekorierte Konzertsaal mit fast 700 Sitzplätzen bietet eine exzellente Akustik und zieht Künstler aus ganz Israel an, ihre Konzerte dort abzuhalten. Unter der Leitung von Herrn Lerner wurde die Kibbuz-Sporthalle zum Gedenken von Yoram Wassermann sel.A. erbaut, der im Jom-Kippur-Krieg im Oktober 1973 als Soldat beim Kampf auf dem Berg Hermon auf dem Golan gefallen war.

Ab 1980 leitete Herr Lerner den Export des innovativen medizinischen Geräts Rhinoterm Ultra zur Behandlung des viralen und allergischen Schnupfens, das medikamentfrei und daher rezeptfrei für die Patienten/Kunden weltweit zur Verfügung steht. Der Kibbuz hat früher unter Lerners Leitung Rhinotherm-Geräte sogar in die USA und nach Japan exportiert. Die wissenschaftliche Grundlage für die Behandlung lieferte der französische Nobelpreisträger André Lwoff vom Pasteur-Institut in Paris. Für die ersten Modelle des Rhinotherms hat der Kibbuz mit dem benachbarten Weizmann-Institut für Wissenschaften kooperiert.

Weblinks

Bilder und Scans


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