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Königreich Israel

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Dieser Artikel behandelt das geeinte israelitische Reich um 1010–926 v. Chr. Zum aus der israelitischen Reichsteilung 926 v. Chr. hervorgegangenen Teilreich Israel siehe Nordreich Israel.

Das Königreich Israel existierte nach biblischer Überlieferung von etwa 1010 v. Chr. bis 926 v. Chr., unter den Königen Saul, David und Salomo. Es soll sich später in das Nordreich Israel und das Südreich Juda aufgeteilt haben.

Biblische Beschreibung

Die Israeliten bildeten nach dem biblischen Zeugnis erst spät, um 1010 v. Chr., ein geeintes Königreich. Der erste König war Saul, der jedoch nur den Norden wirklich beherrschte und im Kampf gegen die Philister am Gilboa fiel. Sein Sohn Isch-Boschet herrschte nur für kurze Zeit über die nördlichen Stämme Israels. Nach ihm fiel ganz Israel an König David aus dem Stamm Juda im Süden. Er eroberte nach der Beschreibung der Bibel zahlreiche benachbarte Länder (u. a. Edom, Moab, Aram-Damaskus) und wählte als Hauptstadt Jerusalem.

Sein Sohn Salomo führte das Reich auch innenpolitisch zu einer Blütezeit. Allerdings fiel Israel nach seinem Tod 926 v. Chr. auseinander: Die nördlichen Stämme wollten den König aus dem Süden, der sie offensichtlich dem südlichen Stamm Juda gegenüber benachteiligt hatte, nicht und fielen daher von Salomos Sohn Rehabeam ab. Der Süden bildete seitdem das Reich Juda, der Norden das Nordreich Israel.

Das Stammesgebiet des Volkes Juda umfasste während Sauls Herrschaft die Gebiete nördlich des Negev mit den Städten Beerscheba, Ziklag und Hebron und grenzte im Norden an die Stadt Jerusalem. Als südlicher Teil des Staates (Stammesgebiete von Benjamin und Juda) bildete es zusammen mit dem Nordteil (zehn Stämme) eine Personalunion. Im Nordteil galt ein Wahlkönigtum, im Südteil herrschte eine Erbmonarchie, so dass der jeweilige Königssohn aus dem Süden im Norden per Wahl bestätigt werde musste. Als neuer König machte David die ehemals jebusitische Stadt Jerusalem zur Hauptstadt seines Stammlandes Juda und zunächst seines ganzen Herrschaftsgebietes.

Nach der Herrschaft von Davids Sohn Salomo versagten die Ältesten der zehn nördlichen Stämme dessen Sohn Rehabeam ihre Stimme, und die Personalunion brach um 930 v. Chr. in zwei Teile auseinander: Aus dem Kernland der Davididen entstand das Reich Juda, der Rest im Norden bildete das Nordreich Israel. Das Reich Juda behielt Jerusalem als Hauptstadt und umfasste das alte Gebiet des namengebenden Stammes und das kleinere Gebiet des Stammes Benjamin.

Die Bibel begründet diese Entwicklung in folgender Weise: Nach Salomos Tod um 927 v. Chr. folgte ihm sein Sohn Rehabeam auf den Thron in Jerusalem, doch während eines Treffens in Sichem kündigte der Nordteil des alten Reiches dem neuen König die Gefolgschaft, weil der Nordteil des Reiches lange ausgebeutet worden war. Nun rief Israel mit Jerobeam I. einen eigenen König aus und die Hauptstadt wurde Samaria. Israel hatte eine stärkere Position als Juda, weil seine Bevölkerung viermal so groß wie die von Juda war und zudem über die fruchtbaren Ebenen (heute Jesreelebene) und zahlreiche Städte verfügte.

Historische Fragen

Ob das Reich in der von der Bibel beanspruchten Ausdehnung existierte, ist in der Geschichtswissenschaft umstritten.[1] Insbesondere fehlen Hinweise dazu in damals zeitgenössischen Dokumenten. Aufgrund der von der Bibel behaupteten Größe dieses Reiches wäre zu erwarten, dass sich dafür zumindest Spuren in ägyptischen oder anderen nahöstlichen Schriftdokumenten finden ließen.

Sowohl von der Landesnatur, wie der sonst im Vergleich zur Küstenzone spärlichen belegten Zivilisation und Besiedlung im Bergland um Jerusalem und der Abwesenheit wichtiger Handelsrouten her, ist zudem nur schwer verständlich, wieso sich die Hauptstadt eines machtmäßig so bedeutenden Reiches gerade im wirtschaftlich schwachen sowie verkehrs- und handelsmäßig ungünstig gelegenen judäischen Hügelland befunden haben soll.

Ebenso existieren keine unzweifelhaft auf Saul, David oder Salomo zurückgehenden archäologischen Funde. So werden die früher von der biblischen Archäologie König Salomo zugeschriebenen Strukturen in Hazor und Megiddo neben den vorhandenen kanaanitischen Resten als Bauten des israelitischen Teilreiches der Omriden aus dem 9. Jahrhundert vor Christus gedeutet und nicht als Bauten des 10. Jahrhunderts. Definitive C-14-Analysen zur exakten chronologischen Datierung dieser Strukturen wurden bisher noch nicht publiziert. Auch die terrassenförmigen Strukturen in Jerusalem selbst werden allgemein als jebusitische Bauten gedeutet und nicht als Bauten Davids oder Salomos. Kanaanitische Kleinkönigreiche wie von Uruschalim werden aber in den Amarnabriefen bestätigt und unterliegen daher keinen historischen Zweifeln.

Siehe auch

Literatur

  • Herbert Donner: Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in Grundzügen. Grundrisse zum Alten Testament. Bd 4/1, 4/2. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3525516649
  • Israel Finkelstein/Neil A. Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel, H. C. Beck, München 2002
  • Shlomo Sand: Die Erfindung des jüdischen Volkes. Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand. Propyläen, Berlin 2010, ISBN 3-549-07376-3

Einzelnachweise

  1. vgl dazu Finkelstein/Silberman (2002)

Weblinks


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