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Isch-Boschet

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Person

Isch-Boschet (hebr.איש בושת‎ „Mann der Schande“) war einer von den Söhnen des Königs Saul und wurde nach dessen Ableben von Abner zum Nachfolger auf dem Königsthron von Israel erklärt (ca. 1000 v. Chr.; 2 Sam 2,8 EU). Gleichzeitig wurde von einer anderen Partei David zum König erhoben (2 Sam 2,12 EU). Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Parteien und nach einer kurzen Regierungszeit von maximal zwei Jahren wurde Isch-Boschet von seinen eigenen Gefolgsleuten umgebracht (2 Sam 4,5 EU). Diese wollten mit ihrer Tat die Gunst Davids gewinnen, erreichten aber das Gegenteil: David bezeichnete seinen politischen Gegner Isch-Boschet als einen „gerechten Mann“, distanzierte sich vom Mord, ließ die beiden Mörder hinrichten und Isch-Boschets Haupt, das ihm überbracht worden war, ehrenvoll bestatten.

Name

Isch-Boschet ist eine abwertende Bezeichnung und nicht der richtige Name dieser Person (Saul hätte einen Sohn und möglichen Thronfolger nicht „Mann der Schande“ genannt). Der richtige Name von Isch-Boschet ist durch einige Septuaginta-Handschriften überliefert und lautet Isch-Baal (griech. Εισβααλ, hebr.איש בעל‎ „Mann/Anhänger Baals“).

Dass Saul seinen Sohn nach der kanaanäischen Gottheit Baal genannt hatte, zeigt: König Saul verehrte nicht nur Jahwe, sondern auch Baal. Den Abschreibern des hebräischen Textes war dies im Sinne der nach längeren Kämpfen (1 Kön 18 EU) etablierten Alleinverehrung Jahwes durch Israel (Dtn 6,5 EU) ein Ärgernis, und daher entstellten sie den Namen zu Isch-Boschet.


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