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Isaak Benrubi

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Isaak Benrubi (geb. 24. Mai 1876 in Thessaloniki, Ottomanisches Reich; gest. 1943 in Genf, Schweiz) war ein Philosoph jüdischer Abstammung aus der seinerzeit osmanischen Stadt Thessaloniki. Er setzte sich in seiner Arbeit gegen die konventionelle Begriffsunterscheidung von "Subjekt" und "Objekt" in der Erkenntnistheorie zu wehr, und proklamierte die Realität sei vielmehr nur durch Beides gemeinsam, Subjekt und Objekt zugleich, existent: "Ich kann nicht ohne das Universum existieren, weder kann das Universum ohne mich existieren".

Biographie

Benrubi wurde 1876 in Thessaloniki, im Osmanischen Reich geboren. Er stammte aus einer alten Familie von Rabbi s und derselben jüdischen Gemeinde mit portugiesischen Wurzeln, der auch Spinoza in Amsterdam angehörte. Benrubi studierte Philosophie und erhielt seine Ausbildung in Jena, Berlin und Paris von 1898 bis 1914.

1904 verfasste er seine Doktorarbeit in Deutsch, unter der Betreuung seines Mentors Rudolf Eucken, über "Jean-Jacques Rousseaus ethisches Ideal" . Laut Benrubi sei Rousseau die Quelle für alle deutsche Philosophie, von Kant bis Nietzsche, und geistiger Vater der großen Dichter Goethe, Schiller und Hölderlin. 1914 nahm er am 2. Kongress der Philosophie in Genf teil, wo er sich schließlich niederließ, um an der dortigen Hochschule bis zu seinem Tod die Geschichte der Europäischen Philosophie zu lehren. Zwischen 1927 und 1933 wurde er von der Preußischen Regierung nach Bonn berufen, um französische Philosophie zu lehren. Diesen Lehrauftrag verstand Benrubi als kulturelle Mission die geistigen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland zu fördern.

Benrubi versucht in seinem Werk über den Agnostizismus und die Ängstlichkeit moderner, philosophischer Reflexion hinauszugehen, indem er eine Brücke zwischen dem Selbst und die Dinge der Außenwelt setzen will, um das spekulative und praktische Denken wieder zusammen zu führen und den Dualismus abzuschaffen. Er versucht das Universum als Ganzes zu begreifen: terrestrische Einheit, Solidarität unter den Lebenden, die die Existenz einer universalen, menschlichen Rasse erkennt und vereint in seiner Vielfalt zusammen einem moralischem Wert verfolgt: Der natürlichen Pflicht einer kosmischen und menschlichen Solidarität zu folgen.

In einer zweiten Arbeit studierte Bendrubi tiefgründig die großen Bewegungen der Moralphilosophie in einem über 600 Seiten langen Manuskript, das in der Genfer BPU archiviert ist (Bibliothèque publique et Universitaire) und die grundlegenden Ideen der großen Skeptiker, Utilitaristen und Relativisten miteinander vergleicht und im Detail untersucht - Ausgehend von den griechischen Sophisten zu Max Srirner und Herbert Spencer, über Montaigne, Blaise Pascal, La Rochefoucauld, bis zu Helvétius, und u.a. noch (J. H. Zeilberger).

Werke

  • J. J. Rousseaus ethisches Ideal, 1904
  • Contemporary thought of France, 1926
  • Philosophische Strömungen der Gegenwart in Frankreich, 1928
  • Les sources et les courants de la philosophie contemporaine en France, 1933

Literatur

  • S. H. Bergmann, Eintrag in der Encyclopedia Judaica, IV, Jerusalem, p. 546.
  • H. Reverdin, "Isaac Benrubi" in Annales de la Societe J.J. Rousseau, 1943.
  • J. H. Zeilberger, "Isaac Benrubi, Juif fidele, patriot genevois, cosmopolite fervent", das Manuskript liegt in der Bibliothèque Public et Universitaire de Genève, 1981. (Cote BPU BVM 282).


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