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Isaac Neumann

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Isaac Neumann

Isaac Neumann (geb. 1922 in Polen) ist ein amerikanischer Rabbiner, der als erster Rabbiner 1987 in die DDR eingeladen wurde, um in Ost-Berlin zu amtieren, aber nach kurzer Zeit das Land wieder verliess.

Isaac Neumann wurde 1922 im polnischen Zdunska-Wola geboren. Unter den Nazis verlor er seine gesamte Familie. Er selbst überlebte Auschwitz, Mauthausen und andere deutsche Konzentrationslager. 1945 emigrierte er in die Vereinigten Staaten. Daß ausgerechnet ein Mann wie er in die DDR kam, wirkte wie eine Geste der Versöhnung.

Sehnsüchtig hatte die Gemeinde ihn erwartet. Immerhin hatte es 22 Jahre lang keinen Rabbiner in der DDR gegeben. Die Mitgliederzahlen waren geschrumpft. Aber dann gab es, wenn auch sehr spät, zunehmend auch unter jüngeren Juden ein neues Interesse am Glauben ihrer Vorväter.

Vielleicht waren die Erwartungen zu groß. Schon bald begann es zwischen dem Rabbiner und der Gemeinde zu kriseln. Der Rabbiner fühlte sich vom Vorstand in seiner Arbeit eingeengt, wollte mehr Öffnung der Gemeinde, als es manchem lieb war. Am Ende stand das Zerwürfnis. Der Rabbiner warf zwar dem DDR-Staat antisemitische Israel-Berichterstattung vor, Schuld an seinem Weggang gab er jedoch dem Gemeindevorstand, dem er vorwarf, er habe seine Post geöffnet und seine Predigten kürzen wollen. Gemeindemitglieder hingegen sagten dem Rabbiner nach, er interessiere sich für nichts außer sich selbst.

Rabbiner Neumann hat nach seinem Weggang aus der DDR in den Vereinigten Staaten jahrzehntelang erfolgreich gewirkt und hat viele Ehrungen erhalten. Aktuell ist er Emeritus am Sinai Temple in Champaign-Urbana in Illinois.