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Irina Maloson

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Irina Maloson (russisch Ирина Maлозон) (*(Datum und Ort unbekannt, wahrscheinlich Zukli); gest. (Datum unbekannt) in der Region von Zukli im Kreis Kholmensk / Tschernigow) war eine russische Partisanin, die als Widerstandskämpferin gegen die deutsche Wehrmacht und den Nationalsozialismus kämpfte.

Leben

Irina Maloson war Mitglied der kommunistischen Jugendorganisation Komsomol und arbeitete mit bei dem Druck und der Verteilung von Manifesten, die zum Widerstand gegen die deutsche Wehrmacht aufriefen. Irina Maloson, die als Kurier bei den Geheimgruppen im Gebiet von Zukli tätig war, wurde von Soldaten der Wehrmacht festgenommen und erschossen. Kurz vor ihrem Tod schrieb sie an ihren Onkel einen Abschiedsbrief, der in dem Sammelband Lettere di condannati a morte della Resistenza Europea | Letzte Briefe zum Tode Verurteilter aus dem europäischen Widerstand, veröffentlicht ist. [1]

Der italienische Komponist Luigi Nono wählte aus dem Sammelband für den Text seines 1956 geschriebenen Chorwerkes Il canto sospeso zehn Abschiedsbriefe - unter anderem auch den Brief von Irina Maloson.[2]

Der Abschiedsbrief von Irina Maloson:

„Lieber Onkel, Ich habe keine Angst vor dem Tod, es tut mir bloß leid, nur so kurz gelebt und wenig für mein Land getan zu haben . . . Onkel, jetzt habe ich mich ans Gefängnis gewöhnt, ich bin nicht allein, wir sind viele. Onkel, deswegen habe ich keine Angst vor dem Tod. Sag Mutter, sie soll nicht weinen. Ich hätte ohnehin nicht lange mit ihr gelebt. Ich hatte meinen Weg. Mutter soll das Geld verstecken, sonst stehlen es die Deutschen Leb wohl, Deine Nichte Irina“

Der Brief ist zusammen mit 17 weiteren Abschiedsbriefen aus dem Sammelband auf einer der Tafeln der Gedenkstätte Monumento alla Resistenza Europea in Como zur Erinnerung an den europäischen Widerstand gegen das NS-Regime dokumentiert.[3]

Übersetzungen des Briefes in mehreren Sprachen finden sich in dem interaktiven italienischen Portal Canzoni contro la guerra[4].

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lettere di condannati a morte della Resistenza Europea | Letzte Briefe zum Tode Verurteilter aus dem europäischen Widerstand, herausgegeben von Piero Malvezzi und Giovanni Pirelli, Vorwort von Thomas Mann – Steinberg-Verlag Zürich 1955, S. 547
  2. Basis des Textes der Komposition Nonos sind ferner die in dem Sammelband veröffentlichten Abschiedsbriefe von Anton Popov (Bulgarien), Andreas Likourinos (Griechenland), Eleftherios Kiossès (Griechenland], Konstantinos Sirbas (Griechenland), Chaim (Sedsiszow - Galizien) (Polen), Esther Srul (Polen), Ljubow Grigorjewna Schewzowa (UdSSR), Eusebio Giambone (Italien) und Elli Voigt (Deutschland).
  3. Gedenkorte Europas - Gedenkstätte Como
  4. Lettere


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