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Irena Dodalová

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Irena Dodalová (geb. 29. November 1900 in Prag als Irena Rosnerová, Österreich-Ungarn, heute Tschechien; gest. Juli 1989 in Buenos Aires, Argentinien) war eine tschechoslowakische Theater- und Filmregisseurin, Drehbuchautorin, Pädagogin und Filmproduzentin.

Leben

Über die frühen Jahre Dodalovás ist wenig bekannt. Sie wuchs in einer orthodox-jüdischen Familie auf. In erster Ehe war sie mit einem Leo Leschner verheiratet und nannte sich zunächst Irena Leschner. 1933 gründete sie in Prag mit Karel Dodal, seit 1935 ihr zweiter Ehemann, das erste tschechische Atelier für Trickfilme „IRE film“. Der Output dieser Firma umfasste unter anderem die Kurzfilme Das Spiel der Seifenblasen und Die Idee sucht das Licht. Insgesamt 30 kurze Werbe- und Avantgardefilme der „IRE film“ entstanden in dieser Zeit. 1938 versuchte das Ehepaar, in Paris weiterhin Kurzfilme herzustellen, scheiterte aber. Während Dodal zum Jahresende 1938 in die Vereinigten Staaten ausreiste, kehrte seine Frau in die tschechoslowakische Hauptstadt zurück, in die im März 1939 die deutsche Wehrmacht inmarschierte („Zerschlagung der Rest-Tschechei“). In Prag fand Irena Dodalová Beschäftigung in einem Fotoatelier.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Irena Dodalová von der deutschen Besatzungsmacht wegen des Verdachts der Spionage für die Vereinigten Staaten verhaftet und am 20. Juni 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort arbeitete sie in der Landwirtschaft und in der Glimmerverarbeitung. Im Herbst (Oktober/November) desselben Jahres erhielt sie von der Lagerverwaltung in Gestalt von SS-Hauptsturmführer Otto den Auftrag, einen pseudodokumentarischen Kurzfilm unter dem Titel „Theresienstadt 1942“ herstellen. Ihr zur Hand ging der gleichfalls in Theresienstadt internierte, tschechische Schauspieler Hans Hofer. In dem recht amateurhaft ausgefallenen Film zu sehen sind unter anderem der Schauspieler Karel Švenk, der Puppenspieler Otto Neumann und die Tänzerin Kamila Rosenbaumová. Der Film gilt als verloren, Szenen aus dem Streifen wurden aber 1994 in der Filmoteka Narodowa in Warschau entdeckt. Wie Dodalová nach dem Krieg in einem Brief an ihren Mann behauptete, habe sie bei ihrer Freilassung 1945 eine Reihe von Aufnahmen aus dem Lager herausschmuggeln können und sie später dem Prager Kriegsarchiv übergeben.

Irena Dodalová gab während ihrer Haftzeit darüber hinaus Lesungen zum Thema Trickfilmherstellung und stellte auch kurze Theaterstücke auf die Beine. Dabei arbeitete sie unter anderem mit dem Komponisten Viktor Ullmann und dem später nach Auschwitz deportierten Sohn des nach England geflohenen Filmmanagers Julius Außenberg, Adolf Außenberg, zusammen. Am 5. Februar 1945 kam Irena Dodalová im Rahmen eines vom Roten Kreuz ausgehandelten Deals frei und durfte, als eine von insgesamt etwa 1200 Häftlingen, in die Schweiz ausreisen.

Irena Dodalová ging daraufhin noch im selben Jahr in die Vereinigten Staaten, wo sie mit dem 1946 in New York erschienenen Buch The Black Book. The Nazi Crime against the Jewish People ihre in Theresienstadt gesammelten Erlebnisse verarbeitete. Bis 1948 produzierte sie in New York weitere Trickfilme. Noch im selben Jahr wanderte Irena Dodalová nach Argentinien aus. In Buenos Aires stellte sie Filme über Ballett und Folklore her, gab Unterricht und leitete Theaterseminare.

Filmografie (Auswahl)

  • 1936: Hra bublinek (Kurzfilm, Regie, Kamera)
  • 1938: Myslenka hledající svetlo (Regie, Kurzfilm)
  • 1942: Theresienstadt 1942 (Pseudodokumentarfilm, Regie, Drehbuchmitarbeit, Auftritt)

Literatur

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Irena Dodalová aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.