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Invasion in der Schweinebucht

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Invasion in der Schweinebucht
Teil von: Kalter Krieg
Lage der Schweinebucht (Playa Girón) auf Kuba
Lage der Schweinebucht (Playa Girón) auf Kuba
Datum 17. April 1961 – 19. April 1961
Ort Schweinebucht, Südkuba
Ausgang Sieg Kubas
Konfliktparteien
Flag of Cuba.svg Kuba Flag of the United States.svg USA
Flag of Cuba.svg Exilkubaner
Befehlshaber
Flag of Cuba.svg Fidel Castro
Flag of Cuba.svg José Ramón Fernández
Flag of Cuba.svg Juan Almeida Bosque
Flag of Cuba.svg Che Guevara
Flag of Cuba.svg Efigenio Ameijeiras
Flag of the United States.svg John F. Kennedy
Flag of the United States.svg Grayston Lynch
Flag of Cuba.svg Pepe San Roman
Flag of Cuba.svg Erneido Oliva
Truppenstärke
ca. 25.000 Soldaten
ca. 200.000 Milizmitglieder
ca. 9.000 bewaffnete Polizisten
ca. 1.300 Exilkubaner
2 CIA-Agenten
Verluste
4.000 Verletzte und 176 Tote 118 Tote
1.202 Gefangene

Die Invasion in der Schweinebucht war ein von den USA organisierter militärischer Angriff kubanischer Exilanten auf Kuba. Sie wurde am 17. April 1961 mit verdeckter Unterstützung der CIA von rund 1300 seit 1959 aus Kuba geflohenen Freiwilligen von Nicaragua aus durchgeführt und hatte den Sturz der Revolutionsregierung unter Fidel Castro zum Ziel. Die Invasion markierte einen ersten Höhepunkt der gegen die Castro-Regierung gerichteten Aktionen der USA. Nachdem die US-Regierung vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen zunächst jede Beteiligung an der Invasion abgestritten hatte, übernahm Präsident John F. Kennedy vier Tage später die volle Verantwortung.

Die gescheiterte Invasion war nicht nur ein militärisches, sondern vor allem ein politisches Debakel für die Vereinigten Staaten. Neben scharfer Kritik im In- und Ausland und verlorenem Vertrauen in die nur 90 Tage alte Regierung unter Kennedy stärkte sie Castro, der die bereits 1959 eingeleitete kommunistische Ausrichtung der kubanischen Revolution nun offen vertrat. Befürchtungen eines zweiten Invasionsversuchs beschleunigten die weitere Annäherung Kubas an die Sowjetunion bis zur Eskalation in der Kubakrise 1962.[1]

Hintergrund

Die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba

Kubas Politik und Wirtschaft wurde bis zur kubanischen Revolution stark von den USA beeinflusst. Auch die Mafia hatte in Havanna einen profitablen Stützpunkt. Nach dem Sturz Fulgencio Batistas ging die Regierung der USA davon aus, dass es sich bei der revolutionären Bewegung auf Kuba um einen der zahlreichen Versuche in Lateinamerika handelte, mit sozialer Demagogie neue Herrschaftseliten an die Macht zu bringen (Caudillismo). Als 1959 dann tatsächlich tiefgreifende Reformen (Enteignung von Großgrundbesitz über 128 Hektar zum Teil gegen finanzielle Entschädigung) durchgeführt wurden, die auch US-Firmen betrafen (United Fruit Company), glaubten die USA, durch gezielte Warnsignale deutlich machen zu können, dass Kuba völlig von ihnen abhängig sei. Dieser Standpunkt gehörte zwischen dem Spanisch-Amerikanischen Krieg 1899 und der kubanischen Revolution 1959 zu den Grundlagen der Beziehungen zwischen den USA und Kuba.

Wirtschaftliche Intervention der USA auf Kuba

Die erste tiefgreifende Maßnahme war die Sperrung der Öllieferungen nach Kuba. Da die gesamte Stromerzeugung Kubas auf Basis der Ölverbrennung erfolgte, hätte dies zum Scheitern der Revolution führen können. Die kubanische Revolutionsregierung gewann schließlich die UdSSR als neuen Erdöllieferanten. Nun wiesen die USA die US-amerikanischen Erdölraffinerien auf Kuba an, kein sowjetisches Erdöl zu verarbeiten. Diese Raffinerien verdankten ihre Monopolstellung einem Vertrag, der sie aber auch dazu verpflichtete, Erdöl unabhängig von dessen Herkunft zu verarbeiten. Die kubanische Regierung sah sich angesichts des Vertragsbruchs der Betreiberunternehmen dazu gezwungen, die Raffinerien unter staatliche Zwangsverwaltung zu stellen.

USA verlieren ihren Einfluss auf Kuba

Die kubanischen Revolutionäre der Anfangszeit entstammten zum Teil einer mittelständischen, von Antikommunismus geprägten Bevölkerungsschicht und hätten möglicherweise ohne die Not des US-Handelsboykotts keinen Kontakt zu kommunistischen Regierungen gesucht.

Nachdem die US-Regierung alle Register der politischen Druckmittel, darunter die Aussetzung der Zuckerquote, die Einstellung von Ersatzteillieferungen bis hin zum totalen Handelsembargo, gezogen hatte und zusehen musste, wie die Revolutionäre den Ost-West-Konflikt für sich ausnutzten, indem sie die Handelsbeziehungen zu den USA durch andere Partner wie Spanien und Länder des sozialistischen Lagers ersetzten, blieb als einziges Machtmittel gegen Kuba die militärische Intervention.


Die militärische Option

In der Atmosphäre des Kalten Krieges war jedoch die Kanonenbootpolitik wie vor dem Ersten Weltkrieg nicht mehr möglich, da internationaler Protest wegen „Einmischung in die Angelegenheiten eines fremden Staates“ unabsehbare geopolitische Reaktionen insbesondere in der Dritten Welt hätte auslösen können.

Die Regierung von Dwight D. Eisenhower ließ die CIA nach den Vorbildern der Operation PBSUCCESS von 1953 in Guatemala und der Operation Ajax von 1954 im Iran einen CIA-gesteuerten Putsch vorbereiten. Im Falle eines Hilferufes von der aus Florida eingeflogenen kubanischen Exilregierung hätte sich Vizepräsident Richard Nixon durch einen Militärschlag als Präsidentschaftskandidat profilieren können. Die Vorbereitungen für die scheinbar nur von Exilkubanern durchgeführte Operation konnten jedoch nicht mehr vor den Wahlen abgeschlossen werden, die der als Nachfolger Eisenhowers kandidierende Nixon knapp verlor.

Am 17. Februar 1961 fragte Kennedy seine Berater, ob man „den Sturz Castros mit Waffenlieferungen in Verbindung“ bringen könnte: „Könnte man nicht behaupten, das eigentliche Angriffsziel wären moderne Düsenbomber und Raketen, die Amerikas Sicherheit bedrohten?“[2] Der Plan eignete sich jedoch nicht für das Jahr 1961, da Kuba zu diesem Zeitpunkt nur wenige sowjetische Waffen besaß. Die kubanische Luftwaffe bestand zunächst aus einigen aus der Batista-Zeit verbliebenen Bombern vom Typ Douglas B-26C Invader, Jagdbombern vom Typ Hawker Sea Fury FB.11 sowie Strahltrainern vom Typ Lockheed T-33A, die erst später durch sowjetische Typen ersetzt wurden.

Die einzig politisch international vertretbare Option bestand darin, dass eine kubanische Opposition von kubanischem Territorium aus die USA um Unterstützung bat und damit den Weg für das US-Militär zur Landung auf Kuba ebnete.

Vorbereitung

Bestärkt durch die Erfolge der CIA 1953 im Iran bei der Operation Ajax und 1954 in Guatemala bei der Operation PBSUCCESS, bei denen mit minimalem Aufwand die demokratisch gewählten Regierungen durch Geheimdienstoperationen gestürzt werden konnten, wurden ab 1960 in Retalhuleu in Guatemala Exilkubaner zuerst in Sabotagetechniken ausgebildet, von denen 40 heimlich nach Kuba verschifft wurden, wo sie Widerstandszellen aufbauen sollten. Bereits 48 Stunden nach Beginn der Operation 40 war von den Agenten kein Lebenszeichen mehr zu vernehmen.

Auch aufgrund der zersplitterten Oppositionsparteien erkannte die CIA, dass eine Revolution von innen praktisch ausgeschlossen war, und trainierte schließlich Hunderte von Exilkubanern, die später als Brigade 2506 bekannt wurde, für eine groß angelegte Invasion mit US-Unterstützung, die den Codenamen Operation Zapata trug.

Die Invasion

Planung

Einzige Aufgabe der exilkubanischen Konterrevolutionäre, zu denen neben vielen Agenten des ehemaligen Geheimdienstes von Ex-Diktator Fulgencio Batista auch Söhne von Großgrundbesitzern gehörten, war es, einen provisorischen Flugzeug-Landeplatz auf Kuba so lange militärisch abzusichern, bis die in Miami gebildete kubanische Exilregierung landen und per Funk die USA um militärische Unterstützung bitten konnte.

Die Schweinebucht schien ein idealer Platz für dieses Unternehmen zu sein:

  • Sie befindet sich an der Küste des Sumpfgebietes Ciénaga de Zapata, das einen natürlichen Schutz gegen militärische Aktionen der kubanischen Revolutionsarmee bot.
  • Sie liegt am Rande des Escambray-Gebirges, von dem aus Konterrevolutionäre noch bis Mitte der 1960er Jahre militärische Aktionen gegen die kubanische Regierung durchführten.
  • Sie war nur wenig bevölkert, so dass mit lokalem Widerstand nicht gerechnet wurde.

Der von der CIA ausgearbeitete Plan ging außerdem von Geheimdienstberichten aus, die von interessierter Seite, den Revolutionsgegnern auf Kuba, kamen, die alle ihre Hoffnungen auf ein militärisches Eingreifen der USA richteten und deshalb fälschlicherweise eine breite antirevolutionäre Stimmung auf Kuba darstellten. Auch die Kampfkraft der im Escambray operierenden Revolutionsgegner wurde übertrieben. Die CIA ihrerseits versuchte durch noch weiter zugespitzte Berichte den gerade erst zum Präsidenten gewählten Kennedy, der noch zögerte, von einem unfehlbaren Erfolg der Aktion zu überzeugen. Möglicherweise ging der Planungsstab der CIA davon aus, dass der Präsident, wenn die Aktion erst einmal begonnen wurde, im Falle ihres Misslingens dem weiteren Einsatz von US-Militär zustimmen würde. Spätere Vorwürfe gegen Kennedy, er habe die Operation abgebrochen, lassen diese Vermutung zu.

Am 12. April 1961, fünf Tage vor der Invasion, erklärte Präsident Kennedy, dass „unter keinen Umständen eine Intervention in Kuba durch US-Streitkräfte“ stattfinden würde und die US-Regierung „alles tun wird […], um sicherzustellen, dass keine Amerikaner in irgendwelche Aktionen innerhalb von Kuba involviert sind“.[3]

Am 14. April schließlich stimmte Kennedy der Durchführung des CIA-Plans zu, behielt sich aber als Oberkommandierender für den Kriegseinsatz die Entscheidung darüber vor, ob die bereitstehenden Marineeinheiten zum Einsatz kommen.

Ablauf

Zur Vorbereitung der Invasion bombardierten am 15. April 1961 US-amerikanische B-26-Flugzeuge drei kubanische Flugplätze. Die Bomber waren mit kubanischen Hoheitszeichen versehen worden und sollten den Anschein einer Gegenrevolution erwecken. Fünf der US-Bomber wurden von kubanischen Flugzeugen abgeschossen.

Am 17. April landeten, von ihren Ausbildungslagern in Guatemala kommend, in der Schweinebucht etwa 1300 Exilanten der Brigade 2506 unter dem Kommando von zwei CIA-Beamten und mit logistischer Unterstützung der US-Marine.

Die beiden Munitionsschiffe der Angreifer, die von der kubanischen Armee am Landungsort erwartet wurden, wurden aus der Luft versenkt.

Am 18. und 19. April erhielten die Angreifer Luftunterstützung durch B-26-Flugzeuge. Dabei wurde auch Napalm eingesetzt. Zwei B-26 wurden von kubanischen Flugzeugen abgeschossen. Die Besatzungen der abgeschossenen Maschinen wurden als US-Bürger und Piloten der Air National Guard identifiziert.

Nach drei Tagen waren die Truppen aufgerieben. Kuba meldete über 1000 Gefangene, rund 90 Angreifer sollen gefallen sein. In einer öffentlichen Verhandlung wurde den Gefangenen der Prozess gemacht.

Scheitern

Die Invasion scheiterte, weil es den Exilkubanern nicht gelang, die für die Landung vorgesehene Piste so lange zu halten, dass die „Exilregierung“ aus Miami einfliegen und ihren „Hilferuf“ per Funk absetzen konnte. Damit war die für Kennedy politisch unverzichtbare Voraussetzung für ein Eingreifen der bereitstehenden US-Marineeinheiten nicht gegeben. Die Operation wurde auf Befehl von Präsident Kennedy gegen den Widerstand der CIA abgebrochen.

Die Gründe für die militärische Niederlage der Exilkubaner:

  • Der Invasionsplan konnte nicht geheim gehalten werden, da viele Teilnehmer sich im „vertrauten Kreise“ der Lokale von Miami ihrer künftigen Teilnahme rühmten.
  • Auch durch die ständigen Sabotageakte und auf kubanisches Territorium eindringende Flugzeuge aus den USA wurde die kubanische Revolutionsregierung auf eine bevorstehende Invasion hingewiesen.
  • Die Bevölkerung der Ciénaga de Zapata bestand zum größten Teil aus der ärmsten Bevölkerungsgruppe Kubas, den Köhlern. Sie gehörten zu den ersten Nutznießern der Revolution durch den Bau von Schulen, medizinischer Versorgung sowie die Anbindung an die Infrastruktur des Landes und widersetzten sich daher als erste mit der Waffe den gelandeten Truppen. Das gab den Revolutionsstreitkräften die nötige Atempause zur Restrukturierung ihrer taktischen und strategischen Reserven.
  • Die kubanische Revolutionsarmee hatte gerade einen dreijährigen Guerillakrieg hinter sich und bestand aus hoch motivierten Kämpfern.
  • Die geplante US-Luftunterstützung wurde von Präsident Kennedy gekürzt, mit der Folge, dass nur die halbe kubanische Luftwaffe am Boden zerstört werden konnte. Die einsatzfähigen kubanischen Flugzeuge zerstörten fünf US-Bomber und zwei Munitionsschiffe.

Die Gründe für den militärischen Fehlschlag sah der Vereinigte Generalstab unter General Lemnitzer in einer geheim gehaltenen Analyse bereits voraus: „Angesichts des raschen Aufbaus des Militärs der Castro-Regierung und der Schlagkraft ihrer Milizen und angesichts des Fehlens massenhafter Opposition auf absehbare Zukunft erscheint der mögliche Erfolg des paramilitärischen Plans sehr zweifelhaft.“ Dennoch legte Lemnitzer zwei Tage später Verteidigungsminister Robert McNamara eine positive Analyse mit „großer Chance“ vor. Fachautor James Bamford vermutet, dass durch das absehbare Debakel die von Zivilisten geleitete und daher den führenden Militärs suspekte CIA sowie der gleichfalls beim Militär unbeliebte Kennedy politisch beschädigt werden sollten.[4] Auch CIA-Chef Dulles bedauerte in seinen Aufzeichnungen, Kennedy nicht über seine eigene Skepsis informiert zu haben und war für den Fall des Scheiterns von einem militärischen Eingreifen ausgegangen.[5] Auch die US-Marine hatte sich bereitgehalten.

Folgen

Gefangene

Zu Weihnachten 1962 konnten 1113 Gefangene nach Verhandlungen zwischen der kubanischen Regierung und einem von den Angehörigen der Gefangenen beauftragten Anwalt in die USA ausreisen. Durch mehrere Spenden-Kampagnen, u. a. das „Traktoren für den Frieden“-Komitee der Regierung Kennedy, konnte die Lösegeldforderung Castros in Höhe von etwas 60 Mio. USD durch die Lieferung landwirtschaftlicher Maschinen und dringend benötigter Medikamente und Säuglingsnahrung erfüllt werden.[6] Zwei der Invasionsteilnehmer kamen erst 1986 frei.[7][8]

Kritik

In den USA existieren heute im Wesentlichen zwei Ansichten über die Frage, wer den Fehlschlag der April-Invasion zu verantworten hat:

  • Auf der einen Seite stehen die CIA und die Mitglieder der Exilanten-Brigade, die in Kennedy den allein Schuldigen sehen, da dieser nach dem militärischen Scheitern der Invasion den Einsatz von Marinetruppen verweigert hatte.
  • Auf der anderen Seite stehen CIA-kritische Stimmen, die dem Geheimdienst vorwerfen, Kennedy falsch beraten zu haben. Es gibt auch Stimmen, die behaupten, die CIA habe Kennedy absichtlich unter Druck gesetzt.

Historisch gesichert ist, dass Kennedy sich von der CIA durch die bewusst falsche Darstellung der Stimmung auf Kuba hintergangen fühlte und es Pläne gab, der CIA durch Stärkung der NSA ihren bis dahin unangefochtenen Einfluss auf die US-amerikanische Regierungspolitik zu nehmen.

Der bis heute rätselhafte Mord an Kennedy wurde immer wieder mit dem seit der Schweinebucht-Invasion gestörten Vertrauensverhältnis zwischen Kennedy und der CIA in Verbindung gebracht, wofür es allerdings keinen Beweis gibt.

Verantwortliche

Der CIA-Mitarbeiter E. Howard Hunt führte als Deputy Director for Plans (DDP) unter dem Decknamen Eduardo die Exilkubaner während der Invasion. Vor dieser Invasion hatte Hunt schon den Vorschlag unterbreitet, Fidel Castro töten zu lassen. Ferner wurde er nach dem Ende seiner CIA-Tätigkeit als Drahtzieher in der Watergate-Affäre bekannt.

Konsequenzen

Datei:Cuba Playa Larga Bunker.jpg
Bunker an der Playa Larga in der Schweinebucht, gebaut zur Zeit des Angriffs der Reagan-Regierung auf Grenada
Datei:Cuba Playa Larga Schild.jpg
Blick über die Playa Larga mit Gedenktafel

Auf Antrag Kubas befasste sich die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Invasion und erinnerte in einer Erklärung am 21. April 1961 alle Staaten an ihre Verpflichtung, zwischenstaatliche Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen. Auf kubanische Anschuldigungen hin hatte der Botschafter der USA jede Verantwortung für den Angriff abgestritten.[9]

Es folgte eine in erster Linie von lateinamerikanischen Ländern ausgehende Welle der Sympathie für Kuba. In Mexiko demonstrierten am 21. April etwa 15.000 Menschen sowie 8.000 in Montevideo. Mit der Schweinebucht-Invasion war zum ersten Mal das US-amerikanische Vorgehen gegen nicht genehme Regierungen in Lateinamerika gescheitert, wodurch revolutionäre Bewegungen ermutigt wurden, statt wie geplant abgeschreckt zu werden.

Des Weiteren brach eine Diskussion über die Rolle von Geheimdiensten in der Außenpolitik aus. Die Verantwortlichkeiten im Kalten Krieg verschoben sich im Folgenden zunehmend zum Verteidigungsministerium.

Umfassende Kritik an der CIA übte Generalinspekteur Layman Kirkpatrick 1961 in seiner CIA-internen Untersuchung unter anderem am Selbstbild der CIA, ihrer Organisationsstruktur und der konkreten Durchführung des Unternehmens. Als personelle Folgen wurden der CIA-Direktor Allen Welsh Dulles, der Deputy Director Charles P. Cabell und Deputy Director Richard Bissell entlassen.

Nachfolgende Operationen der CIA

Nach dem Scheitern der Invasion in der Schweinebucht wurde auf Initiative des US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy am 30. November 1961 die Operation Mongoose ins Leben gerufen, die erneut den Sturz der kubanischen Revolutionsregierung zum Ziel hatte. Weiterhin wurde 1962 vom Generalstab des Pentagon der Geheimplan Operation Northwoods verfasst, der durch inszenierte Terroranschläge gegen den zivilen Luft- und Schifffahrtsverkehr innerhalb der USA, für die Castro als Drahtzieher dargestellt werden sollte, vorsah, einen Vorwand zur Invasion Kubas zu schaffen. Am 13. März 1962 wurde dieser Plan John F. Kennedy vorgelegt, der ihn ablehnte, weswegen er nie umgesetzt wurde.

Literatur

  • Bernd Greiner: Kuba-Krise. 13 Tage im Oktober: Analyse, Dokumente, Zeitzeugen (Schriften der Hamburger Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts; Band 7). Greno, Nördlingen 1988 (Auswertung der Tonbandprotokolle der geheimen US-Präsidentenberatungen) ISBN 3-89190-956-X.
  • Bernd Greiner: Die Kuba-Krise. Die Welt an der Schwelle zum Atomkrieg. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-58786-3 (Beck'sche Reihe 2486 C. H. Beck Wissen).
  • James G. Blight, Peter Kornbluh (Hrsg.): Politics of Illusion. The Bay of Pigs Invasion Reexamined. Lynne Rienner Publ., Boulder, CO 1998, ISBN 1-555-87783-4.
  • Howard Jones: The Bay of Pigs. Oxford University Press, New York 2008, ISBN 978-0-19-517383-3.
  • Peter Kornbluh (Hrsg.): Bay of Pigs Declassified. The Secret CIA Report on the Invasion of Cuba. New Press, New York 1998, ISBN 1-56584-494-7.
  • Peter Wyden: Bay of Pigs. The Untold Story. Jonathan Cape, London 1979, ISBN 0-224-01754-3.
  • Alejandro de Quesada: The Bay of Pigs. Cuba 1961. Osprey Publ., Oxford 2009, ISBN 978-1-84603-323-0.
  • Hans Magnus Enzensberger: Das Verhör von Habana. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970, authentischer Wortlaut aus Tonbandprotokollen von 41 öffentlichen Verhören gefangener Invasionsteilnehmer. ISBN 978-3518027585.

Film

  • Robert De Niro (Regie): Der gute Hirte. 2006: In dem Film wird beschrieben, dass die Invasion an dem Sohn des Gründers der CIA scheiterte, der die Geheimpläne seines Vaters unbewusst an die Russen verraten hat.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dokumentation zur Kubakrise
  2. zit. nach B. Greiner. Kuba-Krise
  3. News Conference #9 im U.S. State Department, 12. April 1961 in der John F. Kennedy Presidential Library
  4. NSA. Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt. Goldmann (Dez. 2002) ISBN 3-442-15151-1
  5. Peter Grose: Allen Dulles. Spymaster. The Life & Times of the First Civilian Director of the CIA., 2006
  6. 1962: Bay of Pigs prisoners fly to freedom, in: BBC News, abgerufen am 24. Juni 2011 (Englisch)
  7. Week in Review: Headliners, in: New York Times vom 15. Juni 1986, abgerufen am 23. Juni 2011 (Englisch)
  8. Cuba releases last Bay of Pigs prisoner, in: The San Juan Star vom 19. Oktober 1986, abgerufen am 23. Juni 2011 (Englisch)
  9. Resolution 1616 (XV) der UN-Vollversammlung vom 21. April 1961, abgerufen am 24. Juni 2011 (Englisch)


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