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Intonation (Musik)

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Mit Intonation werden in der Musik verschiedene Sachverhalte bezeichnet:

Intonation als Element der Aufführungspraxis

Mit Intonation wird in der Praxis des Musizierens die Feinabstimmung von Tonhöhen bezeichnet. Bei zu tiefer Intonation spricht man von Detonieren und bei zu hoher Intonation von Distonieren. [1] Das betrifft vor allem den Gesang sowie Blas- und bundlose Saiteninstrumente (dazu gehören viele Streichinstrumente aber auch manche Zupfinstrumente, wie zum Beispiel E-Bässe ohne Bünde).

Saiteninstrumente mit Bünden

Bei Bundinstrumenten wie der Gitarre bezeichnet man den Grad der durch die Anordnung der Bünde erreichten Tonhöhengenauigkeit als Bundreinheit (siehe auch Oktavreinheit). Bei einigen Bundinstrumenten wie den Gamben oder Lauten sind die Bünde traditionell nicht fest angebracht, so dass der Musiker verantwortlich für die Bundreinheit ist.

Digitale Instrumente

Bei digitalen Instrumenten besteht häufig die Möglichkeit, verschiedene Stimmungen, Tonsysteme, Lautstärken und Klangfarben zu wählen. In der Regel wird die Tonhöhe und der Klang hier durch präzise, quarzgesteuerte, integrierte Schaltkreise kontrolliert, so dass es praktisch zu keinen ungewollten Abweichungen der Intonation kommt. Die entsprechenden Parameter des Klanges können oft auch über die sogenannte digitale Schnittstelle für Musikinstrumente (MIDI) eingestellt und auf das Instrument übertragen werden.

Intonation als Klangfarben- und Lautstärkeausgleich

Vor allem bei Tasteninstrumenten, bei denen für jeden Ton ein separater Tonerzeuger (in der Regel Saiten oder Pfeifen) existiert, meint Intonation die Angleichung von Lautstärke und Klangfarbe der Tonerzeuger untereinander. Dies geschieht durch Eingriffe am Tonerzeuger oder der dazugehörigen Mechanik wie dem Hammer beim Klavier oder beim Labium der Orgelpfeife. Die Intonation ist in der Regel Aufgabe des Instrumentenbauers und wird einmalig beim Bau oder erneut bei einer Generalüberholung des Instruments durchgeführt. Aufgrund der Vielzahl von Registern und Pfeifen, die einzeln intoniert werden müssen, ist das Intonieren von Orgeln besonders aufwendig.

Intonation von Musikstücken

Intonation kann auch eine kurze Einleitung eines Musikstückes bezeichnen. Beim gregorianischen Gesang etwa eine vom Vorsänger ausgeführte Einleitung oder auch ein kurzes Orgelvorspiel vor einem Gemeindelied (siehe auch Liturgisches Orgelspiel).

Intonation in der Musikwissenschaft

Intonation ist ein Begriff, der aus dem Gebiet der Sprache in die Musikwissenschaft übernommen wurde (siehe auch Intonation (Phonetik)). In der sowjetischen Musikwissenschaft wird er im Sinne von Boris Assafjews Konzeption von der intonationsmäßigen Natur der Musik behandelt. Die Intonation wird als Grundlage der musikalischen Ausdruckshaftigkeit und der sinnvollen musikalischen Aussage betrachtet, die gleichzeitig die Eigenheiten verschiedener nationaler oder personeller Stile ausprägt. Die Grundlagen der Intonationslehre wurden vom russischen Musikwissenschaftler Boleslaw Jaworski (1877–1942) gelegt und von Assafjew weiterentwickelt.

Der Begriff Intonation bezeichnet in der russischen Musikpädagogik und Musikwissenschaft auch eine kleine sinnvolle melodische Floskel. Etwa folgende Redewendungen sind möglich: „Intonation der aufsteigenden Quarte“, „Intonation der elegischen Sexte“, „aktive Intonation“, „klagende Intonation“, „rufende Intonation“, „Seufzerintonation“, „Intonation der Auferstehung“ (im Sinne eines Leitmotivs). Aber auch Stilelemente können damit bezeichnet werden „Intonationen der Massenlieder“, „Die Intonationen des bürgerlichen Salons der Epoche des Modernismus“ etc.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Berit Schneider-Stickler, Wolfgang Bigenzahn: 'Stimmdiagnostik: Ein Leitfaden für die Praxis. 2013, ISBN 3709114802, S. 53 (Online in der Google Buchsuche).


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