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Internierungslager Staumühle

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Datei:Graeber Internierungslager Staumuehle.jpg
Gräber von Internierten auf dem Friedhof in Hövelhof

Das Internierungslager Staumühle bzw. Internierungslager Hövelhof war von Juli 1945 bis Ende 1948 das größte[1] Internierungslager der Britischen Rheinarmee in der Britischen Besatzungszone für mutmaßliche Kriegsverbrecher, Funktionäre der NSDAP und staatliche Funktionsträger in Staumühle in der Senne bei Hövelhof.

Für das Internierungslager wurden das Gelände und die Einrichtungen eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers genutzt, das zuvor als Garnison der Waffen-SS gedient hat. Für eine kurze Übergangszeit waren nach dem Krieg Displaced Persons in dem Lager untergebracht.[1]

Das Lager wurde als Civil Internment Camp No. 5 bezeichnet. In dem Lager waren bis zu 10.289 Männer und Frauen inhaftiert.[1] Das ab 1946 örtlich zuständige Spruchgericht saß in Detmold.[2]

In dem Lager beging der SS-Standortarzt in Auschwitz, Eduard Wirths, Selbstmord, nachdem er erfahren hatte, dass die Briten ihn gemäß dem Londoner Statut an Polen ausliefern wollten.

Das Lager war in fünf Teillager unterteilt und umfasste auch ein Lagerhospital. Im Frühjahr 1946 wurde innerhalb des Lagers ein Sonderlager für mutmaßliche Kriegsverbrecher umzäunt. Hier wurden 370 hohe NS-Funktionäre und Personen untergebracht, die vom Nürnberger Militärtribunal angefordert worden waren,[1] unter ihnen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach.

Heute befindet sich auf dem Gelände die Justizvollzugsanstalt Hövelhof.

Literatur

  • Karl Hüser: »Unschuldig« in britischer Lagerhaft? Das Internierungslager Nr. 5 Staumühle 1945–1948 (Paderborner Historische Forschungen 10) ISBN 3-89498-076-1.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Taake, Claudia: Angeklagt: SS-Frauen vor Gericht, 1999, ISBN 3-8142-0640-1, S. 44 Online verfügbar: PDF
  2. Artikel in der Neuen Westfälischen vom 3. Dezember 2009 zitiert bei www.hiergeblieben.de [1]
51.8197222222228.7206944444444


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