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Institut für Jüdisch-Christliche Forschung

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Institut für Jüdisch-Christliche Forschung (IJCF)
Gründung 1971/1976
Trägerschaft öffentlich/privat
Ort Luzern
Staat Schweiz
Leitung Verena Lenzen
Website www.unilu.ch/ijcf

Das Institut für Jüdisch-Christliche Forschung (IJCF) ist ein wissenschaftliches Institut der Universität Luzern, Schweiz. Am IJCF können Judaistik bzw. Jüdische Studien innerhalb der Theologischen Fakultät und auch der Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät studiert werden, das Institut steht allen Studierenden offen, ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung.

Geschichte

Luzern war der erste Ort in der Schweiz, der Judaistik 1971 als universitäres Fach eingeführt hat. Fünf Jahre später (1976) wurde hier das Institut für Jüdisch-Christliche Forschung (IJCF) von Clemens Thoma gegründet, das seit 2001 von Verena Lenzen geleitet wird. Zum besonderen Profil des IJCF gehören das Studium der Judaistik und der jüdisch-christliche Dialog.

Schwerpunkte in Forschung und Lehre

Jüdische Ethik: Es werden grundlegende Fragen der jüdischen Ethik von der biblischen Zeit bis hin zur Moderne erörtert, und dabei werden auch aktuelle Diskussionen der interreligiösen Ethik, der feministischen Ethik und Themen der Medizinethik einbezogen.

Jüdisch-christlicher Dialog: Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen beiden Religionen werden aus judaistischer, theologischer, ethischer und kulturwissenschaftlicher Sicht erörtert.

Moderne Jüdische Geschichte und Kulturgeschichte: Nebst Einführung in Jüdische Literatur- und Zeitgeschichte verschiedener Epochen wird die moderne Geschichte des Judentums von der Auflösung traditioneller jüdischer Lebenswelten bis hin zur Staatsgründung Israels nach der Schoa gelehrt.

Jüdisches Recht – Halacha: Thematisiert werden die Bedeutung des jüdischen Religionsgesetzes im Leben der Juden und seine historische Entwicklung sowie Stellungnahmen der Halacha zu aktuellen Fragen sowie ihre Bedeutung im modernen Staat Israel.

Modernhebräisch – Ivrit: In den Modernhebräischkursen werden die Grundlagen der modernhebräischen Sprache vermittelt. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Rothberg International School der Hebräischen Universität Jerusalem und die Prüfungen am IJCF messen sich an deren Standard.

Studiengänge

  • Bachelor-Studiengang als Major oder Minor innerhalb der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
  • Master-Studiengang als Major oder Minor innerhalb der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
  • Als Bestandteil des integrierten Master- und Bachelor- Studiengangs „Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften“ innerhalb der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
  • Bachelor-Studiengang als Nebenfach innerhalb des Theologiestudiums
  • Master-Studiengang als Nebenfach innerhalb des Theologiestudiums
  • Als nichtjuristisches Wahlfach innerhalb der Rechtswissenschaftlichen Fakultät

Dozierende und Lehrkräfte

  • Verena Lenzen, Dr. theol., Professorin für Judaistik und Theologie / Christlich-Jüdisches Gespräch, Leiterin des IJCF
  • David Bollag, Rabbiner, Ph.D., Lehr- und Forschungsbeauftragter
  • Simon Erlanger, Dr. phil., Lehr- und Forschungsbeauftragter
  • Denis Maier, M.A., Assistent und Lehrbeauftragter
  • Shlomit Wehrli-Nasielski, Lehrbeauftragte für Modernhebräisch
  • Simone Rosenkranz Verhelst, Dr. phil., Lehrbeauftragte IJCF

Gastprofessoren

Seit 1974 hält jedes Jahr jeweils im Wintersemester ein jüdischer Gastprofessor / eine jüdische Gastprofessorin aus Israel, Amerika oder Europa an der Universität Luzern Vorlesungen und Seminare in Judaistik.

  • 1974/75 Benjamin Uffenheimer (Jerusalem): Das prophetische Erlebnis
  • 1975/76 David Flusser (Jerusalem): Die Worte Jesu im Lichte des damaligen Judentums
  • 1976/77 Jacob Katz (Jerusalem): Die Krisen und Neuanfänge im Judentum vom 16. Jahrhundert bis heute
  • 1977/78 Moshe Schwarcz (Bar Ilan University Jerusalem): Das religiöse deutsche Judentum des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts: Standortbestimmungen angesichts dominanter ausserjüdischer Geistesströmungen
  • 1978/79 Jacob Levinger: Moses Maimonides, der bedeutende jüdische Religionsphilosoph des Mittelalters: Werk und Philosophie
  • 1979/80 Jehoschua Amir (Jerusalem): Der jüdische Hellenismus der Spätantike: Gehalte und Auswirkungen
  • 1980/81 Jacob Licht (Jerusalem): Qumran – eine jüdische Sekte im Zeitalter Jesu
  • 1981/82 Shemaryahu Talmon (Jerusalem): Der Neuaufbruch Israel nach dem babylonischen Exil
  • 1982/83 Michael Wyschogrod (New York): Das Reden vom einen Gott bei Juden und Christen
  • 1984/85 Jakob J. Petuchowski (Cincinnati): Die jüdische Gemeindeverwaltung: Ursprünge, Formen und Auswirkungen
  • 1985/86 Leon Feldman (New York): Die religiöse und kulturelle Lage der Juden im christlichen Spanien des Mittelalters
  • 1986/87 Hayim Goren Perelmuter (Chicago):Die Geschichte der jüdischen Predigt und Exegese
  • 1988/89 Ruth Link-Salinger (New York): Jüdische Denker der Moderne
  • 1989/90 Haim Beinart (Princetown NY): Juden und Christen in Spanien, ihre Vertreibung und deren Folgen
  • 1990/91 Daniel R. Schwartz (Jerusalem): Das 1. Jahrhundert n. Chr. in jüdischer Geschichte und Geschichtsschreibung
  • 1991/92 Shmuel Safrai (Jerusalem): Tradition als Glaubensquelle im Judentum: Vergleiche mit Traditionen im Neuen Testament
  • 1992/93 Michael Graetz (Hochschule für Jüdische Studien, Heidelberg): Jüdische Religion und Gesellschaft im Europa der Neuzeit
  • 1993/94 Joshua Blau (Jerusalem): Persönlichkeiten und Probleme der jüdisch-arabischen Kultur aufgrund von Texten
  • 1994/95 Moshe David Herr (Jerusalem): Die Polemik des rabbinischen Judentums gegen die werdende Kirche
  • 1995/96 Isaac Kalimi (Brookline MA, USA): Das zweite Chronikbuch
  • 1996/97 Aharon Openheimer (Tel Aviv): Der Bar Kochba-Aufstand (132–135 n. Chr.): seine Voraussetzungen und Folgen
  • 1997/98 Jonah Fraenkel (Jerusalem): Rabbinische Schriftauslegung: Formales und Inhaltliches
  • 1998/99 Joachim Braun: Musik in der Bibel und im Alten Orient
  • 1999/2000 Michael Mach (Jerusalem): Philon von Alexandrien und das hellenistische Judentum (Vorlesung); Verschiedene Formulierungen des Monotheismus zur Zeit des Hellenismus (Seminar)
  • 2000/01 Kalman Yaron (Jerusalem): Judentum und Nationalismus: Die kollektive Identität in Israel
  • 2001/02 Almut Sh. Bruckstein (Jerusalem): Arbeit am Midrasch: Einführung in die jüdische Hermeneutik
  • 2002/03 Dan Diner (Simon-Dubnow-Institut Leipzig; Hebräische Universität Jerusalem): Jüdische Geschichte und allgemeine Geschichte: Narrative, Theorie und Methode
  • 2003/04 Anat Feinberg (Hochschule für Jüdische Studien, Heidelberg): „Briefe aus dem Hinterland“: Hebräische Autorinnen 1880-2000
  • 2003/04 Jonathan Magonet (Leo Baeck College, London): Wie ein Rabbiner seine Bibel liest. Jüdische Auslegungs- und Erzählkunst vom Mittelalter bis zur Moderne
  • 2004/05 Jakob Hessing (Hebräische Universität Jerusalem): Der Preis der Säkularisierung. Thesen zur deutsch-jüdischen Literatur
  • 2005/06 Anat Feinberg (Hochschule für Jüdische Studien, Heidelberg): Zwischen Bibel und Bestsellern: Geschichte der hebräischen und israelischen Literatur
  • 2006/07 Moshe Zuckermann (Tel-Aviv University): Richard Wagner – Kunst, Politik, Ideologie (Vorlesung); Der moderne Staat Israel – Gesellschaft, Politik, Kultur (Seminar)
  • 2007 Dan Bar-On (Ben-Gurion-Universität Beer Sheva): Die psychosozialen Nachwirkungen des Holocaust auf die Nachkommen von NS-Opfern und NS-Tätern (Vorlesung); «Storytelling» als Weg zum Dialog in Konfliktsituationen am Beispiel von Israel und Palästina (Seminar)
  • 2009 (FS) Michael Brenner (Ludwig-Maximilians Universität München): Bilder jüdischer Geschichte (Vorlesung), Jüdisches Leben in Europa seit 1945 (Seminar)
  • 2009 (HS) Itta Shedletzky Existenz und Tradition. Facetten des ‚Jüdischen’ in der deutschsprachigen Literatur (Vorlesung), Else Lasker-Schülers Hebräische Balladen. Poetischer Dialog mit Text und Sprache des Tanach (Seminar)
  • 2010 (HS) Avinoam Shalem : Jerusalem: Die Erschaffung eines Heiligen Ortes (Vorlesung), Im Spannungsfeld der Religionen: Die Auseinandersetzung zwischen Paganismus und Monotheismus und der Kampf für den Einen Gott (Seminar)
  • 2012 (FS) Shmuel Feiner : The Cultural Revolution of the Jewish Enlightenment (Seminar/Vorlesung)
  • 2012 (HS) Uri R. Kaufmann : Hin zu einer Kultur- und Sozialgeschichte des Landjudentums in der Schweiz und Mitteleuropa, 1500–1933 (Seminar)
  • 2013 (FS) Günter Stemberger (Universität Wien) : Einführung in die rabbinische Literatur (Vorlesung), Die Pharisäer (Seminar)

Weblinks

Einzelnachweise


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