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Inn

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Inn (Begriffsklärung) aufgeführt.
Inn

Flussverlauf des Inns

Daten
Gewässerkennzahl DE: 18
Lage Schweiz, Österreich, Deutschland
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Quelle Am Malojapass, aus mehreren Quellen südwestlich des Lunghinsees
46° 24′ 50″ N, 9° 40′ 0″ O46.4138888888899.66666666666672484
Quellhöhe 2'484 m ü. M.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung In Passau in die Donau
48.573613.478138888889291

48° 34′ 25″ N, 13° 28′ 41″ O48.573613.478138888889291
Mündungshöhe 291 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 2193 m
Länge 517 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 25.700 km², lt. IHD 26.976 km²
Abfluss am Pegel Innsbruck[1]
AEo: 5.631,5 km²
Lage: 298,51 km oberhalb der Mündung
NNQ (31. Jan. 1962)
MNQ 1971-2009
MQ 1971-2009
Mq 1971-2009
MHQ 1971-2009
HHQ (23. Aug. 2005)
18,8 m³/s
40,1 m³/s
163 m³/s
28,9 l/(s km²)
718 m³/s
1.525 m³/s
Abfluss am Pegel Wasserburg[2]
AEo: 11.980 km²
Lage: 158,7 km oberhalb der Mündung
NNQ (28.Dez.1969)
MNQ 1965/2006
MQ 1965/2006
Mq 1965/2006
MHQ 1965/2006
HHQ (24.Aug.2005)
93,8 m³/s
131 m³/s
358 m³/s
29,9 l/(s km²)
1.450 m³/s
2.940 m³/s
Abfluss am Pegel Passau Ingling[3]
AEo: 26.063 km²
Lage: 3,1 km oberhalb der Mündung
NNQ (02.Nov.1947)
MNQ 1921/2006
MQ 1921/2006
Mq 1921/2006
MHQ 1921/2006
HHQ (10.Jul.1954)
195 m³/s
283 m³/s
740 m³/s
28,4 l/(s km²)
2.960 m³/s
6.700 m³/s

Linke Nebenflüsse Sanna, Mangfall, Attel, Isen, Rott
Rechte Nebenflüsse Ötztaler Ache,Melach, Sill, Ziller, Alz, Salzach
Großstädte Innsbruck
Mittelstädte Rosenheim, Passau
Kleinstädte Landeck, Imst, Hall in Tirol, Schwaz, Rattenberg, Wörgl, Kufstein, Wasserburg, Mühldorf, Töging, Altötting, Neuötting, Simbach, Braunau, Schärding
Schiffbar Nicht schiffbar, örtlich Fahrgastschifffahrt

Der Inn zwischen Wernstein und Passau

Vorlage:Infobox Fluss/Veraltet

Der Inn (lat. Aenus, auch Oenus,[4] griechisch Αἶνος,[5] rätoroman. En) ist ein rechter, 517 km langer Nebenfluss der Donau in der Schweiz, in Österreich und Deutschland. An der Mündung bei Passau fließen im Mittel 738 m³/s ab und damit mehr als die 690 m³/s, die die ihn aufnehmende Donau heranführt.[6] Dieser größere Mittelwert kommt wesentlich durch die stärkeren Hochwasser des Gebirgsflusses Inn zustande, der während sieben Monaten der kälteren Jahreszeit weniger Wasser führt.

Geografie

Länge und Einzugsgebiet

Mit einer Gesamtlänge von 517 Kilometern (mit Aua da Fedoz 520 km) ist der Inn einer der längsten und mächtigsten Alpenflüsse. Nahezu zwei Drittel seines Flusslaufes liegen in den Alpen.

Sein Einzugsgebiet hat mit ungefähr 26.000 Quadratkilometer knapp die Fläche Brandenburgs. Obwohl die Elbe fünfmal soviel Stromgebiet entwässert, ist sie nur wenig wasserreicher. Ursache ist, dass in den Alpen höhere Niederschläge fallen und dort anteilig mehr davon abfließt.

Hydrologie

Mit einer Wassermenge von 738 Kubikmetern pro Sekunde ist der Inn, nach dem Rhein, der Donau und der Elbe, bei der die Nebenflüsse des Ästuars dazugerechnet werden, der viertwasserreichste Fluss Deutschlands und der zweitwasserreichste Fluss Österreichs. Er führt der Donau mehr Wasser zu als Lech, Isar, Enns und Traun zusammen.

Das Abflussregime des Inns ist aufgrund der alpinen Schneeschmelze und der größeren mittleren Hangneigung in seinem Einzugsgebiet unausgeglichener als das der Donau. Der mittlere Abfluss des Inns in Passau ist zwar rund 7 % größer als der der Donau, der Inn führt aber die meiste Zeit des Jahres (vom Frühherbst bis zum Frühling) weniger Wasser. Auch wenn visueller Eindruck und Gesamtwasserführung nahelegen, von der Mündung der Donau in den Inn zu sprechen, ist der Name Donau für den vereinigten Strom zu rechtfertigen; denn die Donau ist hier mit 547 km länger als der Inn mit 517 km und die Donau behält, anders als der Inn, ihre Fließrichtung unverändert bei.

Flusslauf

Datei:Pass Lunghin.jpg
Europäische Wasserscheide
Der Fluss entspringt beim Malojapass im Schweizer Engadin in 2484 m Höhe nahe dem Lunghinsee. In der Nähe des Ursprungs liegt ein europäischer Hauptwasserscheidepunkt (Nordsee, Schwarzes Meer, Adria).

Im Oberengadin wird der Inn bis zum Zusammenfluss mit dem größeren Flaz auch Sela genannt und durchfließt zunächst den Silser-, den Silvaplaner-, den Champfèrer- und den St. Moritzersee. Der kleine Lej da Gravatscha nahe der Mündung des Flaz' ist ein wichtiges Brutgebiet für Vögel. Im Unterengadin durchfließt der Inn mit deutlich stärkerem Gefälle mehrere Schluchten.

Unterhalb der schweizerisch-österreichischen Grenze am Engpass von Finstermünz wird sein Tal im Bundesland Tirol Oberinntal genannt und unterhalb der Einmündung der Melach bei Zirl Unterinntal. Zwischen Kufstein und Erl verläuft die österreichisch-deutsche Staatsgrenze in Flussmitte. Danach durchquert der Inn die südöstliche Ecke Bayerns; ab der Mündung der Salzach markiert er wieder die deutsch-österreichische Grenze. Am unteren Inn stehen mehrere große Stauwerke. Hier erstreckt sich auch über eine Länge von 55 Kilometern das Europareservat Unterer Inn. Der Inn zwischen Braunau und Schärding ist Namensgeber für das angrenzende oberösterreichische Innviertel (politische Bezirke Braunau, Schärding, Ried im Innkreis).

Der Inn mündet in der „Dreiflüssestadt“ Passau in die Donau. Noch ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss bleiben das grüne Gletscherschmelzwasser des Inns, das blaue Donauwasser und das dunkle Moorwasser der von Norden mündenden Ilz in der Donau unvermischt unterscheidbar. Auffallend ist, wie stark das grüne Wasser des Inns das Wasser der Donau beiseite drängt. Dies hängt mit der zeitweise sehr großen Wassermenge des Inns und den unterschiedlichen Tiefen der beiden Gewässer zusammen (Inn: 1,90 Meter, Donau: 6,80 Meter) – „der Inn überströmt die Donau“.

Der Inn vom Oberlauf bis zur Mündung

Datei:W Inntal.JPG
Blick auf das Inntal. In der rechten Hälfte des Bildes der Zugang zum Zillertal.


Wichtige Orte am Inn

Nebenflüsse


Name

Der Name Inn leitet sich von den keltischen Wörtern „en“ sowie „enios“ ab, welche frei übersetzt Wasser bedeuten. In einer Urkunde des Jahres 1338 ist der Fluss mit dem Namen Wasser eingetragen. Die erste schriftliche Erwähnung aus den Jahren 105 bis 109 lautet:"ripam Aeni fluminis, quod Raetos Noricosque interfluit" (Das Ufer des Flusses Inn, der zwischen den Rätern und den Norikern fließt.)[7]

Verkehr

Schifffahrt

Personenschifffahrt auf dem Inn
Vorlage:BS-TrennerVorlage:BS-Trenner
Halt… – Streckenanfang
Schaurecker Ingling
Haltepunkt, Haltestelle
Wernstein
Halt… – Streckenende
Schaurecker Schärding
Held Wasserburg
   
ehem. Innschifffahrt
Tirol-Bayern (bis 2011)
Oberaudorf
   
Niederndorf
   
Ebbs
   
Kiefersfelden
   
Kufstein
Datei:20100912 Kufstein, St. Nikolaus legt an 2.JPG
Fahrgastschiff 'St. Nikolaus' in Kufstein

Schifffahrt auf dem Inn gab es schon zur Zeit der Römer. Im Jahr 1190 gewährte Kaiser Heinrich IV. die Einrichtung einer Salzstapelniederlassung in Mühldorf am Inn. Es folgten weitere Innstädte mit verschiedenen Rechten zum Handel auf dem Inn. Neben dem Salz aus Tirol wurden besonders Eisenerz, Silber, Kupfer, Kalk, Holz, Tuche und Tiroler Wein in Schiffszügen flussabwärts bis Wien geschifft. Bei der Rückfahrt transportierte man besonders Weizen, Fleisch, Fett und österreichischen Wein. Dabei zog unter Führung des Stangenreiters auf dem Treidelweg ein Pferdevorspann die Schiffe. Wasserburg am Inn war die bedeutendste Stadt der Innschifferei. Dort und in den anderen Städten brachten es die Schiffsmeisterfamilien zu erheblichem Wohlstand.

Mit der Eröffnung der Unterinntalbahn von Kufstein nach Innsbruck im Jahre 1858 kam das Ende für die Innschifffahrt in Tirol. Mit dem Bau von Staustufen mit Wasserkraftwerken, die nicht über Schleusen verfügten, wurde eine durchgehende Schifffahrt unmöglich. Nur örtlich, beispielsweise in Passau, Schärding und Wasserburg am Inn findet auf dem Inn Fahrgastschifffahrt statt.

Von Kufstein bis Niederndorf gab es bis 2011 eine touristisch orientierte Innschifffahrt, mangels Fahrgästen wurde diese nach 14 Betriebsjahren eingestellt, das Schiff „St. Nikolaus“ im April 2013 nach Hamburg verkauft.[8]

Straßenverkehr

Der Inn ist zwar nicht in ganzer Länge seines Alpentals eine günstige natürliche Leitlinie für den Verkehr, zum einen wegen mehrerer Engpässe, zum anderen wegen der für den Alpenquerverkehr hinderlichen Längstalrichtung, seine Breite und relative Klimagunst machen es trotzdem zu einem früh besiedelten eigenen Wirtschaftsraum. Da es am breiten und stark strömenden Inn früher nur wenige Brücken gab, verlangte man seit dem Mittelalter für Bau und Erhalt Brückenzoll, meist von Fuhrwerken, etwa in Zams.

Die Verteilerfunktion zu niedrigen Alpenpässen wie Reschenpass und Brennerpass ist einerseits der Wirtschaft förderlich, belastet das Tal aber zunehmend mit Umweltfolgen des Individualverkehrs (Brennerautobahn), so dass ein Brennerbasistunnel in Planung ist.

Elektrizitätswerke

Am Oberlauf des Inn vom Schweizer Gebiet bis ins österreichische Landeck in Tirol befinden sich mehrere Wasserkraftwerke. Staustufen im Unterlauf ab Kufstein dienen sowohl der Energiegewinnung als auch dem Hochwasserschutz. Da diese Kraftwerke nicht über Schleusen verfügen, wird die Schiffbarkeit des Inn durch diese Kraftwerke stark eingeschränkt.

Das älteste Tiroler Kraftwerk ist in Kirchbichl, nach 70 Jahren wird die bestehende Wehranlage für Extremereignisse erweitert und zur bestehenden Wehranlage eine zusätzliche Abflussmöglichkeit geschaffen. Dafür ist der Ausbau des rund einen Kilometer langen Triebwasserweges auf die doppelte Kapazität von rund 600 geplant. Dadurch und durch den Bau einer Hochwasserentlastung kann das Krafthaus um eine Turbine erweitert werden, die Regeljahreserzeugung wird von derzeit 131 GWh um etwa 45 GWh steigen.[9]

Wasserkraftwerke am Inn (Reihenfolge flussaufwärts)
km Ort Nennleistung
in MW
erbaut
(Inbetriebnahme)
Durchfluss
in m³/s
Fallhöhe
in Meter
Turbinen Betreiber Bemerkung
5 Passau 86 1962 (1965) 285 10,4 4 Grenzkraftwerke GmbH
19 Schärding 96 1961 (1963) 287,5 11,2 4 Grenzkraftwerke GmbH
35 Egglfing 80,7 1944 186 10,1 6 VERBUND Hydro Power AG
48 Ering 72,9 1942 352 9,1 4 VERBUND Hydro Power AG
61 Simbach 100 1953 287,5 12,1 4 Grenzkraftwerke GmbH
75 Stammham 23,2 1955 185 5,7 3 VERBUND Hydro Power AG
83 Perach 19,4 1977 170 5,2 3 VERBUND Hydro Power AG
91 Neuötting 26,1 1951 196 6,7 4 VERBUND Hydro Power AG
100 Töging 85,3 1924 VERBUND Hydro Power AG am Innkanal
~119 Jettenbach 1 0,4 1994 VERBUND Hydro Power AG
~119 Jettenbach 2 5,0 1994 37,5 8,8 2 VERBUND Hydro Power AG
137 Gars am Inn 25 1938 90 7,2 5 VERBUND Hydro Power AG
147 Teufelsbruck bei Soyen 25 1938 90 7 5 VERBUND Hydro Power AG
160 Wasserburg 24,1 1938 95 7 5 VERBUND Hydro Power AG
173 Feldkirchen 38,2 1970 178 8,7 3 VERBUND Hydro Power AG
187 Rosenheim 35,1 1960 215 8,3 3 VERBUND Hydro Power AG
198 Nußdorf 47,9 1982 Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG
211 Oberaudorf/Ebbs 59 1992 290 12,4 2 Grenzkraftwerke GmbH
~220 Langkampfen/Kufstein 31 1998 TIWAG
~231 Kirchbichl 23 1941 TIWAG Ausleitkraftwerk
~341 Imst 89 1956 TIWAG Ausleitkraftwerk
~425 Scuol 288 1970/1994 Engadiner Kraftwerke AG Ausleitkraftwerk
~466 S-chanf/Ova-Spin 50 1970 Engadiner Kraftwerke AG Ausleitkraftwerk
~486 St. Moritz 4,36 1932 E-Werke St. Moritz

Freizeit

Der Inn bietet im Oberlauf vielfältige Möglichkeiten für den Wassersport, vor allem für Wildwasserpaddeln und Rafting, auf den Oberengadiner Seen (Silsersee, Silvaplanersee und St. Moritzersee) u. a. für Wind- und Kitesurfen.

Entlang der Hochwasserdämme führen auf weiten, zusammenhängenden Strecken Radwege. Entlang des Inn liegen viele Baggerseen, die durch Kiesgewinnung entstanden sind. Örtlich verkehren linienmäßig Personenschiffe. Das Inn-Museum in Rosenheim dokumentiert die Geschichte des Inn und der Innschifffahrt.

Weblinks und Literatur

 Wiktionary: Inn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2009, Wien 2011, S. OG 99 (PDF)
  2. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006 Einzelblatt Pegel Wasserburg. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF; auf: hnd.bayern.de).
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006 Einzelblatt Pegel Passau Ingling. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF; auf: hnd.bayern.de).
  4. Itinerarium Antonini
  5. Claudius Ptolemaeus 2.11.5
  6. Wasserführung der Donau an der Inn-Mündung im Profil des Donau-Wasservolumens (Zusammenarbeit und Umsetzung der EU-WRRL im Einzugsgebiet der Donau, Informationsveranstaltung Wasserwirtschaftliche Zusammenarbeit und Zielsetzungen im EZ-Gebiet der Donau, Sigmaringen, 25. Januar 2006)
  7. Wolf-Armin Reitzenstein:Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung
  8. http://www.tirol-schiffahrt.at/innschiffahrt/die-innschiffahrt.html
  9. http://www.tiroler-wasserkraft.at/de/hn/oeffentlichkeitsarbeit/aktuelle_meldungen/news/data/05720/index.php


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