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Indiana Jones

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Logo der Indiana Jones Filmreihe

Indiana „Indy“ Jones (eigentlich Dr. Henry Walton Jones, Jr.) ist die fiktive Hauptfigur aus der gleichnamigen Abenteuerfilmreihe. Die ersten drei Filme entstanden in den 1980er Jahren. Erst Ende der 2000er Jahre wurde noch ein vierter Film gedreht. Alle vier Filme entstanden unter der Leitung von Produzent George Lucas und Regisseur Steven Spielberg, in allen Spielfilmen spielt Harrison Ford die Hauptrolle. Wegen des großen Erfolgs der Filme beschäftigen sich zahlreiche Romane, Comics, Computerspiele und eine Fernsehserie mit der Figur des Indiana Jones.

Kinofilme

Bis jetzt wurden vier Kinofilme um Indiana Jones gedreht:

Die ersten drei Spielfilme waren in den 1980er Jahren große Erfolge und gelten bis heute als Kultfilme. Der vierte Film entstand fast 20 Jahre nach dem dritten Film, im Zuge eines Trends in der Filmbranche zu späten Fortsetzungen früherer erfolgreicher Filmzyklen.

In einem Interview deutete Hauptdarsteller Harrison Ford an, dass es einen fünften Teil von Indiana Jones geben werde.[1]

Die Figur Indiana Jones

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Harrison Ford am Set des vierten Kinofilms

In den Filmen und sonstigen unter der Marke Indiana Jones vertriebenen Produkten wird eine Biographie der fiktiven Figur Indiana Jones erzählt. Demnach wurde Indiana Jones, in der Kurzform auch Indy oder Jones, unter dem bürgerlichen Namen Henry Walton Jones, jr. am 1. Juli 1899 in Princeton, New Jersey geboren. Der im Juni 1922 an der Universität von Chicago promovierte Archäologe arbeitet nicht nur als ruhiger Wissenschaftler an einer Universität und als Professor an einem College, sondern reist als Abenteurer um die Welt. Er beschäftigt sich mit religiösen und okkulten Phänomenen und sucht nach legendären Reliquien. Im ersten Film sucht er die Bundeslade, im zweiten Abenteuer kommt er in einen Tempel der Göttin Kali und sucht die Sankara-Steine, im dritten Teil findet er den Heiligen Gral und im vierten Film geht es um einen Kristallschädel der Inka. Darüber hinaus hat er in seiner Jugend sehr viele weitere Abenteuer erlebt, bei denen er heute sehr bekannte Personen traf und an wichtigen Ereignissen teilgenommen hat. Er wurde mindestens 93 Jahre alt.

Da die ersten drei Abenteuer in den 1930er Jahren angesiedelt sind, treten die Nationalsozialisten, die sich selbst oft an antiken Vorbildern orientierten, im ersten und im dritten Film als Gegenspieler auf. In drei Filmen wird der Abenteurer von einer Frau begleitet, beim „letzten Kreuzzug“ ist sein Vater Professor Dr. Henry Jones sr. an seiner Seite. Beim vierten Abenteuer, das rund zwanzig Jahre später spielt, tritt erstmals sein Sohn Mutt Williams auf. Typische Merkmale des Indiana Jones sind der Fedora und seine Peitsche. Jones hat eine Schlangen-Phobie, die im dritten Kinofilm damit erklärt wurde, dass der junge Indiana auf der Flucht vor Verfolgern in einen Zirkus-Waggon voller Schlangen fiel.

Hintergrund

Als reales Vorbild für Indiana Jones diente der US-amerikanische Archäologe Hiram Bingham, der 1911 die Stadt Machu Picchu wiederentdeckte. Zunächst sollte Indiana Jones „Indiana Smith“ heißen; Steven Spielberg setzte jedoch eine Änderung durch. Den Namen „Indiana“ trug ursprünglich der Hund von George Lucas. Auf diesen Umstand wird im dritten Kinofilm angespielt, wenn der Zuschauer erfährt, dass sich Indiana Jones selbst nach dem Hund seiner Familie benannte. Lucas hatte mit Harrison Ford bereits bei Star Wars zusammengearbeitet.

Anspielungen auf Star Wars finden sich dann auch mehrfach: Im Jäger des verlorenen Schatzes zieren die beiden bekannten Droiden R2-D2 und C-3PO eine Steinsäule hinter der Bundeslade, im Tempel des Todes heißt eine Bar Club Obi-Wan und im Königreich des Kristallschädels zitiert Dr. Jones selbst sein Alter Ego Han Solo mit den Worten „Ich habe da ein ganz mieses Gefühl!“. Keine wirkliche Anspielung, aber eine kaum bekannte Tatsache: In eben der Schlucht, in der Dr. Jones droht, die Lade zu zerstören, wurde bereits zuvor R2-D2 von den Jawas angegriffen und verschleppt. Eine weitere Anspielung bzw. Kopie, die auf Star Wars basiert, ist eine Szene in Tempel des Todes: Gegen Ende rennt Indiana Jones einem der Thug hinterher, nur um in eine ganze Horde zu laufen und dann fluchtartig umzudrehen. Dieselbe Szene existiert auch in Star Wars, nur eben mit Han Solo und imperialen Sturmtruppen statt der Thugs.

Darsteller

Der Darsteller des Indiana Jones in den Kinofilmen ist Harrison Ford; lediglich in anderen Altersstufen wird Indiana Jones durch andere Schauspieler verkörpert. So spielt River Phoenix im dritten Teil den jungen Indiana Jones. Sean Connery verkörpert hier seinen Vater Professor Dr. Henry Jones sr. Ursprünglich war Tom Selleck für die Rolle des Indiana Jones in den Kinofilmen vorgesehen. Selleck konnte die Rolle jedoch nicht annehmen, da er wegen der Dreharbeiten zur Serie Magnum nicht abkömmlich war. Doch Tom Selleck hat seine Chance dennoch bekommen: In der Magnum-Episode 159 (dt. Titel: „Eine Legende lebt“ / Originaltitel: "Legend of the lost art") wandelt er auf den Spuren des berühmten Archäologen, den er in den Filmen nicht verkörpern konnte, stilecht mit Peitsche und Schlapphut, auf der Suche nach verlorenen Artefakten.

Filmmusik

Die Filmmusik schrieb der amerikanische Komponist John Williams, der für jeden Score der Indiana-Jones-Filme verantwortlich ist. Er komponierte den „Raiders March“, der auch außerhalb der Fangemeinde populär wurde. Für jeden einzelnen Teil komponierte Williams Leitmotive:

Teil 1: Erstmals erschien auf diesem Soundtrack die bekannte Titelmelodie. Außerdem wurde ein Thema für die Figur Marion und ein Thema für die Bundeslade geschrieben. Kampfszenen wurden auch ausschweifend untermalt. Ein Charaktermerkmal ist die ständige Einbindung der bekannten Fanfare.

Teil 2: In diesem Teil wurde der Marsch am meisten eingesetzt und immer wieder zitiert. Neue Themen wurden für den Jungen Short geschrieben und für Indys neuen Schwarm. Außerdem komponierte Williams ein Thema für die entführten Kinder.

Teil 3: Für Teil 3 komponierte Williams ein Thema für den Gral, für den Vater von Indiana Jones und einen Marsch für die Nazis (der in leicht veränderter Form auch in den Szenen während der Eroberung des Planeten Naboo durch die Handelsföderation im Film Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung benutzt wird). Auffällig ist, dass der "Raiders March" nur selten zitiert wird.

Teil 4: Leitmotive wurden auch für diesen Teil verfasst. Williams schrieb ein Thema für den Sohn von Indiana Jones, ein Thema für die Agentin Irina und ein musikalisches Leitmotiv für den Kristallschädel. Außerdem wurden in diesem Soundtrack erstmalig elektronische Töne eingesetzt. Diese sind in der Szene bei Peru zu hören. Es wurden jedoch viele Musikstücke aus den anderen drei Teilen zitiert.

Weitere Medien

Fernsehserie

In den Jahren 1992 und 1993 wurde die 22-teilige Fernsehserie Die Abenteuer des jungen Indiana Jones (Originaltitel The Young Indiana Jones Chronicles) produziert. In dieser Serie begegnet Jones realen Persönlichkeiten der Geschichte. Es werden Episoden aus verschiedenen Lebensabschnitten im Alter von 8 bis 10, 16 bis 20, 51 und 93 Jahren gezeigt; er wird demnach auch von verschiedenen Schauspielern (so von Corey Carrier, Sean Patrick Flanery, Harrison Ford oder George Hall) dargestellt.

Computerspiele

Seit Anfang der 1980er Jahre sind viele Indiana-Jones-Computerspiele für verschiedene Spielkonsolen und Computersysteme erschienen. Die bekanntesten Produkte sind die 1989 und 1992 veröffentlichten Adventures von LucasArts. Während sich die Geschichte von Indiana Jones and the Last Crusade sehr stark am gleichnamigen Film orientiert, zeichnet sich Indiana Jones and the Fate of Atlantis durch eine eigene Geschichte aus. Fans von Indiana Jones und Point-&-Click-Adventurespielen arbeiten an einem inoffiziellen Freeware-Nachfolger Indiana Jones and the Fountain of Youth, welches mit der Software Adventure Game Studio entwickelt wird. [2]

Flipperautomat

Im August 1993 erschien ein vom US-amerikanischen Spielautomatenhersteller Williams Electronics Games entwickelter, Flipperautomat namens „Indiana Jones - The Pinball Adventure“. Das Gerät wurde in einer Auflage von 12.716 Stück produziert und erlangte große Popularität. Heute sind gut erhaltene „Indy-Flipper“ begehrte Sammlerstücke. Im Jahr 2008 veröffentlichte der US-amerikanische Spielautomatenhersteller Stern einen "Indiana Jones" genannten Flipperautomat. [3] In das Spielgeschehen wurden zusätzlich zu den bisherigen auch Elemente des vierten Films integriert, der im selben Jahr erschien.

Romane

Neben den Filmen und der Fernsehserie gibt es über 40 Romane mit Abenteuern von Indiana Jones. Einige der englischsprachigen Bücher sind in einer deutschen Übersetzung erschienen.

Wolfgang Hohlbein schrieb acht Romane über Indiana Jones.

  • Indiana Jones und das Schiff der Götter
  • Indiana Jones und die Gefiederte Schlange
  • Indiana Jones und das Gold von El Dorado
  • Indiana Jones und das verschwundene Volk
  • Indiana Jones und das Schwert des Dschingis Khan
  • Indiana Jones und das Geheimnis der Osterinseln
  • Indiana Jones und das Labyrinth des Horus
  • Indiana Jones und das Erbe von Avalon

Von Rob MacGregor erschienen bisher sechs Romane in deutscher Sprache.

  • Indiana Jones und das Orakel von Delphi (Indiana Jones and the Peril at Delphi)
  • Indiana Jones und der Tanz der Giganten (Indiana Jones and the Dance of the Giants)
  • Indiana Jones und die Herren der toten Stadt (Indiana Jones and the Seven Veils)
  • Indiana Jones und das Geheimnis der Arche (Indiana Jones and the Genesis Deluge)
  • Indiana Jones und das Vermächtnis des Einhorns (Indiana Jones and the Unicorn’s Legacy)
  • Indiana Jones und die Macht aus dem Dunkel (Indiana Jones and the Interior World)

Von Martin Caidin gibt es bisher zwei Romane auf Deutsch.

  • Indiana Jones und die Hyänen des Himmels (Indiana Jones and the Sky Pirates)
  • Indiana Jones und die weiße Hexe (Indiana Jones and the White Witch)

Von Max McCoy existieren bis jetzt vier Romane in Übersetzung.

  • Indiana Jones und der Stein der Weisen (Indiana Jones and the Philosopher’s Stone)
  • Indiana Jones und die Brut des Sauriers (Indiana Jones and the Dinosaur Eggs)
  • Indiana Jones und das Geheimnis der Sphinx (Indiana Jones and the Secret of the Sphinx)
  • Indiana Jones und das Geheimnis von Thule (Indiana Jones and the Hollow Earth)

Während die zuvor genannten Romane eigenständige Geschichten bilden, beschäftigen sich vier Romane mit den Inhalten der Kinofilme.

  • Campbell Black, Jäger des verlorenen Schatzes (Raiders of the Lost Ark)
  • James Kahn, Indiana Jones und der Tempel des Todes (Indiana Jones and the Temple of Doom)
  • Rob MacGregor, Indiana Jones und der Letzte Kreuzzug (Indiana Jones and the Last Crusade)
  • James Rollins, Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull)

Zusätzlich erschienen 2008 vier weitere Romane im Verlag Panini Books zu den Filmen, die aufgrund etwas einfacherer Schreibweise als Jugendromane bezeichnet werden.

  • Ryder Windham, Jäger des verlorenen Schatzes (Raiders of the Lost Ark)
  • Suzanne Weyn, Indiana Jones und der Tempel des Todes (Indiana Jones and the Temple of Doom)
  • Ryder Windham, Indiana Jones und der Letzte Kreuzzug (Indiana Jones and the Last Crusade)
  • James Luceno, Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull)

Bücher über Indiana Jones

Comics

1981 betrat der amerikanische Comic-Verlag Marvel mit einer Adaption von Jäger des verlorenen Schatzes die Welt von Indiana Jones. Von 1983 bis 1986 veröffentlichte er 34 Hefte der Serie The Further Adventures of Indiana Jones. Darin tauchen neben Indiana Jones auch bekannte Figuren wie Marion Ravenwood und Sallah in ganz neuen Geschichten auf. Außerdem veröffentlichte Marvel die Comic-Adaptionen zu Indiana Jones und der Tempel des Todes und Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Die beiden letztgenannten wurden von Ehapa bzw. Bastei-Verlag auf Deutsch veröffentlicht, während der Condor Verlag vier Taschenbücher mit gesammelten Further-Comics herausbrachte.

Im Jahr 1991 übernahm der Verlag Dark Horse Comics die Lizenz, und bis 1996 publizierte er zahlreiche Miniserien, darunter eine Adaption des bekannten Videospiels Indiana Jones and the Fate of Atlantis. Vier dieser Serien wurden auf Deutsch übersetzt und erschienen in den Jahren 2000 und 2001 bei mg publishing.

Zudem veröffentlichte Dark Horse zwölf Hefte, die an die TV-Serie Die Abenteuer des jungen Indiana Jones angelehnt waren. Davon wurden die ersten sechs Hefte übersetzt und von Bastei-Verlag publiziert.

Mit dem Start des neuen Kinofilms übernahm Dark Horse 2008 die inzwischen ausgelaufene Lizenz wieder. Neben einer Comic-Adaption von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels wurden auch neue Miniserien (u.a. "Indiana Jones und die Gruft der Götter"[4]), Indy-Comics für Kinder und Sammelbände von älteren Ausgaben angekündigt [5]. Auf deutsch erschien die Kinofilm-Adaption bei Panini Comics.

Weblinks

 Commons: Indiana Jones – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Harrison Ford Says Fifth 'Indiana Jones' Is In 'Primary Stages,' Though 'Crystal Skull' Wore Him Out; abgerufen am 24. November 2008
  2. http://www.barnettcollege.com
  3. [1], Herstellerangaben.
  4. http://www.comicradioshow.com/Article3019.html
  5. http://www.darkhorse.com/news/pressrelease.php?id=1457


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Indiana Jones aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.