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Impfingen

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Impfingen
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Koordinaten: 49° 39′ N, 9° 39′ O49.647559.6533173Koordinaten: 49° 38′ 51″ N, 9° 39′ 12″ O
Einwohner: 1.044 (27. Mai 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Jul. 1971
Postleitzahl: 97941
Vorwahl: 09341

Lage von Impfingen in Vorlage:Positionskarte Deutschland Baden-Württemberg

Impfingen ist einer von sieben Stadtteilen von Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis mit 1044 Einwohnern.[1]

Lage

Impfingen liegt nördlich von Tauberbischofsheim an der Tauber. Der Taubertalradweg führt am Ort vorbei.[1]

Geschichte

Dorfgeschichte

Impfingen gehört in der Mitte des 12. Jahrhunderts zum Teil den Grafen von Hohenlohe und zum anderen Teil den Grafen von Rieneck in Grünsfeld. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Impfingen 1309.[1] Es ist davon auszugehen, dass der Ort älter ist, da am südlichen Ortsrand ein fränkischer Reihengräberfriedhof entdeckt wurde.

„Umphenkeyn“ (1320) ist die älteste Schreibweise von Impfingen.[2] Weitere Schreibweisen sind: „Umpfigheim“ und „Umpfingheim“ (jeweils 1578),[2] „Umpicheim“, „Umpfenkein“, „Umpfheikein“ oder „Ympffigkheim“.

Vom 10. bis 12. Juli 2009 wurden 700 Jahre Impfingen gefeiert.[3] Anlässlich dieses Jubiläums der Ortschaft wurde die Pfarrkirche St. Nikolaus neu renoviert.[1]

Wappen

Im Impfinger Wappen ist Nikolaus von Myra dargestellt.[4] Er ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche. Sein Gedenktag, der 6. Dezember, wird im Christentum mit zahlreichen Volksbräuchen begangen.

Jüdische Gemeinde Impfingen

In Impfingen bestand bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde. Im Juni 1913 kam es zur Auflösung der jüdischen Gemeinde. Ihre Entstehung reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. In einer Urkunde in Wenkheim wird Mose Jud von Impfingen im Jahr 1590 genannt. 1591/92 werden die beiden Juden Berlin und Mosse, 1704 bis 1717 Löw, Mayer und Sambsel genannt.[5]

Die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder in Impfingen entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert wie folgt: 1826 (37 jüdische Einwohner), 1833 (44), 1838 (52), 1841 (57, höchste Zahl), 1864 (36), 1871 (30), 1875 (41), 1880 (41), 1885 (37), 1990 (24), 1895 (25), 1900 (18), 1905 (11), 1910 (14), 1933 (3).[5]

Die jüdische Gemeinde Impfingen hatte eine eigene Synagoge, eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Ein eigener Lehrer wurde zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde angestellt. Dieser war zugleich als Vorsänger und Schochet tätig. Auf dem jüdischen Friedhof in Wenkheim wurden die Toten der Gemeinde beigesetzt. 1827 wurde die jüdische Gemeinde Impfingen dem Bezirksrabbinat Wertheim zugeteilt.[5] Ab 1887 wurde die jüdischen Gemeinde Impfingen als Filiale (Filialgemeinde) der jüdische Gemeinde Hochhausen zugeordnert; Bereits ab 1911 wurde jedoch die jüdische Gemeinde Hochhausen wiederum als Filiale der jüdischen Gemeinde Wenkheim genannt.[6] 1933 lebten noch drei jüdische Personen am Ort. Vor 1938 starben zwei davon: Die Jüdin Ida Ehrlich, die ein Kolonialwarengeschäft in Impfingen betrieb, sowie Sophie Heumann. Die dritte verbliebene Jüdin, Henriette Heimann, wurde am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo sie in der Folge starb.[5]

Von den jüdischen Personen, die in Impfingen geborenen wurden oder längere Zeit im Ort wohnten, kamen in der Zeit des Nationalsozialismus die folgenden fünf Personen nachweislich ums Leben:[7][8][5] Adolf Gutmann (geb. 1878), Josef Gutmann (geb. 1908), Henriette Heimann (geb. 1875), Sanchen Heimann geb. Heumann (geb. 1880), Emma Kuttner geb. Gutmann (geb. 1874).

Politik

Gemeinde

Am 1. Juli 1971 wurde Impfingen im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg gemeinsam mit Hochhausen Teil von Tauberbischofsheim.

Ortschaftsrat

Der Ortschaftsrat besteht aus fünf Personen, die alle von der CDU gestellt werden.[9]

Ortsvorsteher

Ortsvorsteher ist Dominik Carle (CDU). Seine Stellvertreterin ist Karola Dürr (CDU).[9]

Wirtschaft

Weinanbau

Impfingen ist ein Weinort mit der Lage und Weinsorte „Impfinger Silberquell“.

Tourismus

Durch die Lage am Taubertalradweg im Lieblichen Taubertal ist Impfingen mit zwei Besenwirtschaften und Übernachtungsmöglichkeiten ein Ziel für Rad- und Wandertouristen.

Verkehr

Nach fünf Kilometern befindet sich zwischen Tauberbischofsheim und Distelhausen seit 1972 eine Anschlussstelle an die Bundesautobahn 81.

Öffentliche Einrichtungen

Im Ort Impfingen befinden sich:

  • Eine Grundschule mit Gymnastikhalle[1]
  • Ein Kindergarten[1]
  • Verschiedene Spiel- und Bolzplätze[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Osterbrunnen Impfingen.JPG
Ein Osterbrunnen in Impfingen

Baudenkmäler

Die Pfarrkirche St. Nikolaus enthält mittelalterliche Fresken[10] und ein Bildstockrundwanderweg führt um den Ort.[1]

Museum

In Impfingen befindet sich ein Dorfmuseum.[1]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter Impfingens

Vereine

In Impfingen bestehen unter anderem die folgenden Vereine:

  • Musikkapelle Impfingen e.V. – eine Musikverein[11]
  • TSG Impfingen e.V. – ein Sportverein in der Sportart Fussball[12]

Literatur

  • Corinna Egerer, Michael Latzel: Tauberbischofsheim, Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim 2005, S. 148-161 (Kapitel: „Stadtteile“ Tauberbischofsheims).

Weblinks

 Commons: Impfingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 Stadt Tauberbischofsheim: Die Stadtteile der Kreisstadt Tauberbischofsheim. Online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 18. Mai 2015.
  2. 2,0 2,1 Freiwillige Feuerwehr Tauberbischofsheim: Geschichte. Online auf www.feuerwehr-tbb.de. Abgerufen am 18. Mai 2015.
  3. Stadt Tauberbischofsheim: 700 Jahre Impfingen. Online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 18. Mai 2015.
  4. Zier, Hans Georg; Kastner, Julius Friedich: Wappenbuch des Landkreises Tauberbischofsheim, Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim 1967.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Alemannia Judaica: Impfingen (Stadt Tauberbischofsheim, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal / Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 18. Mai 2015.
  6. Alemannia Judaica: Hochhausen (Stadt Tauberbischofsheim, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal / Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 27. Mai 2015.
  7. Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem.
  8. Angaben aus "Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945".
  9. 9,0 9,1 Stadt Tauberbischofsheim: Der Ortschaftsrat der Ortschaft Impfingen. Online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 18. Mai 2015.
  10. Kath. Kirche TBB: Willkommen in der Pfarrgemeinde St. Nikolaus, Impfingen. Online auf www.kath-kirche-tbb.de. Abgerufen am 18. Mai 2015.
  11. Musikkapelle Impfingen: Impfinger Musikanten. Online auf impfingermusikanten.de. Abgerufen am 18. Mai 2015.
  12. TSV Impfingen: TSG Impfingen. Online auf tsgimpfingen.wordpress.com. Abgerufen am 18. Mai 2015.

Vorlage:Navigationsleiste Stadtteile von Tauberbischofsheim


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Impfingen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.