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Immanuel Friedlaender

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Gottfried Immanuel Friedlaender (geb. 9. Februar 1871 in Berlin; gest. 1948) war ein deutsch-schweizerischer Vulkanologe.

Privatleben

Friedlaender war der Sohn von Carl Friedlaender (* 1817; † 1876), Professor der Nationalökonomie in Berlin; sein Großvater war der Berliner Arzt Nathan Friedlaender (1776–1830). Zu seinen Geschwistern gehörte der Zoologe Benedict Friedlaender, mit dem er als junger Mann unter anderem nach Hawaii und Südostasien reiste. Später heiratete er Hertha Meyer (* 1876; † 1958), eine der jüngeren Schwestern des Physikers Stefan Meyer und des Chemikers Hans Leopold Meyer. Das Ehepaar hatte mit Clara Anna Hertha, Olga Beatrice Hertha, Carl Gotthelf Immanuel und Irmgard Elizabeth Hertha vier Kinder. 1922 nahm Friedländer die Schweizer Staatsbürgerschaft an.

Karriere

Er promovierte in Physik, sein Interesse galt aber bald durch Einfluss seines Bruders der Vulkanologie.

Auf dem Internationalen Geologen-Kongress 1910 in Stockholm regte er die Gründung eines internationalen Vulkaninstituts in Neapel an und erhielt zahlreiche positive Reaktionen. Diese veranlassten ihn, im Folgejahr 1911 einen entsprechenden Aufruf zu veröffentlichen. Dem Aufruf beigefügt war eine Unterschriftenliste, die von zahlreichen Wissenschaftlern unterzeichnet wurde. Er schuf mit der Zeitschrift für Vulkanologie 1914 die erste auf Vulkanologie spezialisierte Zeitschrift – sie sollte zukünftig als Sprachrohr des Instituts dienen. Eine der ersten über dieses Medium verkündeten Nachrichten war jedoch negativer Form: Da die letztendlich tatsächlich zugesagten finanziellen Beiträge zum Bau und Betrieb des Instituts wesentlich geringer ausfielen als erhofft, teilte Friedlaender über einen Artikel 1914 mit, das öffentliche Projekt aufzugeben. Stattdessen verwirklichte er es in privatem Rahmen. Noch 1914 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen und mit der Ausstattung der Laboratorien begonnen. Die Hauptaufgabe des Instituts bestand in einer dauerhaften und systematischen Untersuchung der vulkanischen Aktivitäten am Golf von Neapel sowie in der Registrierung und Aufzeichnung der Erdbeben in der Region des Vesuv. Aus diesem Grund wurde eine seismologische Station in Betrieb genommen. Weitere Einrichtungen des mehrheitlich auf privater Basis geführten Vulkaninstituts Immanuel Friedlaender waren eine Bibliothek sowie eine umfangreiche vulkanologische Gesteinssammlung. Das Institut musste auf Grund der politischen Situation in Italien 1934 geschlossen werden. Die Messinstrumente wurden dem neapolitanischen Vulkanobservatorium des Seminario Arcivescovile übergeben und die Bibliothek, die Foto-, die Grafik- sowie die Mineraliensammlung 1935 im Zuge einer Schenkung an die ETH Zürich überführt. 1936 stellte Friedlaender schließlich auch die Zeitschrift für Vulkanologie ein.

Gemeinsam unter anderem mit Karl Erich Andrée, Gustav Angenheister, Beno Gutenberg, Franz Kossmat, Gerhard Krumbach, Karl Mack, Ludger Mintrop, Peter Polis, August Heinrich Sieberg und Emil Wiechert rief Friedlaender zudem am 19. September 1922 in Leipzig die Deutsche Seismologischen Gesellschaft ins Leben. Sie war der Vorläufer der heutigen Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft. Heutzutage hat die Stiftung Vulkaninstitut Immanuel Friedlaender ihren Sitz an der ETH Zürich.[1] Als der bedeutendste Nachlass des Geologen gilt noch heute seine umfangreiche Fotosammlung mit über 8900 Fotos vulkanischer Formationen. Sie lagert in den wissenschaftshistorischen Sammlungen der ETH-Bibliothek Zürich.[2]

Werke

  • Die Geschichte des Vesuv, Berlin: D. Reimer, 1929
  • Karten des Eruptionskegels des Vesuv und des Vesuvkraters, Napoli: Detken & Rocholl, 1913
  • Beiträge zur Kenntnis der Kapverdischen Inseln, Berlin: D. Reimer, 1913
  • Physics of the Earth I: Volcanology, Arthur L. Day, Immanuel Friedlaender, TA Jagger, Karl Sapper, Februar 1931, National Research Council Bulletin No.77, 77 S.
  • Absolute oder relative Bewegung?, mit Benedict Friedlaender. Berlin: Leonhard Simion, 1896.

Einzelnachweise

  1. Stiftung in Friedlaenders Namen
  2. doi:10.3929/ethz-a-001602395


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Immanuel Friedlaender aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.