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Imad Karim

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Imad Karim (* 7. Juni 1958 in Beirut; arabisch ‏عماد كريم‎) ist ein libanesisch-deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Fernsehjournalist. Er ist seit Ende 1977 in Südwestdeutschland ansässig.

Leben

Imad Karim wurde in Beirut geboren, dort besuchte er die Schule und schloss mit dem Abitur 1975–1976 ab. Im Schatten des im April 1975 ausgebrochenen libanesischen Bürgerkrieges nahm er sein Studium an der Akademie der schönen Künste in Beirut (ALBA) auf. Das von kriegsbedingter Unterbrechung gekennzeichnete Studium, die Verfolgung durch lokale Kommandeure und die allgemeine Sicherheitslage zwangen ihn sein Heimatland zu verlassen. Als Exil wählte er Deutschland.

In Deutschland 1977 angekommen, studierte er in Berlin, Mainz und Mannheim Medienwissenschaft und Sozialwissenschaft und schloss 1987 mit einem Magister ab.

In der Zeit von 1987 bis 1991 finanzierte Imad Karim seinen Lebensunterhalt durch Übersetzungsarbeiten in und aus dem Arabischen.

Im Oktober 1991, ca. drei Monate nach Beendigung des libanesischen Bürgerkrieges, kehrte er als einer der ersten Regisseure in seine Heimat zurück und drehte „Die verlogenen Mythen meines Krieges“. Die Dreharbeiten zu diesem Film wurden überschattet von einer Minenexplosion, bei der die 26-jährige Regieassistentin Noha Almasri ihr rechtes Bein verlor. Eine Schrifttafel weist am Ende des Films ausdrücklich darauf hin.

1992 begann er für den ARD, ZDF und den Westdeutschen Rundfunk als freier Fernsehjournalist, Filmautor und Regisseur zu arbeiten.

In den darauffolgenden Jahren reiste er in die Krisengebiete im Nahen Osten und berichtete u. a. für ARD, ZDF und einige Privatsender live vor Ort, hauptsächlich aber aus dem Libanon und an der libanesisch-israelischen Grenze.

Den Hauptanteil seiner umfangreichen Fernsehdokumentationen und Filmprojekten realisierte Imad Karim für den Westdeutschen Rundfunk in Köln; 1993 begann er als TV-Autor, Regisseur und Produzent im Auftrag des WDR-Fernsehens eine Reihe von großen Dokumentationen, Reportagen und Filmessays im In- und Ausland (Libanon, Syrien, Ägypten, Marokko, Tunesien, Irak, Türkei, Ghana, Schweiz, Italien, Spanien, Portugal, Philippinen und Hong Kong) zu produzieren.

Seine Filme wurden in den Fernsehanstalten WDR, hr, BR, MDR, ORB, SR, SWR, NDR, 3Sat, Phoenix und im ersten ARD-Programm ausgestrahlt und mehrmals wiederholt. Somit erreichten die Themen seiner Dokumentationen Millionen Zuschauer.

Imad Karim gehörte jahrelang verschiedenen Filmjuries an und ist selber Träger verschiedener Fernsehpreise.

Seit 2001 leitet er die von ihm gegründete Filmproduktionsfirma Strong Shadow Media. Im Februar 2017 kritisiert Karim die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Er beklagt die Entstehung von Parallelgesellschaften, die immer größer werden, und erklärt, heute werden Leute wie ich mitunter quasi zu Systemkritikern erklärt, die in der Diskurslandschaft nicht mehr erwünscht sind.[1]

Filmgenre

Die Filmdokumentationen von Imad Karim befassen sich mit Menschen und einzelnen Schicksalen. Während seine ersten Produktionen von surrealistischen Einflüssen geprägt sind, zeichnen sich weitere Filmprojekte durch authentische, aber zurückhaltende Beobachtung. In einigen seiner Filme beharrte Karim darauf, seine Protagonisten, reale Menschen mit Hintergrundgeschichten, möglichst lang mit der Kamera zu begleiten. Für seinen Film „Beate von Pückler“ benötigte er drei Jahre Beobachtungszeit.

Auszeichnungen

  • Das Freibürger Publikumspreises, 1993
  • ARD-Civis-Preise 1995
  • Prix Iris Niederlande 1996

Filmografie

  • Dann lieber ins falsche Paradies
  • Sabera, Tochter der Wüste
  • Dorle, die Waldfee
  • Die Ziegenkönigin
  • Jochen, Gottes einsamer Kämpfer
  • Marashah – Die Space Hexe
  • Carola, die Bauchtänzerin aus dem Revier
  • Udo, der Hofnarr
  • Wanderer durch die Zeiten
  • Frank, der Sternenkämpfer
  • Sabrina, der fliegende Punk
  • Eva Vargas, die sanfte Rebellin
  • Motamedi, die kosmische Botschaft
  • Pauschal total, Eine Reise – zwei Ansichten
  • Hurra, die Gräfin kommt, oder wie der Osten geleimt wird
  • Herzen auf Reisen
  • Stationen der Sehnsucht
  • Ich such dich, ich such dich nicht, Singles
  • Mein Urgroßvater Mohamad Ali
  • Menschen hautnah: Deutschland – Ghana und zurück (Charly sucht seine Heimat)
  • Kumpel Charly

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Deutschland ist die Heimat meiner Werte


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Imad Karim aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.