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Ilana Eimerl

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Ilana Eimerl
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Ilana Eimerl (geb. 1968 in Berlin) ist eine abwechselnd in Berlin und Tel Aviv lebende deutsch-israelische Schriftstellerin, Drehbuchschreiberin und Dramaturgin. Die Arbeit als Interviewerin für die »Shoah Visual History Foundation« von Steven Spielberg beeinflusste sie stark und setzte den Schwerpunkt ihres Schreibens auf jüdische Themen.

Leben

Ihre Eltern sind Holocaust-Überlebende und stammen aus der Region des früheren Galizien. Nach ihrem Dramaturgie- und Drehbuchstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg verbrachte Ilana Eimerl zwei Jahre in Israel, vor allem auch, um ihr Hebräisch zu verbessern, da die Eltern zuhause Jiddisch sprachen.

Ilana Eimerl interessiert sich für die jüdische Geschichte des Mittelalters, für die Frühzeit der Kabbala und in diesem Zusammenhang insbesondere für die Schriften des Eleasar ben Juda ben Kalonymos, genannt Rokeach.

Ilana Eimerl über ihren Roman "Rokeach"

"Mein Roman Rokeach, der 2016 im Worms-Verlag erschienen ist, hat zwei Ich-Erzähler – ein jüdisches Mädchen und einen christlichen Ritter. Das Mädel war ganz schnell geschrieben: Wenn es hochkommt, habe ich ein halbes Jahr dafür gebraucht. Und dann stand ich mit 250 Seiten da. Aber alle, die es gelesen hatten, meinten, es liest sich wie ein Kinderbuch. Es war klar, dass sie einen Gegenpart braucht. Und was ist der absolute Gegenpart zu einem jüdischen Mädchen von 13, 14, 15 Jahren? Ich habe mich da in der Neuzeitliteratur umgesehen und Anne Franks Tagebuch im Hinterkopf gehabt: Na klar, die Antisemiten.
Im Prinzip ist das eine Erzählung, die auch meine eigene Geschichte wiederholt. Ich habe es also mal mit den Tempelrittern probiert. Das fiel mir wirklich sehr, sehr schwer. Es hat mehr als zwei Jahre gedauert, bis ich begriffen habe: Auch wenn das der Anti-Held ist, ist es eine unglaublich wichtige Person, die die Geschichte vorantreibt und der man sich annähern muss.
Weder im Roman noch im Drehbuch kann man eine Figur entwickeln, wenn man diese Person nicht ansatzweise faszinierend oder wenigstens interessant findet. Das ist die schreckliche Erkenntnis: Das Böse ist eben auch interessant. Gerade das Böse ist faszinierend. Als ich auf diesem Weg an die Sache herangegangen bin, konnte ich ihn immer besser beschreiben.
Hinterher habe ich dann so einen Bösewicht gehabt, einen Antisemiten, einen schlimmen Menschen, aber ich konnte ihn verstehen, immer mehr. Das war dann eine Erkenntnis, von der ich wirklich glaube, sie hat mich weitergebracht. Wenn ich im persönlichen Leben jemanden treffe, den ich aufgrund seiner politischen Einstellungen widerlich finde, hätte ich mich früher am liebsten auf ihn gestürzt. Jetzt weiß ich, dass das alles nichts bringt, sondern dass man lieber einen Schritt zurückgeht, darüber nachdenkt, analysiert und dann sagt: »Hören Sie, mir gefallen Ihre antisemitischen oder diese und jene Einstellungen nicht, und ich möchte mit Ihnen nichts zu tun haben."

Weblinks (Auswahl)


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