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Ignaz Bing

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Ignaz Bing (geb. 29. Januar 1840 in Memmelsdorf i.Ufr; gest. 25. März 1918 in Nürnberg) war ein Nürnberger Fabrikant und bedeutender Mäzen.

Herkunft

Die jüdische Familie Bing war aus Bingen über Frankfurt am Main nach Franken gekommen. Ignaz Bing wurde als zweiter Sohn des Färbermeisters Salomon Bing geboren. Als Siebenjähriger verlor er seine Mutter. Wieder verheiratet, zog der Vater 1853 nach Gunzenhausen und betrieb dort eine Hopfenhandlung. Mit 14 Jahren besuchte Bing in Ansbach eine kaufmännische Schule und arbeitete danach in unterschiedlichen Städten.

Der Unternehmer

Mit 23 Jahren gründete Bing mit seinem Bruder Adolf 1863 in Nürnberg ein Engrosgeschäft für Garn-, Band- und Kurzwaren. Während des Krieges von 1866 stieg der Umsatz stark an durch die einquartierten preußischen und mecklenburgischen Soldaten. Die Gebrüder Bing mieteten daraufhin einen größeren Laden und spezialisierten sich auf Metallwaren. Ab 1871 verkauften sie Gewichte und Maße des neugegründeten Deutschen Reiches. Die Herstellung erfolgte per Heimindustrie. 1879 begann die Produktion. 1885 beschäftigte das Unternehmen 500 Mitarbeiter. Schließlich wurde die "Nürnberger Metallfabrik Gebrüder Bing" zur Herstellung von Küchengeräten, Blechspielwaren und anderen Blech- und Lackierwaren gegründet. Die Leitung des Betriebs mit 3.000 Arbeitern übernahm Ignaz, Adolf zog sich zurück. Der Export erfolgte europaweit und in die USA. Mit dem Ersten Weltkrieg stellte sich Bing auf Kriegsproduktion um. Er lieferte nun Helme, Feldflaschen, Militärkochgeschirre und Tornister. Der Konzern beschäftigte 1923 fast 16.000 Menschen. Es folgte der Kauf einer Puppenfabrik. Bedingt durch die Expansion und die Weltwirtschaftskrise mußte Bing 1932 Vergleich anmelden.

Der Mäzen

Bing unterstützte die Naturhistorische Gesellschaft. Er entdeckte die "Bing-Höhle" bei Streitberg.

Auszeichnungen

  • Geheimer Kommerzienrat

Mitgliedschaften

  • Phönix-Gesellschaft [1]

Literatur

  • Kurt Lebermann: Die Konzentration der Bingwerke Nürnberg. Zugleich: Universität Würzburg, Rechts- und staatswiss. Dissertation, 1924. Leipzig: A. Deichert, 1924, XII, 144 S. (Wirtschafts- und Verwaltungsstudien mit besonderer Berücksichtigung Bayerns; 61)
  • Stefan Loewengart: Aus der Geschichte der Familie Bing. In: Leo-Baeck-Institut Bulletin 59 (1981), S. 29-54
  • Rudolf Endres: Familie Bing. Fabrikanten in Nürnberg. In: Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. München: Haus der Bayerischen Geschichte
    • Lebensläufe. Hrsg. von Manfred Treml und Wolf Weigand unter Mitarbeit von Evamaria Brockhoff, 1988, 328 S., ISBN 3-9801342-8-8 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur; Nr. 18), S. 173-177
  • Rudolf Endres, Martina Fleischmann: Nürnbergs Weg in die Moderne. Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Hrsg. Stadtsparkasse Nürnberg. Nürnberg: Tümmels, 1996, 320 S., ISBN 3-921590-43-4, S. 127-131
  • Ignaz Bing: Aus meinem Leben. Erinnerungen eines Nürnberger Unternehmers und Höhlenforschers 1840-1918. Jülich: Cieslik, 2004, 358 S., ISBN 3-921844-72-X (Reihe Quodlibet)

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Walter Bauernfeind: Phoenix-Gesellschaft. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - im Netz


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Ignaz Bing aus dem NürnbergWiki. Im NürnbergWiki ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.