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Ida Seele

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Datei:Ida Seele.png
Ida Seele, Zeichnung nach Original von ca. 1885

Ida Seele, verheiratete Vogeler (* 20. April 1825 in Nordhausen; † 15. Oktober 1901 ebenda) war die erste Fröbelkindergärtnerin.

Leben und Wirken

Johanne Friederike Ida Seele, die schon in früher Kindheit ihre Mutter verlor, wuchs als siebtes Kind in ärmlichen Verhältnissen auf und war von schwächlicher Gesundheit. Gerne wäre sie Lehrerin geworden, konnte aber diesen Beruf wegen fehlender finanzieller Mittel nicht ergreifen. Im Jahre 1843 ging sie zu Friedrich Fröbel, dem Begründer des Kindergartens, um sich zur Kindergärtnerin ausbilden zu lassen. Nach Abschluss der Ausbildung übertrug ihr Fröbel die Leitung seines 1840 in (heute: Bad) Blankenburg gestifteten Kindergartens. Nur kurze Zeit war sie dort tätig, da der Kindergarten wegen „mangelnder Feuerung“ seinen Betrieb einstellen musste. Auf Anraten ihres Lehrmeisters zog Ida Seele nach Darmstadt, wo sie 14 Jahre in einer Kleinkinderschule arbeitete.

Bevor sie 1860 nach Berlin übersiedelte, war sie für kurze Zeit als Leiterin einer Höheren Mädchenschule in Landsberg an der Warthe angestellt. In Berlin leitete die Pädagogin, die sich dort in der „Freien Gemeinde“ engagierte, mehrere Kindergärten. Ferner unterrichtete sie am Kindergärtnerinnenseminar des Berliner Frauenvereins zur Beförderung Fröbel’scher Kindergärten Theoretisch-praktische Vorführungen der Fröbelschen Spiel- und Beschäftigungsmitte und gab noch Erzählstunden.

Ida Seele publizierte einige kleine Schriften wie „Erinnerungen an Friedrich Fröbel“. Erfolgreich war ihre Geschichtensammlung Erzählungen für Kinder von zwei bis sieben Jahren. Zum Gebrauch im Hause, im Kindergarten und in der Kleinschule. Das Werk ist in sechs Abteilungen gegliedert: Auch dem Märchen ist darunter eine Stelle eingeräumt, und hoffentlich werden dies, trotz immer und immer wiederkehrenden Angriffe gegen diese Art Jugend-Erzählungen, nur Wenige mißbilligen. Innerhalb der einzelnen Abtheilungen erscheint Lichteres und Schwererres, Einfacheres und Zusammengesetzteres, und es ist versucht worden, das Dargebotene im Fortschritt von Jenem und Diesem zu Ordnen. Daher wird man vielleicht in jeder Abtheilung etwas finden, was sich für das vierte, fünfte ect. Lebensjahr des Kindes eignet. – Für das Kind des dritten Jahres ist ein Theil der meist von der Herausgeberin selbst herrührenden 'Plaudereien' bestimmt. Man wird ihre Art ebenso eigenthümlich als trefflich finden, und beim Wiedererzählen besonders dieser sich genau an den Wortlaut halten können (S. III).

1879 kehrte die Kindergärtnerin mit ihrem Mann, Wilhelm Vogeler, den sie 1865 heiratete, nach Nordhausen zurück, wo sie am 15. Oktober 1901 an den Folgen einer Lungenentzündung starb. In ihren Grabstein ritzte man die Worte: „Hier ruht die erste Kindergärtnerin der Welt – genannt Fröbel Ida“.

In Nordhausen trägt ein Kindergarten, in Darmstadt eine Straße und in Dillingen (Donau) ein Archiv zur Erforschung des Kindergartens und der Sozialpädagogik/-arbeit ihren Namen.
Datei:ISA.Dillingen.JPG
Logo des Ida-Seele-Archivs
Das Dillinger Ida-Seele-Archiv, ehrenamtlich geleitet von Manfred Berger, bewahrt den Nachlass der ersten Fröbelkindergärtnerin.

Am 19. Dezember 2007 wurde in Nordhausen ein Denkmal für die Fröbel-Kindergärtnerin aufgestellt.[1][2]

Schriften

Datei:I. Seele.jpg
"Plauderstoffe" (1883)
  • Erzählungen für Kinder von zwei bis sieben Jahren. Zum Gebrauch im Hause, im Kindergarten und in der Kleinkinderschule. Leipzig 1862.
  • Gedichte für das erste Kindesalter zum Gebrauch im Hause, für den Kindergarten und die Kleinkinderschule. Berlin 1864.
  • Plauderstoffe. Bilder aus dem Kinderleben für Kindergarten und Elternhaus. Leipzig 1883.
  • Meine Erinnerungen an Friedrich Fröbel. In: Kindergarten. Jhg. 27, 1886, S. 20–22, 36–41, 53–57, 70–75, 83–87, 118–123, 132–136, 145–149, 165–170, 179–181.
  • Meine Erinnerungen an Friedrich Fröbel. In: Kindergarten. Jhg. 28, 1887, S. 4–6, 21–24, 33–36, 52–59, 68–72, 84–88, 100–102, 116–121, 129–132, 147–152, 164–166, 177–180.
  • Meine Erinnerungen an Friedrich Fröbel. In: Kindergarten. Jhg. 29, 1888, S. 5–7, 22–24, 33–35, 53–57, 71–73, 84–87, 117–121, 135–18, 148–150, 166–171, 177–186.
  • Kleine Bilder. In: Kindergarten. Jhg. 30, 1889, S. 17–19.
  • Aus meiner Studienzeit bei Friedrich Fröbel. In: Kindergarten. Jhg. 32, 1891, S. 68–69.
  • Das Falten des kleinen Zauberstabes. In: Kindergarten. Jhg. 33, 1892, S. 84–86.
  • Erinnerungen an Frau Baronin Bertha von Marenholtz-Bülow. In: Kindergarten. Jhg. 34, 1893, S. 65–68.

Literatur

  • Manfred Berger: Ida Seele-Vogeler, in: Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter, H. 3, Jhg. 2, 1993, DNB 1025761898, OCLC 613336034, OCLC 51959887, S. 19.
  • Manfred Berger: Frauen in der Geschichte des Kindergartens. Ein Handbuch, Frankfurt 1995, S. 173–178.
  • Manfred Berger: Fröbels Ida - die erste Kindergärtnerin der Welt, in: Kindergarten Magazin 1997/H. 3, S. 62.
  • Manfred Berger: Vor 100 Jahren starb Fröbels Ida. Ida Seele war die erste Kindergärtnerin der Welt, in: Theorie und Praxis der Sozialpädagogik, 2001/H. 5, S. 49–50.
  • Manfred Berger: Zum 100. Todestag von Ida Seele-Vogeler, in: Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter, H. 3, Jhg. 10, 2001, DNB 1025761898, OCLC 613336034, OCLC 51959887, S. 8–9.
  • Manfred Berger: Seele(-Vogeler), Johanne Friederike Ida, in: Felicitas Marwinski (Hrsg.): Lebenswege in Thüringen. Vierte Sammlung, Jena 2011, S. 315–321.

Einzelnachweise

  1. http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=44750
  2. http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=45085

Weblinks


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