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Todeszug von Iași

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(Weitergeleitet von Iasi-Pogrom)
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Der Todeszug von Iași, auch Iași-Pogrom, bezeichnet das größte Pogrom an der jüdischen Bevölkerung in Rumänien. Es fand in der Stadt Iași im Anschluss an den Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges am 27. Juni 1941 statt. Das Pogrom wurde durch rumänische Regierungstruppen unterstützt durch deutsche Einheiten unter Aufsicht der rumänischen Behörden durchgeführt.[1] Im Laufe des Pogroms starben über 10.000 Menschen.[2]

Hintergrund

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Jüdische Bevölkerungsanteile in Rumänien, um 1930.

Im Oktober 1940 übernahm der General Ion Antonescu in Rumänien die Staats- und Regierungsgeschäfte. Zur gleichen Zeit wurde Iași zur Hauptstadt der Eisernen Garde ernannt.[2] Vergleichbar mit München als Hauptstadt der Bewegung für die NSDAP. Die Ernennung der Stadt zum Zentrum der antisemitischen Eisernen Garde war verbunden mit verschärften Repressionen gegenüber der einheimischen jüdischen Bevölkerung. Dazu gehörten nicht nur Übergriffe, sondern auch Beschlagnahmung jüdischen Besitzes und Immobilien. Verbunden waren die Ausschreitungen mit offenem Antibolschewismus. Sie gipfelten bereits einen Monat später in der Zerstörung zweier Synagogen.[2] 1941 lebten 51.000 Juden in der Stadt.

Ablauf des Pogroms

Der rumänische Geheimdienst streute in der Stadt das Gerücht, dass die jüdische Bevölkerung der Luftstreitkräfte der Sowjetunion Informationen zur Bombardierung der Stadt übermittelt hätte. Angestachelt durch die bewaffneten Einheiten der Rumänen und Deutschen begannen die ersten Übergriffe am Vorabend des 28. Juni. Während Tausende verhaftet wurden, wurde eine ähnliche Größenordnung auf offener Straße oder in ihren Häusern ermordet. Dabei kam es auch zu Plünderungen. Aus Angst vor dem wütenden Mob markierten Hausbewohner ihren Besitz mit: Hier leben Christen, keine Juden.

Am 29. Juni, als Schwarzer Sonntag bezeichnet, begannen Erschießungen durch rumänische Soldaten im Hinterhof des Hauptsitzes der Polizei. Die 4.330 Überlebenden[2] der Hinrichtungen wurden im Anschluss in geschlossene Güterwaggons getrieben. Zwei Züge fuhren die Waggons acht Tage durch das rumänische Hinterland. Die meisten Gefangenen starben an Hunger oder Durst. Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem verzeichnet 2.650 Tote während dieser Fahrt.

Die rumänische Regierung berichtet insgesamt von 13.266 identifizierten Opfern. Die jüdische Gemeinde von Iași über 15.000.

Kriegsverbrecherprozesse

Die rumänische Justiz klagte wegen des Pogroms in Iași nach dem Krieg 57 Personen an. Neben 21 Zivilisten und 22 Gendarmen mussten sich ebenso ehemalige höhere Militärs, sowie der Bürgermeister von Iași und der Präfekt der Region verantworten. 156 Zeugen wurden vom Gericht geladen. Die meisten von ihnen waren Überlebende des Pogroms.

Ein Großteil der Angeklagten wurde wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen den Frieden zu hohen Haftstrafen verbunden mit Lagerarbeit verurteilt. Unter ihnen auch ehemalige Generäle. Die Strafarbeit sollte die Schadensersatzzahlungen abgelten. Nur wenige der angeklagten Personen wurden freigesprochen.

Erinnerungsstätten

Am 28. Juni 2011 wurde vor der Großen Synagoge in Iași ein Obelisk aus schwarzem Mamor und mehrere Gedenktafeln zum Jahrestag des Pogroms enthüllt. Er ersetzte einen alten Obelisken aus dem Jahr 1976. Die Große Synagoge ist die einzige von 110 Synagogen der Stadt, die den Krieg überstand.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. The Romanien Jewish Community: The Massacres at the Beginning of the War
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Yad Vashem: Iasi (German, Jassy)
  3. Gedenkstättenportal zu Orten der Erinnerung in Europa: Erinnerung an die Opfer des Pogroms vom Juni 1941.

Literatur

  • Zwieback, Jaques: Der Todeszug von Iasi 1941: Ein Überlebender des größten Pogroms in Rumänien erinnert sich, Hartung-Gorre-Verlag, 2002.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Todeszug von Iași aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.