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Hugo Rosenthal

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Hugo Rosenthal (geb. 14. Dezember 1887 in Lage (Lippe); gest. 6. Dezember 1980 in Haifa) war ein deutsch-israelischer Pädagoge. Nach einem ersten Palästinaaufenthalt zwischen 1924 und 1929 übernahm er 1933 die Einrichtung des von Anna Essinger mitgegründeten Landschulheims Herrlingen und gründete dort das Jüdische Landschulheim Herrlingen. Nach dessen Auflösung im Jahre 1939 zog er mit seiner Familie in das britische Mandatsgebiet Palästina. Zeitgleich mit seiner Einwanderung nahm er den Namen Josef Jashuvi an. Von 1940 bis 1956, dem Jahr seines Ruhestandes, war er Leiter des Kinder- und Jugendheims Ahavah in Kirjat Bialik, dessen Wurzeln in Berlin lagen.[1]

Hugo Rosenthals Leben vor 1933

In der Yad Vashem Documentation belonging to Josef Hugo Rosenthal-Jashuvi (siehe Quellen) befindet sich ein zweiseitiger Lebenslauf, geschrieben vermutlich im November 1966, der mit dem Eintrag „1987 geboren in Lage i. Lippe“ beginnt, und endet mit „1966 erscheint mein Buch mit Beihilfe des Ministeriums für Erziehung und Kultur und der Jugendalijah==herausgegeben von der Unterrichtsabteilung der Stadt Haifa.“[2] Das erwähnte Buch ist 1966 tatsächlich erschienen (Education and tradition: forty years of education), doch hier soll es zunächst um Rosenthals frühe Jahre gehen.

Rosenthal erwähnt in seinem Lebenslauf nicht seinen familiären Hintergrund. Er wuchs „als fünftes Kind in einer neunköpfigen Geschwisterreihe geboren und wuchs in einem liberal-religiösen Milieu auf. Er war sehr begabt und zeigte früh musikalische Fähigkeiten.“[3] Von 1893 bis 1903 war er zunächst Schüler der „Israelitischen Elementarschule“ in Lage, und dann der Städtischen Mittelschule in Bielefeld. Von 1903 bis 1908 besuchte er Vorbereitungsklassen der Marks-Haindorf-Stiftung in Münster, womit der Besuch des von Meier Spanier geleiteten Lehrerseminars gemeint war. In diese Zeit fällt Rosenthals Zuwendung zum Zionismus, die er ausdrücklich erwähnt und in Zusammenhang mit stellt mit dem Tod von Theodor Herzl: „1904 Zionist (im Hamburger Israel. Familienblatt las ich die Nachricht vom Tode Theodor Herzls und das Basler Progr.“ Rosenthal wurde in Münster nicht nur zum Lehrer ausgebildet, sondern auch zum Vorbeter.[3]

Für die Jahre 1908 bis 1914 erwähnt Rosenthal seine Tätigkeiten als Lehrer, Religionslehrer und Vorbeter. Dass er bis 1910 in Gütersloh an einer einklassigen jüdischen Volksschule unterrichtet hat[3], erwähnt er nicht, dafür aber seine offenbar parallel zu den erwähnten Tätigkeiten betriebene Weiterbildung: „Neue Wege in der unterrichtlichen (erzieherischen) Arbeit der Volksschule, z. T. unter Einfluss der "Bremer Lehrer" - Besuch des Landerziehungsheims am Solling (1908!) Pädagogische Studien zur Staatsprüfung: E. Neumann, Einführung in die experimentelle Pädagogik Kerschensteiner: Begriff der Arbeitsschule“. Das zeigt, dass er sich schon früh mit den fortschrittlichste pädagogischen und (schul-)psychologischen Strömungen seiner Zeit vertraut gemacht hat.

Als Soldat der ersten Stunde nahm Hugo Rosenthal von 1914 bis 1918 am ersten Weltkrieg teil und war Frontsoldat in Frankreich und Polen. Er erwähnt seine Kriegsauszeichnungen und Verwundungen, nicht aber den „Tod seines jüngeren Bruders, der direkt neben ihm umkam“.[3]

Rosenthals Lebenslauf für die Jahre 1919 bis 1924 beginnen mit seiner Heirat und enden mit seiner Auswanderung nach Palästina. Er „heiratete [..] Betty ‚Judith‘ Goldschmidt, eine Musikerin und ausgebildete Konzertpianistin. Von 1920 bis 1924 lebten sie mit ihren drei Kindern in Wolfenbüttel, wo Rosenthal an einer traditionsreichen jüdischen Mittelschule angestellt war.“[3][4] Bei dieser „traditionsreichen jüdischen Mittelschule“ handelte es sich um die Samson-Schule. Er selbst geht darauf nicht weiter ein, verweist aber auf sein nun zunehmendes jüdisches Engagement, der Errichtung eines Hachschara-Zentrums und der Mitbegründung des Brith Haolim, eines jüdischen Wanderbundes. In einem nachträglichen handschriftlichen Zusatz erwähnt er außerdem den Besuch der Kunstgewebeschule in Braunschweig („Kartonage u. Buchbinder“) und einen Kurs an der Hochschule für Leibeserziehung in Berlin. Das sieht nach gezielter Vorbereitung aus auf das, was dann auch 1934 tatsächlich erfolgte, die Alija, die Einwanderung nach Palästina zusammen mit der gesamten Familie, zu der inzwischen drei Kinder gehörten: Gabriel (1920-1943), Uriel (1923-2017) und Galay (Rachel).[4]

Von 1924 bis 1929 war Hugo Rosenthal Lehrer an der hebräischen Realschule in Haifa, wo er als Sport- und Werklehrer gearbeitet habe.[5] Er habe dort auch ein Institut für Kinderforschung gegründet, und sei dann 1929 aufgrund gesundheitlicher und wirtschaftlicher Probleme nach Deutschland zurückgekehrt.[3] Rosenthal wählt eine andere Lesart: Er sei zur Erweiterung seiner Berufsbildung zurückgekehrt und dann Lehrer an einer Berliner Volksschule geworden. Und offenbar war auch nur ein vorübergehender Aufenthalt in Deutschland geplant, denn er schreibt: „Das schnelle Wachstum der nationalsozialistischen Bewegung bewog mich zum Aufschub meiner Rückkehr nach Erez Israel.“ Er Übernahm von 1931 bis 1933 laut Lebenslauf die „Leitung einer Arbeitsgemeinschaft von Lehrern, Studenten, Jugendführern über Fragen jüd. Erziehung“ und „brachte eine erstaunliche Fülle wissenschaftlicher und publizistischer Veröffentlichungen hervor“. [3] Eine Auswahl dieser Schriften hat Lucie Schachne in ihre Bibliographie aufgenommen.[6]

Das Jahr 1933 spielt in seiner politischen Dimension keine Rolle in Hugo Rosenthals Lebenslauf. Anna Essinger schien damals „Deutschland nicht länger ein Ort zu sein, an dem man Kinder in Ehrlichkeit und Freiheit großziehen konnte“, weshalb sie für das Landschulheim Herrlingen eine neue Heimat außerhalb Deutschlands suchte.[7] Hugo Rosenthal und seine Frau zogen einen anderen Schluss: „Meine Frau und ich beschliessen in Deutschland zu bleiben, solange eine Möglichkeit zu geordneter erziehrerische[r] Arbeit für mich bestehen würde.“ In einem späteren Manuskript, das aber nicht mehr zur Veröffentlichung kam, bezeichnet er diese Entscheidung von ihm und seiner Frau gar als Entschluss, „an der neu entstandenen jüdischen Front in Deutschland zu verharren“.[8] Zu diesem „Ausharren an der jüdischen Front“ gehörte auch eine rege publizistische Arbeit. „In den Sommermonaten des Schicksalsjahres 1933 bemühte er sich mit allen Mitteln publizistischer Überzeugungskraft, die jüdischen Eltern und Gemeindevertreter immer Wieder aufzurütteln, indem er ihnen die Gefahren aufzeigte, denen ihre Kinder durch das Verbleiben auf den Staatsschulen ausgesetzt Waren. Darüber hinaus entwickelte er seine Theorie einer geplanten jüdisch-deutschen Schulbildung, welche die bisherige Erziehung positiv ersetzen und gleichzeitig den praktischen Forderungen einer Auswanderung entsprechen sollte.“[9] Schachne zitiert in diesem Zusammenhang aus einem Aufsatz Rosenthals, den dieser am 16. Juni 1933 in der Jüdischen Rundschau, für deren im Frühjahr 1933 geschaffene „Erziehungsbeilage“ er verantwortlich war, veröffentlicht hatte:

„„Die Synthese von Judentum und Allgemeinbildung, die sich in dem letzten Jahrhundert angebahnt hat, bedarf noch ihrer Krönung. lm Ghetto beschränkten wir uns auf jüdische Bildung; nach der Emanzipation schlug das Pendel nach der andern Seite aus. Jetzt aber, wo eine neue Periode deutsch-jüdischen Lebens beginnt, geht es darum, beides zu vereinigen und in moderner Form unserer Jugend das unvergleichliche Erbe jüdischen Geistes ebenso zu vermitteln wie jüdische Gegenwartskunde und Zukunftswillen, zugleich aber sie mit Weltlicher Bildung und mit der großen Kultur, in die unser Leben eingeschlossen ist, vertraut zu machen. Wir Wollen unsere Menschen nicht in eine Enge zurückführen, sondern ihnen die Weite des Horizontes eröffnen. Dies kann aber ohne Schaden nur dann geschehen, wenn man selbst auf festem Boden steht. Diese Aufgabe ist keine »zionistische«, sondern eine gesamt-jüdische.“[10]

Trotz dieser unterschiedlichen Einschätzungen kam es wenig später zu einer Begegnung zwischen Anna Essinger und Hugo Rosenthal, die zur Gründung des Jüdischen Landschulheims Herrlingen führte.

Die Herrlinger Jahre

Die Zeit zwischen 1933 und 1939 ist Rosenthal in seinem Lebenslauf nur zwei knappe Sätze Wert: Gründung des Heims, Auflösung des Heims. Auf seine Arbeit dort geht er nicht weiter ein. Das tut er erst viele Jahre später, Mitte der 1970er Jahre, als er sich damit beschäftigt, die Geschichte des Jüdischen Landschulheims Herrlingen zu verfassen und sich dazu auch Archivmaterial aus Deutschland besorgt. Das handschiftliche Manuskript dieser geplanten, aber nicht mehr realisierten Veröffentlichung, liegt heute in Yad Vashem (siehe Quellen). Aus ihm lässt sich die Geschichte des neben Caputh und Coburg dritten Jüdischen Landschulheims gut rekonstruieren.

Wann Anna Essinger, nachdem sie den Entschluss gefasst hatte, mit ihren Schülern nach England auszuwandern, über eine weitere Verwendung ihres Herrlinger Anwesens nachdachte, ist nicht bekannt. Doch ware es nach Hugo Rosenthal sie (von ihm stets „Fräulein Essinger“ genannt, die sich während dieses Prozesses mit ihm in Verbindung setzte.

„Wir wussten voneinander, aber kannten uns nicht. Anfang August 1933, am gleichen Tage, an dem der letzte Möbelwagen die steile Wippinger Landstrasse hinab fuhr, traf ich zu einem 24 stündigen Besuch in Herrlingen ein. [..] Wir besprachen in grossen Zügen die Voraussetzungen zur Übernahme ihres Anwesens. Doch nicht die finanziellen Fragen standen dabei im Vordergrund. Die würden gelöst werden oder sie würden nicht gelöst werden.
In welcher Beziehung wird das neue Heim zur Besitzerin des früheren stehen, zu der ich in ein Pachtverhältnis treten musste, wird sich daraus eine Abhängigkeit anderer Art ergeben? Diese und ähnliche Grübeleien verflogen wie Rauch schon zu Beginn unserer Unterhaltung. Sie beabsichtigte das Anwesen ihrem Bruder in Ulm zu übergeben, der als Zionist nicht weniger interessiert sei als sie selbst, dass das Heim künftig der jüdischen Erziehung diene.[11]

Essinger und Rosenthal, für den die Aussicht auf eine Arbeit in einem Landschulheim die war, die er seit seiner „frühesten Erziehertätigkeit als die vollkommendste angesehen hatte“[8], waren sich schnell einig. Nach gemeinsamen Verhandlungen mit der Ministerialabteilung für die Höheren Schulen in Stuttgart, die seitens der Behörde und mit viel Wohlwollen für Anna Essinger Theodor Bracher (1876–1955) führte[11], der Vater des späteren Politikwissenschaftlers Karl Dietrich Bracher, wurde durch einen Erlass vom 20. September 1933 die Fortführung des Landschulheim Herrlingen in seiner bisherigen Form genehmigt. Unter Berufung auf diesen Erlass stellte die Ministerialabteilung am 2. November 1933 aber noch einmal ausdrücklich klar, dass unter „Fortführung in der bisherigen Form“ keine Umwandlung des Landschulheims in eine jüdische Schule zu verstehen sei und der Gebrauch der Bezeichnung „Jüdisches Landschulheim“ zu unterbleiben habe. Rosenthal hat sich an diese Auflage gehalten, woraus der Widerspruch resultierte, dass er immer nur für sein „Landschulheim Herrlingen“ Werbung betrieb, während dieses längst in der jüdischen Öffentlichkeit als „Jüdisches Landschulheim Herrlingen“ bekannt war.[12]

Die wichtigsten Aufgaben, die vor und nach der Eröffnung des Landschulheims im Oktober 1933 in Angriff zu nehmen waren, betrafen die organisatorische und die finanzielle Sicherstellung des laufenden Betriebs. Hugo Rosenthal erwähnt in diesem Zusammenhang zwei Menschen, die ihm dabei besonders geholfen haben: seinen Freund Hans Beyth und Otto Hirsch. Hirsch, Präsident des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg und Geschäftsführer der Reichsvertretung der Deutschen Juden, sicherte Rosenthal schon bei ihrer ersten Begegnung zu, die Betriebsmittel für das erste Halbjahr zu beschaffen.[8]

Das Landschulheim nahm anfangs eine erfreuliche Entwicklung und konnte stetig steigende Schülerzahlen verzeichnen.[13] Allerdings war es auch auf allen Ebenen – auf der der Schülerinnen und Schüler ebenso wie auf der der Lehrerinnen und Lehrer – einer starken Fluktuation ausgesetzt. Die Gründe hierfür waren immer die gleichen: Auswanderung, Berufsvorbereitung Verminderung der finanziellen Leistungsfähigkeit.[14] Das Schuljahr 1937-38 endete noch mit einer vollen Belegung des Heims, doch mit dem Schuljahr 1938/39 setzte eine deutliche Abnahme der Schülerzahlen ein, die sich nach dem Anschluss Östereichs noch steigerte. Die Schule verfügte nun nur noch über 25 Schüler, ihre Schließung wurde absehbar und erfolgte zu Ostern 1939. Am 1. April 1939 teilte Hugo Rosenthal der Ministerialabteilung für die Höheren Schulen in Stuttgart die Schließung des Landschulheims mit und bat um Unterstützung bei seinen Bemühungen, Einrichtungsgegenstände mit ins Ausland nehmen zu dürfen. Seine Kinder hatten zu diesem Zeitpunkt das Land bereits verlassen.[15] Damit endeten nach28 Jahren die Geschichte der Landschulheime in Herrlingen. Die Gebäude wurden anschließend als jüdisches Zwangsaltersheim genutzt.

Die Monate bis zu seiner Auswanderung verbrachte Hugo Rosenthal in Herrlingen und in Lautern (Blaustein), wohin „er sich schon früher gelegentlich mit seiner Frau zurückgezogen hatte“.[16] Die Yad Vashem Documentation belonging to Josef Hugo Rosenthal-Jashuvi zeigen, dass Rosenthal schon eine lange und enge Verbindung zu diesem Örtchen hegte, in dem das Landschulheim sogar ein Haus angemietet hatte, das als eine Art Schullandheim genutzt wurde. Der viel später entstandene Text Rosenthals macht deutlich, wie sehr er sich dieser Landschaft und ihrer Geschichte verbunden fühlte[17] und bestätigt, was sein Sohn Uriel über die unmittelbare Zeit vor der Auswanderung berichtet: dass sein Vater noch viel in der Gegend gewandert sei, „um sich, mit der Kamera bewaffnet, noch viele letzte Erinnerungen mitzunehmen“.[18]

Hugo Rosenthal und seine Frau das verließen im August 1939 das Deutsche Reich in Richtung Palästina.

Leben und Wirken in Israel

In seinem Lebenslauf vermerkt er: „1939 15. August von Hans Beyth und unseren drei Kindern im Hafen von Tel Aviv empfangen.“[19] Nach der Ankunft lebte die Familie für einige Monate in dem von Siegfried Lehmann gegrüdeten Kinderdorf Ben Shemen. Rosenthal frischte hier seine hebräischen Sprachkenntnisse auf und legte sich in dieser Zeit auch seinen hebräischen Namen zu. Fortan nannte er sich Josef Jashuvi. „‚Yashuvi‘ – der Zurückgekehrte – wollte er heißen. Sein Irrtum, der ihm damals natürlich nicht bewußt war, bestand darin, daß dieses Wort eigentlich ‚Siedler‘ bedeutet. Aber auch der ‚Siedler‘ entsprach sowohl seiner Lebensweise als auch seiner Haltung zur neuen Heimat.“[20]

1941 übersiedelte Josef Jashuvi nach Kirjat Bialik und wurde Leiter des Kinderheims „Ahava“ (Liebe) in Haifa. Dieses Heim war ursprünglich ein Berliner Waisenhaus, das zwischen 1934 und 1938 unter der Leitung von Beate Berger nach Palästina auswandern konnte.[21] Für seine Arbeit dort sei er sowohl von der Kinder- und Jugend-Alijah als auch der FICE ausgezeichnet worden.[20]

Nach seiner Pensionierung im Jahre 1956 zogen Josef Jashuvi und seine Frau nach Kirjat Amal in der Nähe von Haifa. Er verfasste hier noch zahlreiche Theoretische Arbeiten über Erziehung und Psychologie, bereitete Vorträge vor, schrieb Märchen und begann mit Arbeiten an einer Autobiografie. Sein letzter Eintrag in dem zuvor schon mehrfach zitierten Lebenslauf betrifft das Jahr 1966 mit dem bevorstehenden Erscheinen des Buchs Education and tradition: forty years of education (siehe unten).

Seine Frau Betty, von ihm ‚Judith‘ genannt, starb im Oktober 1976. Er selber, der seine letzten Lebensjahre in einem Heim verbracht hatte, starb am 6. Dezember 1980.

Würdigungen

  • Am 28. Februar 1957 wurde Josef Jashuvi in Genf mit dem Ordre De Mérite der Union Internationale de Protection de l'Enfance für seine Verdienste um den Schutz und die Erziehung der Kinder in Europa und Israel ausgezeichnet.[22]
  • Das Denkstättenkuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben zeigt auf seiner Webseite eine Galerie der Aufrechten, auf der bislang „28 Künstlerinnen und Künstler [..] sich in ihren Werken den Menschen des Widerstands genähert [haben], um Empathie zu wecken und die biographische Vielschichtigkeit der Unangepassten darzustellen. [..] Die Galerie besteht momentan aus rund 60 Porträts von Menschen des Widerstands gegen die NS-Gewaltherrschaft und von Opfern des NS-Regimes.“.[23] Ein Porträt dort ist Hugo Rosenthal (Joseph Jashuvi) gewidmet. Es wurde von dem Künstler Hermann Schenkel gemalt.[24]

Werke

  • Hugo Rosenthal: Der Beginn der Pubertät bei jüdischen Kindern, in: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde - 33.1932, S. 63 ff. (Online einsehbar: Der Beginn der Pubertät bei jüdischen Kindern) * Hugo Rosenthal: Der Typengegensatz in der jüd. Religionsgeschichte, in: C. G. Jung: Wirklichkeit der Seele. Anwendungen und Fortschritte der neueren Psychologie, Rascher, Zürich, 1934.
  • Hugo Rosenthal (Josef Jashuvi): Lebenserinnerungen, herausgegeben von Micheline Prüter-Müller und Peter Wilhelm A. Schmidt, Verlag für Regionalgeschiche, Bielefeld, 2000, ISBN 978-3-89534-378-0. „Zum größten Teil schildert sie Kindheit und Jugend des Autors in Westfalen, gelegentlich gebrochen durch Reflexionen über die konfliktreiche Koexistenz von Juden und Palästinensern zur Zeit der Niederschrift 1947.“ (Aus dem Klappentext des Verlags.)
  • Josef Jashuvi (Hugo Rosenthal): Das Märchen, in: Iris Nölle-Hornkamp und Hartmut Steinecke (HG.): Westfälische Lebensstationen. Texte und Zeugnisse jüdischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Westfalen. Aisthesis, Bielefeld, 2007, ISBN 978-3-89528-649-0.
  • Josef Jashuvi: Education and tradition: forty years of education. Municipal Council, Dept. of Education and Culture, Haifa,1966. Das Buch ist im WorldCat als englischer Titel gelistet, es ist aber auf Hebräisch erschienen und war eine Würdigung der Stadt Haifa zu Jashuvis 79. Geburtstag. Es enthält eine Sammlung von Aufsätzen[20]
  • Im WorldCat werden weitere Bücher von ihm in hebräischer Sprache gelistet.

Quellen

Über das Dokumenten-Archiv der Digital Collections von Yad Vashem[25] erhält man Zugang von einer Vielzahl von digitalisierten Originaldokumenten von Hugo Rosenthal/Josef Jashuvi. Die Dokument sind in drei Dateien zusammengefasst:

Literatur

  • Peter W. A. Schmidt: Erziehung zum Mut. Leben und Werk des Lehrers und Erziehers Hugo Rosenthal/Josef Jashuvi im Deutschen Reich, in Britisch Palästina und in Israel. Eigenverlag, 2016, ISBN: 978-3-00-049859-6.
  • Peter W. A. Schmidt: Hugo Rosenthal/Josef Jashuwi als deutsch-israelischer Pädagoge, in: Sara Giebeler u.a.: Profile jüdischer Pädagoginnen und Pädagogen. Klemm und Oelschläger, Ulm 2000 (= Edition Haus unterm Regenbogen, 3), ISBN 3-932577-23-X, S. 7-39.
  • Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand: Das jüdische Landschulheim Herrlingen 1933–1939, dipa-Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-7638-0509-5.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die Rettung jüdischer Kinder aus Nazi-Deutschland
  2. Yad Vashem Documentation belonging to Josef Hugo Rosenthal-Jashuvi, File 66, Dokument 253 und 254. Alle weiteren folgenden Lebensdaten stammen, soweit keine andere Quelle benannt wird, aus diesen beiden Dokumenten, den Seiten 1 und 2 des Lebenslaufs. Der maschinenschriftlich verfasste Lebenslauf enthält keine Orts- und Datumsangabe, die Rückschlüsse auf seine Entstehung ermöglicht. Ein handschriftlicher Zusatz lässt sich als „5 Nov“ interpretieren.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 Hugo Rosenthal
  4. 4,0 4,1 Yehudit (betty) Yashuvi (Goldschmidt), * 28. September 1893 – † 1976. Ihre Eltern stammten aus Sterbfritz
  5. Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 38
  6. Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 243
  7. Anna Essinger: Die Bunce Court School (1933-1943), in: Hildegard Feidel-Mertz (Hrsg.): Schulen im Exil. Die Verdrängte Pädagogik nach 1933. rororo, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-499-17789-7, S. 72
  8. 8,0 8,1 8,2 Hugo Rosenthal: Otto Hirsch und die Anfänge des jüdischen Landschulheims in Herrlingen, in: Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 40-49
  9. Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 39
  10. Hugo Rosenthal: „Die Jüdische Schule“, zitiert nach: Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 39
  11. 11,0 11,1 Yad Vashem Documentation belonging to Josef Hugo Rosenthal-Jashuvi, File 66, Dokument 73-75
  12. Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 62
  13. Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 71
  14. Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 86
  15. Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 90-93
  16. Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 230
  17. Yad Vashem Documentation belonging to Josef Hugo Rosenthal-Jashuvi, File 66, Dokument 44-47
  18. Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 90
  19. Die beiden jüngeren Kinder, Uriel und Rachel, waren bereits einige Zeit vor ihren Eltern in Palästina eingetroffen, wo bereits ihr älterer Bruder Gabriel lebte. Gabriel befand sich in der Ausbildung zum Seeoffizier und fiel am 1. Mai 1943 als Angehöriger der Britischen Kriegsmarine. (Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 92)
  20. 20,0 20,1 20,2 Lucie Schachne: Erziehung zum geistigen Widerstand, S. 90-93
  21. Ahava Village for Children & Youth
  22. Yad Vashem Documentation belonging to Josef Hugo Rosenthal-Jashuvi, File 66, Dokument 48
  23. Galerie der Aufrechten
  24. Homepage Hermann Schenkel
  25. Yad Vashem: Digital Collections


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