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Horst Herrmann (Mathematiker)

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Horst Herrmann (* 1906 in Dresden; † 1973 in Braunschweig) war ein deutscher Mathematiker und Hochschullehrer.

Leben

Herrmann studierte Mathematik und Naturwissenschaften an der TH Dresden und Universität Göttingen, wo er 1932 mit der Arbeit Beiträge zur Theorie der Eigenwerte und Eigenfunktionen promovierte. Er trat anschließend in Sachsen in den Schuldienst ein. Als Anhänger des Nationalsozialismus war er Mitglied der SA (ab 1933) sowie NSDAP (ab 1937) und im Nationalsozialistischen Lehrerbund Gausachbearbeiter für Mathematik. Aufgrund dieser NS-Vergangenheit dauerte es mehrere Jahre, bevor er nach dem Zweiten Weltkrieg seine Tätigkeit im Schuldienst als Studienrat wieder aufnehmen konnte.

Herrmann habilitierte sich 1952 im Fach Mathematik an der Technischen Universität Braunschweig. Im Rahmen eines Lehrauftrages hielt er Vorlesungen für „Graphische Methoden der praktischen Mathematik“. Gleichzeitig begann er mit der Konstruktion elektrischer und elektronischer Rechengeräte am Institut für angewandte Mathematik und hielt ab 1954 dazu auch Übungen und Praktika ab. Er war 1957 maßgeblich an der Gründung des Rechenzentrums sowie der Anschaffung eines von der DFG finanzierten Analogrechners mit dem Namen General Purpose Analogue Computer sowie eines Digitalrechners Zuse Z22 beteiligt. 1959 wurde er daher als außerordentlicher Professor für Rechentechnik an die Technische Universität Braunschweig berufen und übernahm das Institut für Rechentechnik 1962 als Direktor. Er war gleichzeitig bis zu seiner Emeritierung 1973 Leiter des Rechenzentrums.[1] Herrmann gehörte zu den Pionieren auf dem Gebiet der Konstruktion und Anwendung von programmierbaren Rechenanlagen und war neben Hans-Otto Leilich und Ernst Henze einer der Gründerväter und Fürsprecher der Einrichtung des Informatikstudiengangs 1972 an der TU Braunschweig.[2]

Publikationen

  • Beiträge zur Theorie der Eigenwerte und Eigenfunktionen. (= Dissertation, Universität Göttingen, 1932), OCLC 8932233.
  • Beiträge zur Morphologie der Konfigurationen. Habilitationsschrift, TH Braunschweig, 1952.
  • Übungen zur projektiven Geometrie (= Lehrbücher und Monographien aus dem Gebiete der exakten Wissenschaften. Mathematische Reihe, Band 18.) Birkhäuser, Basel 1952, OCLC 154161966.
  • Struktureigenschaften, Figurmatrizen und Zergliederungen projektiver Konfigurationen. In: Mathematisch-physikalische Semesterberichte zur Pflege d. Zusammenhangs v. Schule u. Universität. Band 3. Vandenhoeck & Rupprecht, Göttingen 1953, S. 90–115.
  • Beiträge zur Programmiertechnik für elektronische Analogie-Rechenmaschinen. Abhandlungen der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft Band 10, Braunschweig 1958, S.117–149 (PDF, online).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Entwicklungen an der TU Braunschweig vor 1972. In: 25 Jahre Informatik an der TU Braunschweig. itec.kit.edu, S. 54, abgerufen am 29. Mai 2015 (PDF).
  2. Hans-Dieter Ehrich und andere: 40 Jahre Informatik an der Technischen Universität Braunschweig 1972 - 2012, GI-Edition Lecture Notes in Informatics, 2012, ISBN 978-3-88579-425-7


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