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Holofernes

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Dieser Artikel behandelt die biblische Gestalt Holofernes. Informationen zur gleichnamigen Sängerin → Judith Holofernes.
Datei:GENTILESCHI Judith.jpg
Judith köpft Holofernes von Artemisia Gentileschi, entstanden von 1614 bis 1620
Datei:Judith Beheading Holofernes by Caravaggio.jpg
Judith enthauptet Holofernes (Bildnis von Caravaggio, um 1598)

Holofernes ist nach dem Alten Testament ein assyrischer Feldherr, der von Judith ermordet wird. Er erscheint im Buch Judit als General des babylonischen Königs Nebukadnezar II., der mit seinem Heer ausgezogen ist, die Staaten zwischen Mittel- und Rotem Meer zu unterwerfen als Rache dafür, dass keines der Völker zwischen dem Mittelmeer und dem persischen Hochland Nebukadnezar im Krieg gegen den medischen König Arphaxad unterstützt hat.

Im Buch wird erzählt, dass Holofernes nach Rauben, Morden und Brandschatzen im ganzen vorderen Orient die an einem Pass des judäischen Berglandes gelegene Stadt Betulia angreift und belagert. Da es an Wasser fehlt, sind die Einwohner kurz davor, sich zu ergeben. Einige der Einwohner fordern eine Frist von fünf Tagen abzuwarten, in der Gott sie noch retten kann. Judit (auch: Judith), eine fromme jüdische Witwe von erheblichem Reiz - und ebenso erheblichem Reichtum - entschließt sich, ihre Stadt zu retten. Sie geht mit ihrer Magd und Weinkrügen in das Lager von Holofernes Truppen, wo es ihr wegen ihrer Schönheit ohne weiteres gelingt, das Zelt von Holofernes zu erreichen. Betört von ihrer Schönheit und Weisheit lädt Holofernes sie zu einem Gelage ein, im Verlaufe dessen sich die Diener diskret aus dem Zelt zurückziehen, um bei der erwarteten Liebesnacht nicht zu stören. Sie macht ihn jedoch mit dem schweren Wein betrunken, und gemeinsam mit ihrer Magd enthauptet sie ihn. Judit kehrt mit dem abgeschlagenen Kopf nach Betulia zurück. Als die Soldaten morgens den gemeuchelten Feldherrn entdecken, ergreifen sie in Panik die Flucht und die Juden können die verbliebenen Angreifer besiegen.

Da das Buch Judit im Allgemeinen als fiktionale Erzählung betrachtet wird, ist Holofernes vermutlich keine historische Gestalt.

„Sehet, dies ist das Haupt des Holofernes, des Feldmarschalls der Assyrer, und sehet, das ist die Decke, darunter er lag, als er trunken war. Da hat ihn Jahwe, unser Gott, durch Weibeshand umgebracht.“ (Buch Judit 13, 15.).

Die Geschichte handelt mithin von Übermacht und Bedrohung auf der einen und von Ohnmacht und Wehrlosigkeit auf der anderen Seite. Männlicher Drohgestus wird durch die männliche Begierde zerstört. Geschickt setzt Judit ihre weiblichen Reize ein, um ihre Ziele zu erreichen - hier die Abwendung großer Not von ihrem Volk. In künstlerischen Darstellungen wird daher auch immer auf die Gefahr der Sinnlichkeit des Weiblichen angespielt, der Männer wie Holofernes nur allzu leicht erliegen.

Die Geschichte war ein insbesondere im Barock beliebtes Bildmotiv und wurde u. a. von Artemisia Gentileschi und Caravaggio verwendet. In der Sixtinischen Kapelle in Rom ist ebenfalls eine Darstellung der Geschichte Teil des von Michelangelo Buonarroti geschaffenen Deckengemäldes (in einem der großen Eckzwickel).

Judith und Dienerin mit dem Haupt des Holofernes – Sixtinische Kapelle

Der Stoff seiner Tötung wird unter anderem in dem Oratorium Juditha Triumphans von Antonio Vivaldi sowie in der im Jahr 1839/40 von Friedrich Hebbel verfassten Tragödie Judith thematisiert.

Weblinks

 Commons: Judith und Holofernes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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