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Hochzeitsstein

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Datei:Eppingen-syna1.jpg
Hochzeitsstein der Alten Synagoge in Eppingen

Der Hochzeitsstein (auch Traustein oder Chuppastein) ist ein an Synagogen befindlicher Stein zum rituellen Zerschmettern von Gläsern bei jüdischen Hochzeiten. Das Zerbrechen eines Glases ist ein heute noch allgemein gelebter Brauch zur Erinnerung an den zu Jerusalem verwüsteten Tempel. Die Hochzeitsgesellschaft ruft „Masel tov“, was übertragen „viel Glück“, wörtlich jedoch „guter Stern“ bedeutet. Hochzeitssteine zeigen üblicherweise daher einen Stern, häufig im Zentrum die Buchstaben MT für Masel Tov, weitere übliche Beschriftungen stammen aus Jeremias 7, 34 und 33.11: Stimme des Jubels, Stimme der Freude, Stimme des Bräutigams, Stimme der Braut.

Solche Steine haben sich an vielen Orten erhalten. In Höchberg im Landkreis Würzburg ist ein Hochzeitsstein von 1660/1661. Ein weiterer aus Altenkunstadt im Landkreis Lichtenfels, Oberfranken trägt das Datum 1726. Ein Traustein in Wilhermsdorf stammt von 1736. Der Stein von Aufhausen datiert 1824. Der Hochzeitsstein der Synagoge Heinsheim (in einem Ortsteil von Bad Rappenau im Landkreis Heilbronn) datiert von 1796. In seiner Mitte ist ein Davidsstern mit den üblichen hebräischen Buchstaben eingemeißelt. Einer der größten und am besten erhaltenen Hochzeitssteine in Südwestdeutschland befindet sich an der Alten Synagoge in Eppingen. Der farbig gefasste Stein mit Achtstern und aufgesetzter Rosette an der Fassade des Gebäudes entging seiner Zerstörung, weil ihn der Gebäudebesitzer zur Zeit des Nationalsozialismus mit einem Fensterladen abgedeckt hatte. Ein Hochzeitsstein befindet sich auch über dem Portal der in der Pogromnacht 1938 verschonten Weisenauer Synagoge in Mainz-Weisenau.


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