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Hirschberg (Saale)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hirschberg
Hirschberg (Saale)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hirschberg hervorgehoben
50.40583333333311.82454
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-Kreis
Höhe: 454 m ü. NN
Einwohner:

2.183 (31. Dez. 2014)[1]

Postleitzahl: 07927
Vorwahl: 036644
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 046
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 2
07927 Hirschberg
Webpräsenz: www.stadt-hirschberg-saale.de
Bürgermeister: Rüdiger Wohl
Lage der Stadt Hirschberg im Saale-Orla-Kreis

Hirschberg ist eine Landstadt im Süden des thüringischen Saale-Orla-Kreises, am Oberlauf der Sächsischen Saale. Sie grenzt unmittelbar an den Freistaat Bayern.

Geographie

Angrenzende Gemeinden sind Birkenhügel, Pottiga und die Stadt Gefell im Saale-Orla-Kreis sowie Berg, Köditz und Töpen im bayerischen Landkreis Hof.

Geschichte

Ein Saaleübergang war sicherlich der Anlass zum Bau einer Burg und somit die Voraussetzung zur Entwicklung der Stadt Hirschberg. Von der Burg sind nur noch Mauerreste des Turmstumpfes erhalten geblieben.[2] 1154 wurde Hirschberg erstmals urkundlich erwähnt.[3] 1232 nannte man einen Rudegerus von Hirschberg. Dann begannen wechselhafte Besitzverhältnisse: 1296 erwarb Rudolf von Habsburg die Burg und verpfändete sie an die Vögte von Plauen. 1357 waren die Wettiner Besitzer. 1359 erwarb die böhmische Krone die Veste. 1480–1664 besaßen die Herren von Beulwitz die Burg. 1664 kaufte Heinrich X. aus der Linie Reuß-Lobenstein-Ebersdorf das Anwesen und begann mit dem Wiederaufbau. 1680–1711 war eine Seitenlinie der Reußen am Ort, das Schloss diente als Residenz. In dieser Zeit baute man ein neues Schloss, das 1825 weiter ausgebaut wurde. Bis 1808 blieb Hirschberg böhmisches Lehen. Ab 1920 diente das Schloss Wohnzwecken und als landwirtschaftliches Verwaltungsgebäude.[4][5]

Die urkundliche Ersterwähnung der Stadt war 1296. 1479 verlieh der böhmische König Wladislaus die Stadtrechte. Im März 1848 war die Stadt das bedeutendste Revolutionszentrum im Fürstentum Reuß-Lobenstein-Ebersdorf. Nach der Abdankung des Fürsten Heinrich LXXII. im selben Jahr ging Lobenstein-Ebersdorf in der Schleizer Linie als Reuß jüngere Linie auf, zu der Hirschberg bis 1918 gehörte.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 77 Ostarbeiter in der Lederfabrik Knoch Zwangsarbeit leisten. Im April 1945 wurden KZ-Häftlinge eines Todesmarsches vom KZ Buchenwald zum KZ Flossenbürg durch den Ortsteil Sparnberg und die Saale getrieben, denn die Brücke war bereits gesprengt. Zwei Häftlinge wurden von SS-Männern ermordet und fanden auf dem Friedhof von Sparnberg ihre letzte Ruhe. Zwei Grabdenkmale erinnern an das Geschehen.[6]

Von 1945 bis 1989 war Hirschberg Grenzort an der innerdeutschen Grenze (im Sperrgebiet, neben den üblichen Sperranlagen auch durch eine Mauer von Bayern getrennt) sowie ab 1966 Namensgeber des Grenzübergangs an der A 9 (Rudolphstein auf der bayerischen Seite).

500 Jahre lang war die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt von der Lederverarbeitung geprägt. Im vergangenen Jahrhundert war die Lederfabrik Hirschberg, die 1741 gegründet worden war, zeitweise größter Produzent von Schuh- und Sohlenleder in Deutschland. Auch nach der Enteignung der Familie Knoch 1947 war der VEB Lederfabrik der wirtschaftliche, aber auch soziale und kulturelle Mittelpunkt der Stadt. 1992 ging die Firma in Konkurs, von 1993 bis 1996 wurde die 16 Hektar große Fabrik bis auf das heutige Museum für Gerberei- und Stadtgeschichte abgerissen.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Venzka (24. Juli 1348) mit dem Ortsteil Juchhöh (1713–1715) in die Stadt eingemeindet.

Am 8. März 1994 wurden Göritz (20. Februar 1282) mit Lehesten, Sparnberg (1202) und Ullersreuth (1327,13.04)[7] eingemeindet.

In Klammern: urkundliche Ersterwähnung[8]

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994: Stand jeweils 31. Dezember):

1830: 1.760

1933: 2.915

1939: 2.888

1994: 2.923

1995: 2.846

1996: 2.748

1997: 2.749

1998: 2.674

1999: 2.654

2000: 2.666

2001: 2.670

2002: 2.653

2003: 2.612

2004: 2.600

2005: 2.569

2006: 2.526

2007: 2.493

2008: 2.488

2009: 2.373

2010: 2.352

2011: 2.343

2012: 2.440

2013: 2.181

2014: 2.183

2015: 2.168

Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Stadtrat

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,3 % zu folgendem Ergebnis:[9]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
WG Hirschberg / SPD 41,1 % 6
CDU 15,8 % 2
Die Linke 11,4 % 2
BI Hirschberg 31,7 % 4

Wappen

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot; vorn am Spalt ein halber schwarzer Adler mit roter Krone und roter Bewehrung, hinten ein aufgerichteter linksgewendeter goldener Hirsch mit goldener Zunge.“

Der Hirsch spielt auf den Namen der Stadt an, der offenbar mit einem Rudegerus de Hirzperc (Rüdiger von Hirschberg) zusammenhängt, dessen Familie den Hirsch im Wappen führte. Bei dem Adler am Spalt handelt es sich vermutlich um den Reichsadler. Älteste Siegel, so eines mit der Umschrift DES KAEISER PRIVILEG STAETLEINS HIRSBERG AN DER SAAL INSIGEL, stammen aus dem 17. Jahrhundert; das ältere Wappen zeigt das gleiche Wappenbild, aber in veränderten Tinkturen.[10]

Partnerschaften

Hirschberg unterhält Partnerschaften zu der bayrischen Gemeinde Berg und zu der ungarischen Gemeinde Pilismarót. Es bestehen außerdem freundschaftliche Beziehungen zu den nahe gelegenen Städten Gefell, Tanna, Schleiz und Bad Lobenstein.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Durch Hirschberg führen der Saale-Orla-Wanderweg, der Karl-Bock-Weg und der Saale-Radweg.

Datei:Hirschberg (Saale)-2008-03a.jpg
Museum für Gerberei- und Stadtgeschichte
Datei:Hirschberg (Saale)-2008-03c.jpg
Stadtansicht mit Schloss

Kirche

Museen

An der Saalebrücke befindet sich ein Museum für Gerberei- und Stadtgeschichte.

Bauwerke

Das Schloss Hirschberg thront über der Stadt. An dieser Stelle wurde bereits Anfang des 13. Jahrhunderts eine Burg erbaut.

Das Kulturhaus der Stadt wurde als eines der ersten in der sowjetisch besetzten Zone 1947 errichtet. Nach der Sanierung enthält es einen großen Saal mit zirka 600 Sitzplätzen und eine Galerie mit 180 Plätzen.

Parks

Der Naturpark Hag ist eine bewaldete Felswand mit einer Mischung aus Laub- und Nadelwald direkt an der Saale. Von der Stadt aus ist der Hag über einen Hängesteg entlang der Saale und vom Schlossberg aus zu erreichen. Durch den Hag verläuft der Saale-Orla-Wanderweg.

Regelmäßige Veranstaltungen

Das traditionelle Wiesenfest findet seit 1852 mit Unterbrechungen im Zweiten Weltkrieg und wieder seit den 1970er Jahren jährlich am letzten Augustwochenende von Donnerstag bis Sonntag statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Stadt befindet sich zwischen der Bundesstraße 2 und der Bundesautobahn 9.

1892 bekam Hirschberg mit der Bahnstrecke Schönberg–Hirschberg Anschluss an die Bahnstrecke Leipzig–Hof. Die Strecke wurde bis 1994 im Personenverkehr und bis 2000 im Güterverkehr bedient. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind jetzt Grobau am Abschnitt PlauenHof der Sachsen-Franken-Magistrale und Köditz an der Bahnstrecke Hof–Bad Steben, beide etwa elf Kilometer entfernt.

Mit den Linien 710, 721 und 163 des Verkehrsunternehmens „KomBus“ besteht eine Busverbindung nach Schleiz und Plauen.

Industrie

Das holzverarbeitende Unternehmen Rettenmeier betreibt hier ein Werk.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Galerie

Weblinks

 Commons: Hirschberg (Saale) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu). (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 140.
  3. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer bis 1300. Ein Handbuch. 2., verbesserte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2001, ISBN 3-934748-58-9, S. 31.
  4. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. 430 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 214.
  5. Burg Hirschberg
  6. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 222.
  7. Kai Müller: Ortschronik Ullersreuth. (Manuskript 2013).
  8. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 298, 134, 93, 169, 292.
  9. Thüringer Landesamt für Statistik, Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen – endgültiges Ergebnis für Hirschberg (Saale)
  10. Hartmut Ulle: Neues Thüringer Wappenbuch. Band 2: Ilmkreis, Jena, Kyffhäuserkreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt (Landkreis), Schmalkalden-Meiningen (Landkreis), Suhl. 2., veränderte, überarbeitete Auflage. Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen, Erfurt 1997, ISBN 3-9804487-2-X, S. 36.
  11. http://www.stadt-hirschberg-saale.de/inhalte/stadt_hirschberg/_inhalt/partnergemeinden/partnergemeinden (Stand: 2012)


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