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Zwi Binjamin Hirsch Auerbach

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Benjamin Hirsch Auerbach
Benjamin Hirsch Auerbach
Die Rückführung des jüdischen Jungen (Illustration der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 7. September 2012, Seite 21)

Raw Dr. Zwi Binjamin Hirsch Auerbach (geb. 1808 in Neuwied; gest. 30. September 1872 in Halberstadt), Aw Bet Din von Darmstadt und Halberstadt, Verfasser des Nachal Eschkol, war ein hervorragender deutscher Talmudgelehrter und eines der angesehensten Häupter der Orthodoxie in Deutschland im 2. Drittel des 19. Jahrhunderts.

Leben

Den ersten Talmudunterricht erhielt er von seinem Vater, dem Konsistorialoberrabbiner R. Abraham Auerbach in Bonn, den weiteren Talmudunterricht bei dem Oberrabbiner L. Karlburg und bei K. Bamberger. Nachdem er sich auch für die profanen Wissenschaften vorbereitet hatte, vollendete er auf den Universitäten Bonn und Marburg seine wissenschaftlichen Studien. Im unmittelbaren Anschluss daran ging er als Stadt- und Landrabbiner nach Darmstadt, wo er auch ein damals weit verbreitetes Lehrbuch der israelitischen Religion verfasste. Sein Landesrabbinat in Darmstadt musste er 1857, weil die Mehrheit der Gemeinde liberal geworden war, aufgeben, und so zog er sich nach 23jähriger erfolgreicher Amtstätigkeit nach Frankfurt am Main ins Privatleben zurück und setzte seine religiösen Studien mit grossem Eifer fort. Dort veröffentlichte er B'rith Abraham (Die Beschneidungsfeier) mit einer literarhistorischen Einleitung (Frankfurt a. M. 1869). Zwei Jahre später folgte sein Mischnath Rabbi Nathan, das sind die vom Gelehrten Rabbi Nathan Adler in Frankfurt am Main seinem Mischnaexemplar beigefügten Notizen, die Auerbach herausgab und erklärte (Frankfurt 1862).

Einige Jahre später folgte er einem Ruf als Rabbiner nach Halberstadt, wo er Die Geschichte der israelitischen Gemeinde Halberstadt (1866) veröffentlichte und das Sepher haeschkol von Rabbi Abraham b. Jizchak Narbona nach einer Handschrift herausgab (1867, unter dem Titel Schola talmudica), das ihn sehr bekannt machte. Unter den orthodoxen Rabbinern war er einer der ersten, die in hochdeutscher Sprache predigten. Schliesslich schrieb er noch Hazophe al darke hamischnah, eine Kritik über Z. Frankels Darke hamischnah (Frankfurt am Main 1861).

Legendarisches

Raw Auerbach war ein erklärter Gegner der Reform und wurde von deren Anhängern als ihr grosser Feind angesehen. Angeblich schreckten die Reformer vor nichts zurück, um ihn von seinem Amt in Darmstadt abzusetzen. In einer Jom-Kippur-Nacht sollen die Feinde des Raws ein Essen in einem nichtjüdischen Hotel organisiert haben, um den Raw zu empören. Alle Teilnehmer an diesem Essen sollen noch im selben Jahr gestorben sein.

Ein jüdisches Kind aus Raw Auerbachs Gemeinde soll einmal vom örtlichen Kloster gefangen genommen und der christlichen Erziehung überantwortet worden sein. Die Eltern des Kindes wehrten sich mit aller Kraft, konnten aber zunächst nichts ausrichten, bis dass ein Richter verfügt haben soll, dass die Eltern ihr Kind für fünf Minuten im Kloster sehen können und wenn sich das Kind aus freien Stücken entschliessen sollte, dass es zu den Eltern zurückkehren möchte, hätte das Kloster das Kind freigeben müssen. Falls nicht, würde das Kloster das Recht haben, es weiterhin zu erziehen. Es war keine einfache Sache, denn im Kloster hatte man das Kind schon seinem angestammten Glauben entfremdet und es "umgedreht". Die Eltern wandten sich hilfesuchend an Raw Auerbach, der ihnen versprach, sie zu gegebener Zeit ins Kloster zu begleiten. Beim vereinbarten Termin sei dann der Rabbiner im weissen Kittel und mit weisser Kippa vor dem Kind und den Ordensoberen erschienen und habe den Niggun von Kol Nidrei gesungen, woraufhin das Kind den Eltern in die Arme gefallen sei und gerufen haben soll: "Bitte bringt mich von hier heraus! Ich möchte nicht eine Sekunde länger hier bleiben. Bringt mich zurück ins Bet Haknesset, wo ich dieses ergreifende Lied schon gehört habe."

Literatur (Auswahl)

Weblinks

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