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Hiob Kara

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Hiob Kara (Ayyūb Qara)

Hiob Kara (hebr. ‏אִיּוֹב קָרָא‎[1], arabisch ‏أيوب قرا‎, DMG Ayyūb Qarā; * 12. März 1955 in Dalijat al-Karmel, Israel) ist ein drusischer israelischer Politiker. Er war Knessetabgeordneter des Likud sowie vom 31. März 2009 bis zum 18. März 2013 stellvertretender Minister für die Entwicklung des Negev und Galiläas.[2] Er ist Gegner des Scharon-Plans, bevorzugt gegenüber dem Iran eine militärische Lösung, unterstützt die Dreistaatenlösung und den israelischen Siedlungsbau im Westjordanland.

Leben

Anfänge (1996–2006)

Er stand 1996 auf Platz 35 der Wahlliste des Parteienbündnisses von Likud-Gescher-Tzomet, die jedoch nur 32 Sitze erhielt. Er drängte den Likud-Parteivorsitzenden Ariel Scharon, für einen arabischstämmigen Vertreter innerhalb der Regierung einzutreten. Scharon meinte auch, dass ein arabischer Minister in der Regierung nötig sei.[3]Kara wurde bei den Wahlen 1999 gewählt, womit er der dritte drusische Knessetabgeordnete des Likud wurde, nach Amal Nasser el-Din (hebr. ‏אמל נַסֵּר אֵל דין‎‎) und As'ad As'ad (hebr. ‏אסעד אסעד‎‎). Er wurde zum Präsidenten der Knesset ernannt. Bei den Wahlen 2003 wurde er in seinem Mandat bestätigt und wurde Vorsitzende des Anti-Drug Committee. Bezüglich der zweiten Intifada verurteilte er die arabischen Knessetabgeordente für die Hetze.[4]

Kara leistete öffentlich Widerstand gegen den Scharon-Plan. Daher wurde er wegen „wiederholter Störungen“ zusammen mit Michael Ratzon fast aus der Knesset ausgeschlossen.[5]Als Scharon seine Pläne bekannt gab aus dem Likud auszutreten weigerte Kara sich der Kadima, der neuen Partei von Ministerpräsident Ariel Scharon, anzuschließen und verurteilte die die zur Kadima übergetretenen Knessetabgeordneten, insbesondere Scha’ul Mofas, wegen dessen Berichtigung des Scharon-Plans, der anschließend vom Kabinett gebilligt wurde. Kara hatte die "ruhmvolle Vergangenheit des Likud" gepriesen und erklärte, dass Likud trotz der Spaltung stärker als zuvor zurückkehren würde.[6][7]Bei den Wahlen 2006 verlor er sein Mandat, als Likud lediglich 12 Sitze erhielt.

Obwohl er nicht mehr in der Knesset war verblieb er in der Politik. Er traf sich mit verschiedenen Einwohnern von Hebron und kritisierte den Abbruch eines jüdischen Hauses. Dabei erklärte er, dass die Kadima-Vorsitzende Tzipi Livni "für die Hamas geeignet" sei. [8]

Tätigkeit als Minister (2009–2013)

Kara rief bei den Wahlen 2009 zur Einheit zwischen Drusen und Juden auf, „um zionistische Gemeinsamkeiten zu betonen… die in den letzten Jahren vergessen worden seien“. Dabei erinnerte er seine Wähler daran, dass er ein Gegner des Scharon-Plans sei und machte dies zu einem wesentlichen Teil seiner Kampagne.[4]

Er stand bei der Wahl 2009 auf Platz 23 von Likuds Wahlliste. Als Likud 27 Sitze errang, gelangte er in die Knesset und wurde daraufhin am 31. März 2009 zum stellvertretenden Minister für die Entwicklung des Negev und Galiläas ernannt. Er ist der erste nichtjüdische israelische Nationalist, der einen Ministerposten erhält.[9] Kara widersetzte sich der Koalition mit Kadima und meinte dass Likud "keinen Raum für Verräter" habe.[10]

Als Vizeminister betrachtet Kara den mangelnden Bevölkerungswachstum der Israelis als eine wachsende Bedrohung für den Staat Israel. Er hat die Entwicklung des Negev und Galiläas gefördert, um Israelis dazu zu ermuntern, dort zu bleiben und zu arbeiten. Er hat sich dafür eingesetzt, dass ehemalige israelische Soldaten umsonst in den Universitäten im Negev und Galiläa, sowie an der neuen medizinischen Schule in Galiläa studieren dürfen.[11]

Er unterstützte auch den Bau von Casinos im Negev.[12] Außerdem hat er ein Förderungsprogramm in der Knesset gefördert, das drusische Israelis als Feuerwehrmänner ausbildet, die in jüdischen Siedlungen in Westjordanland zum Einsatz kommen sollen.[13] Im September 2010 haben mit Karas Hilfe Freiwillige von ZAKA damit begonnen, Rettungsdienst in von israelischen Drusen und israelischen Arabern bewohnten jüdischen Siedlungen im Norden Israels zu leisten. Sie fingen dabei mit Beit Jann und Yirka an.[14] Er unterstützt den Siedlungsbau in der West Bank. Bei einem Besuch von Machpela im April 2010 hat er die israelische Regierung dazu gedrängt " nein zu Barack Hussein Obama sagen" und mehr jüdische Siedlungen in der West Bank zu erbauen.[15] Er hat an Ereignissen teilgenommen, die das Ende des 10-monatigen Stops des Siedlungsprojekts feierten.[16]Einen Monat später, stand er einer Bewegung vor, die einen Besuch des Libanons durch Mahmoud Ahmadinejad verhindern wollte.[17]

Beziehungen zum Ausland

Die israelischen Beduinen des Tarabin Stammes gewannen die Unterstützung Karas, um die Freilassung von Uda Tarabin (hebr. ‏עוּדָה טָרָאבּין‎) zu erreichen, der in Abwesenheit verurteilt worden war. So hatte Ägypten den israelischen Beduinen Uda Tarabin inhaftiert und wegen Spionage für Israel zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.[18]Kara hat auch eine Gruppe von Drusen, Beduinen und Moslems angeführt, die sich mit der Familie von Gilad Shalit trafen, womit Shalits Freilassung von der Hamas unterstützt werden sollte.[19] Kara traf sich im März 2010 mit dem türkischen Botschafter in Israel, Ahmet Oğuz Çelikkol, um die israelisch-türkischen Beziehungen zu verbessern. Bei dem Treffen bezeichnete er die Türkei als einen „bewährten“ Freund Israels.[20] Die Beziehungen verschlechterten sich jedoch nach dem Ship-to-Gaza-Zwischenfall rapide.

Kara widersetzte sich auch der Blaue Linie, die mitten durch Ghadschar verlaufen sollte, weil viele der Bewohner Ghadschars auf beiden Seiten des Grenzzaunes in Israel arbeiten und über die israelische Staatsbürgerschaft verfügen und verglich die Blaue Linie deswegen mit der Berliner Mauer.[21]

Im Jahre 2010 hat Kara viel dazu beigetragen, dass die wirtschaftliche und humanitäre Hilfe zwischen Israel und Syrien verbessert wurde. So durften drusische Bauern auf dem Golan schließlich Wasser aus Syrien beziehen und jährlich tausende Tonnen Äpfel exportieren. Außerdem durften Drusen zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder ihre Verwandten in Syrien besuchen und dort auch Organ-Transplantationen vornehmen lassen.[22][23]Außerdem hat er Begräbnisse für Familien zwischen Syrien, Libanon und Golan organisiert.[24][25]Kara ist dabei voller Hoffnung, dass diese "Brüche in der dicken Mauer zwischen Israel und Syrien" eines Tages zu echten Friedensverhandlungen zwischen den beiden Ländern führen werden.[22]Oder zumindest hofft er, die bürokratische Hürden abzubauen, die die humanitäre Hilfe zwischen Israel und Syrien behindert.[26]

Kara hat auch dazu aufgerufen den Golan von Minen zu räumen, indem er erklärte, dass diese für Reisende gefährlich und für die Verteidigung Israels unnötig seien.[27]Als einige europäische Politiker Israel besuchten, machten Kara und andere Knessetmitglieder die Europäer auf die desolate finanzielle Situation der israelischen Vertriebenen aus Gaza (infolge des Sharon-Plans) aufmerksam.[28]

Kara besuchte Österreich im Dezember 2010 und traf sich dabei mit Heinz-Christian Strache, dem Parteivorsitzenden der FPÖ und lobte ihn auf einer Pressekonferenz im Rahmen seiner Terrorbekämpfung als einen „wahren Freund Israels“.[29]Die Juden Österreichs hatten daraufhin in einem Brief an den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu das Treffen Karas mit Heinz-Christian Strache verurteilt. So war Gegenstand der Beschwerde das Lob und die Ehrerbietung, die Kara der FPÖ und den Parteimitgliedern entgegenbrachte. Die sei – angesichts der antisemitischen Bemerkungen der FPÖ und ihres Lobs für das Nazi-Regime des Dritten Reichs – besonders verwerflich.[29]Israel hatte daraufhin seine diplomatischen Beziehungen mit Österreich zurückgefahren, als die FPÖ in die österreichische Regierung eintrat.

Bei einer Sitzung im Februar 2011 bzgl. der Entwicklungshilfe für Nigeria in London hatte Suleiman Alhariri – Leiter einer Delegation vom Südsudan – Kara zu einem Besuch nach Juba eingeladen und Kara in seiner Eigenschaft als stellvertretender Minister Israels die Aufnahme wirtschaftlicher und diplomatischer Beziehungen mit dem neu zu gründenden Staat Südsudan angeboten.[30]Dabei erklärte Kara, dass seine " Loyalität zum Staat Israels […] auf den Glauben an sein Existenzrecht zurückzuführen" sei . Er sähe deswegen auch keine Alternative, weil sie „die alleinige Insel der Vernunft im Nahen Osten ist, wo Demokratie für alle Bürger besteht, und wo die Rechte von Bürgern mehr respektiert werden als in jedem anderen Ort“.[31]

Kara leitete auch eine Delegation von jüdischen, muslimischen, drusischen, sowie christlichen religiösen Repräsentanten um interreligiöse Beziehungen in Istanbul zu diskuttieren. TV-Show-Gastgeber war Harun Yahya. Die Delegation präsentierte eine Liste jüdischer religiöser Stätten in Syrien, die wegen des syrischen Bürgerkriegs bedroht seien und daher geschützt werden sollten.[32]

Weblinks

 Commons: Hiob Kara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. morfix.co.il
  2. Ronen, Gil: Fire or a Massacre? Israeli Media Downplays Arson Suspicion (englisch) In: Israel National News. Arutz Sheva. 2. Dezember 2010. Archiviert vom Original am 3. Dezember 2010. Abgerufen am 3. Dezember 2010.
  3. Rees, Matt: Learning to Speak Up (englisch) In: TIME Magazine. 5. März 2001. Archiviert vom Original am 30. Oktober 2010. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  4. 4,0 4,1 Julian, Hana Levi: Ayoub Kara Calls to Renew Jewish-Druze Ties in Likud Renewal (englisch) In: Israel National News. Arutz Sheva. 23. November 2008. Abgerufen am 20. Oktober 2010.
  5. Marciano, Ilan: Pullout referendum bill defeated (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 28. März 2005. Abgerufen am 22. Oktober 2010.
  6. Attila Somfalvi, Ronny Sofer, Ilan Marciano: MKs slam Mofaz for Likud defection (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 11 December 2005. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  7. Sofer, Ronny: MK Kara: Likud will grow stronger (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 21. November 2005. Abgerufen am 22. Oktober 2010.
  8. Weiss, Efrat: Tensions high in Hebron; Settlers gird for battle (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 19. November 2008. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  9. Ratzlav-Katz, Nissan: Druze MK Ayoub Kara is Seeking a Ministerial Post (englisch) In: Israel National News. Arutz Sheva. 24. Februar 2009. Abgerufen am 20. Oktober 2010.
  10. Somfalvi, Attila: PM: Unity has always been important (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 29. Dezember 2009. Abgerufen am 22. Oktober 2010.
  11. Lehmann, Sarah: 'This Is My State. I'm An Israeli Patriot': An Interview with Druze MK Ayoub Kara (englisch) The Jewish Press. 18. August 2010. Abgerufen am 20. Oktober 2010.
  12. Curiel, Ilana: 'We'll build casino in Negev,' says development minister (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 5. Mai 2009. Abgerufen am 22. Oktober 2010.
  13. Grossman, Shmulik: Druze to put out fires in Judea and Samaria (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 25. April 2010. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  14. Raved, Ahiya: ZAKA expanding to Druze, Arab towns (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 23. September 2010. Archiviert vom Original am 25 September 2010. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  15. Cave of the Patriarchs Heritage Site Ceremony (englisch) Demotix. 1. April 2010. Abgerufen am 20. Oktober 2010.
  16. Inskeep, Steve: Settlement-Building May Tear Down Peace Talks (englisch) NPR. 2. September 2010. Archiviert vom Original am 27. Oktober 2010. Abgerufen am 20. Oktober 2010.
  17. Barker, Anne: Iranian leader receives extraordinary welcome in Lebanon (englisch) Australian Broadcasting Corporation. 15. Oktober 2010. Abgerufen am 20. Oktober 2010.
  18. MK Kara meets brother of Israeli imprisoned in Egypt (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 25 March 2009. Abgerufen am 22. Okctober 2010.
  19. Bedouins, Druze and Muslims arrive to support Shalit family (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 18. März 2009. Abgerufen am 22. Oktober 2010.
  20. Sofer, Roni: Turkish ambassador: Developments in Ankara-J'lem ties imminent (Englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 12. März 2010. Abgerufen am 22. Oktober 2010.
  21. Einav, Hagai: National Union MKs for unified Ghajar under Israeli rule (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 24. Januar 2010. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  22. 22,0 22,1 Kara, Ayoob: How to bring Syria to the negotiating table (englisch) In: Common Ground News. Search for Common Ground. 15. April 2010. Abgerufen am 20. Oktober 2010.
  23. MK Kara, Golan Druze underwent organ transplants in Syria (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 6. Juli 2010. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  24. Einav, Hagai: Syrian Druze doctor buried in native Golan Heights village (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 7. Januar 2010. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  25. Einav, Hagai: SLA woman's body transferred to Lebanon for burial. In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 15.April 2010. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  26. Nahmias, Roee: Golan dancers invited to Syrian festival (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 28. Mai 2010. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  27. Einav, Hagai: MK Kara says will discuss clearing out mines from Golan with PM (englisch) In: Ynetnews. Yedioth Ahronoth. 14. Februar 2010. Abgerufen am 22. Oktober 2010.
  28. Miskin, Maayana: European MPs: Giving Up Gaza was a Mistake (englisch) In: Israel National News. Arutz Sheva. 8. Dezember 2010. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  29. 29,0 29,1 Barak Ravid: Austrian Jews chide Likud MK for meeting far-right leader (englisch) In: Haaretz. Haaretz. 24. Dezember 2010. Archiviert vom Original am 11. Januar 2011. Abgerufen am 24. Dezember 2010.
  30. Gil Ronen: South Sudan Wants Ties with Israel (Englisch) In: Israel National News. Arutz Sheva. 17. Februar 2011. Abgerufen am 12. November 2013.
  31. Gil Ronen: South Sudan Wants Ties with Israel. Country-in-formation invited Deputy Minister Ayoub Kara to visit and built diplomatic-economic relations.. In: Arutz sheva. 17. Februar 2011 (bei israelnationalnews.com, abgerufen am 5. Mai 2012).
  32. Jonah Mandel: Rabbis to give Syrian opposition list of holy sites to save (englisch) Jerusalem Post. 12. Mai 2011. Abgerufen am 14. Mai 2011.


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