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Mosche Pinchas Wechsler

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Illustration der "Jüdischen Zeitung" (siehe unten)

Mosche Pinchas Wechsler (bekannt auch als Hila Wechsler, Hile Wechsler, Hyle Wechsler, Hänle Wechsler oder Heinrich Wechsler; hebr. Elchanan-Henlein Pinchas Moses Haim; geb. 1843 in Schwabach; gest. 1. Juli 1894 in Höchberg, wo er auch beigesetzt wurde) war ein deutscher Rabbiner, Kabbalist und Visionär von strenger Gebotspraxis.

Leben

Er war der Sohn des Salomon Wechsler und der Elisa, geb. Rosenbaum. Weiterhin war er der Neffe des Raws von Schwabach, Awraham Wechsler. Mosche Pinchas Wechsler war in den offenen und verborgenen Teilen der Tora äusserst gut bewandert. Ihm wurde die Stelle des Raws der jüdischen Gemeinde in Frankfurt angeboten. Er lehnte dies aber ab, nachdem ihm Sch. R. Hirsch davon abgeraten hatte. Auch aus Frankreich wandte man sich an ihn und bot ihm das Amt des Rabanut über die Gemeinden von Paris an. Er lehnte auch dieses Angebot ab, nachdem ihm Raw J. L. Diskin davon abgeraten hatte.

Als er schon in fortgeschrittenem Alter war, war er Raw in der fränkischen Gemeinde Höchberg und unzählige Talmidim aus ganz Deutschland kamen zu ihm, um von ihm Tora zu lernen. Aufgrund der Ausbreitung von Reform und Haskala sagte Raw Hila schon in seinen Tagen die Zerstörung Europas voraus und rief zur jüdischen Massenauswanderung nach Palästina auf. Das war mehr als sechzig Jahre vor der schrecklichen Zerstörung des europäischen Judentums.

Er gab ein Heft unter dem Namen "Das Wort zur Vorsicht für Jisrael" heraus und warnte vor dem schrecklichen Zustand und den Konsequenzen, die daraus entstehen könnten. Anfangs stiess er auf grosse Opposition der anderen Rabanim und so zog er sein Heft zurück, da er keinen Streit provozieren und sich auch nicht gegen ältere Rabanim stellen wollte. Später veröffentlichte er aber seinen Kuntrass unter einem erfundenen Namen, fügte jedoch hinzu, dass er jederzeit bereit sei, seinen Namen bekannt zu geben, falls man einen anderen Raw dafür beschuldigt und ihm Leiden zufügt.

Als Einverständnis zu seinem Kuntrass sah er sich im Traum, wie er aus dem Bet Haknesset zurückkehrte und der ganze Himmel war mit Wolken bedeckt. Einzig über ihm befand sich ein Loch in den Wolken, wo ein helles Licht durchschien. Plötzlich hörte er, wie eine Stimme den Passuk ausrief (Jeschaja 60,2): "Denn siehe, die Dunkelheit bedeckt die Erde und der dichte Nebel die Völker und über dir scheint Haschem und Seine Ehre wird über dir gesehen!"

In den Hesped-Worten, die der Raw von Nürnberg, Raw Schlomo Ansbacher, über ihn sagte, war unter anderem zu hören: "Man muss sich im Klaren sein, dass der Niftar nicht genügend geehrt wurde und er musste aufgrund seiner Angst um die Zukunft Klall Jisraels Hass über sich ergehen lassen."

Nachfahren

Ein Teil der Nachfahren von Mosche Pinchas Wechsler wurde in Erez Jisrael bzw. im Staat Israel vor dem Unglück der Schoa bewahrt. Schlomo Wechsler (1868-1945), der Sohn Mosche Pinchas Wechslers, der eine Neigung zur Absonderung hatte, wurde "der fromme Bachur" genannt. Er wanderte nach Erez Jisrael aus und wurde zu einem grossen Anhänger des Breslauer Chassidut. Als er dem Beamten an der Grenze bekanntgab, dass er aus Deutschland komme, wurde ihm klargemacht, dass er nur einige Monate im Land bleiben könne. In Jeruschalajim schloss er mit Raw Akiwa Josef Schlesinger, dem Verfasser des "Lev Ha'ivri", eine enge Bekanntschaft, der ihm dann auch bald einen Schiduch fand. Es war eine Tochter der Familie Scheinberger, die in Jeruschalajim ansässig war. Es wurde ihm deshalb auch ein permanenter Aufenthalt in Erez Jisrael bewilligt.

Literatur (Auswahl)

Hinweis

Der Artikeltext beruht in Teilen auf einem Nachruf in der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 7. Juni 2013, Seite 20.


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