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Hildegard Lächert

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Hildegard Lächert. beim Auschwitzprozess Krakau (1947)

Hildegard Lächert (geb. 19. März 1920 in Berlin; gest. 1995) war eine deutsche Aufseherin in den Konzentrationslagern Ravensbrück, Majdanek und Auschwitz.

Leben

Lächert wurde ab April 1942 in dem KZ Ravensbrück zur KZ-Aufseherin ausgebildet und entsprechend ihrer Ausbildung eingesetzt. Ab Oktober 1942 arbeitete sie im KZ Majdanek und wurde aufgrund einer Schwangerschaft im August 1943 aus dem Lagerdienst entlassen. Ihre ungezügelten und plötzlichen Wutausbrüche waren dort gefürchtet und sie wurde daher die „blutige Brigitte“ genannt. Von April bis Juni 1944 war sie als Aufseherin in den Außenlagern Rajsko und Budy des KZ Auschwitz tätig. Ab Januar 1945 war Lächert im Polizeilichen Durchgangslager Bozen tätig und blieb dort bis zur Auflösung des Lagers im April 1945.

Nach Kriegsende

Nachdem sie bereits 1946 in Internierungshaft genommen wurde, stand sie beim Krakauer Auschwitz-Prozess vom 24. November 1947 bis zum 22. Dezember 1947 vor Gericht. Am 22. Dezember 1947 wurde sie zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie bis zu ihrer Entlassung 1956 in Polen verbüßte. Lächert soll nach ihrer Haftentlassung in Heidelberg gelebt und als Hilfsarbeiterin sowie als Putzfrau in einem Bordell gearbeitet haben. Noch 1979 kandidierte sie bei der Europawahl für die rechtsradikale „Aktionsgemeinschaft Nationales Europa" auf Listenplatz 4. Im Majdanek-Prozess, der ab Mitte der 1970er Jahre vor dem Landgericht Düsseldorf stattfand, wurde sie der Mordbeihilfe in 1196 Fällen beschuldigt und am 30. Juni 1981 wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum Mord an mindestens hundert Menschen zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Literatur

Weblinks


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