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Heureiter

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Heureiter (auch Reuter genannt) sind verschiedene Arten von Holzgestellen, auf denen vor dem Aufkommen von maschinenunterstützter Landwirtschaft frisch geschnittenes, abgetrocknetes Gras zum vollständigen Trocknen aufgehängt wurde. Sie kamen vor allem bei lang anhaltender feuchter Witterung zum Einsatz, bei der eine Heutrocknung am Boden nicht oder nur schwer möglich war.

Konstruktionstypen

In Alpen- und Voralpengebieten wurden zum Heutrocknen Heinzen verwendet. Die Bezeichnung ist in der Regel mundartlich abgewandelt zu Huanza oder Hoinze. In Nordtiroler Unterland sind sie unter dem Namen Stanker oder Stangger[1], im Südtiroler Pustertal als Stiffla (Stiefler).[2]

Man unterscheidet dabei die sogenannten Steinacher Hütten, das sind Gestelle auf vier Pfählen mit Querstreben, die zeltartig aufgespannt werden, von den Scherzinger Heinzen (auch unter dem Begriff Dreibockreuter oder Heumännchen bekannt, örtlich allerdings auch Heinzen genannt [3]), also Gestellen aus drei Stangen, die zusammenklappbar sind. Auf ihnen wird das lose Heu so gestapelt, dass sich die Schichten ähnlich wie Dachziegel überlappen. Tiroler Heinzen sind Gestelle, die aus einem etwa 1,5 m langen Pfahl bestehen, der in den Boden eingeschlagen wird, und aus meist drei hölzernen Quersprossen, genannt „Heinzenschwingen“, auf denen das Gras aufgehängt wird.[4] Die Konstruktionen sind nicht überdacht, sorgen aber dafür, dass das Heu keine Bodenfeuchtigkeit aufnehmen kann und dem Regen nicht vollständig ausgesetzt ist. Durch dachziegelartig aufgehängte Gras entsteht bei allen Typen eine Schichtung, die bewirkt, dass das Wasser bevorzugt außen abtropft und nur wenig nach innen dringt.

Weitere Varianten sind Diemen und Harpfen, letztere kommen unter dem Namen Kozolec hauptsächlich in Slowenien vor; für das Trocknen von Klee werden Kleereuter verwendet.

Eine weitere, ähnliche Möglichkeit zum Trocknen von Mähgut sind sogenannte Schwedenreiter. Bei dieser Konstruktion spannt man Drähte zwischen Holzpfähle, auf die dann das Gras gehängt wird.

Literatur

  • Siegfried Laferton: Heinzen: Heutrocknungsgestelle begleiteten die Entwicklung der Allgäuer Grünlandwirtschaft. Schwäbisches Bauernhofmuseum, Illerbeuren 1992, ISBN 3-9802236-3-9.

Bilder

Weblinks

 Commons: Rickstands – Sammlung von Bildern
 Commons: Hay drying poles – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. http://www.hofinger.eu/wikih/Sprachgrenze,_quer_durch_Schwaz_oder:_Es_gibt_kein_Tirolerisch
  2. Gemeindejournal Gais im Pustertal 2011, Nr. 1, S. 68
  3. http://www.badische-zeitung.de/loeffingen/zu-was-ein-heinzen-gut-ist--32133308.html
  4. http://www.youtube.com/watch?v=CSwmfZQyT4I


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