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Hermann Vogel (Professor)

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Hermann Leonhard Max Vogel (geb. 25. November 1895 in München; gest. 10. Januar 1974 ebenda) war ein deutscher Professor für Tierzucht.

Leben

Vogel nahm als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil, zuletzt als Oberleutnant. Nach Kriegsende betätigte er sich im Freikorps Epp sowie bei der bayerischen Schutzbrigade 21 und beteiligte sich u.a. am Sturz der Münchner Räterepublik. Danach studierte er bis 1922 Landwirtschaft in München. 1926 wurde er an der TH München promoviert.[1]

Der Diplomlandwirt war von 1924 bis 1934 Assistent an der Universität Göttingen. Sein Schwerpunkt lag auf dem Gebiet der Tierzucht und Milchwirtschaft. Nach der Habilitation (1930) lehrte er als Privatdozent in Göttingen. Zunächst war er ab 1934 Vertretungsprofessor und von 1935 bis 1945 ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Tierzucht und Michwirtschaft an der Universität Gießen.[2]

Vogel trat Anfang Mai 1932 der NSDAP (Mitgliedsnr. 1.095.244) bei und wurde nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933/34 Führer der Dozentenschaft an der Universität Göttingen. Seit Herbst 1933 war er auch Mitglied in der SS. 1934 wurde er zum SS-Unterscharführer ernannt.[1] Ab November 1933 betätigte er sich beim Rasse- und Siedlungshauptamt als Hauptschulungsleiter.[2] 1937 wurde Vogel auf eigenen Wunsch aus der SS entlassen.[1] Die SS attestierte ihm „nicht genügende weltanschauliche Klarheit“.[3] Er war Gauführer des Reichsbundes Deutscher Diplom-Landwirte im Gau Süd-Hannover Braunschweig und saß dem Landwirteverein Hannover vor.[3] Zudem war er kommissarisch Ortsgruppenleiter der NSDAP.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er aus den Professorenamt entlassen und befand sich 20 Monate in Internierungshaft. Nach einem Spruchkammerverfahren wurde er zunächst als Mitläufer und dann als Entlasteter entnazifiziert.[3] Von 1948 bis 1956 war er in Grub Sachbearbeiter der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht.[2] Obwohl er als sogenannter 131er klassifiziert wurde, konnte er nicht in den Hochschuldienst zurückkehren.

Verheiratet war er mit Caroline Vogel, geborene Brinz (1895–1978). Seine Söhne sind die Politiker Hans-Jochen und Bernhard Vogel. Er starb 1974 und wurde auf dem Bogenhausener Friedhof beigesetzt.

Schriften (Auswahl)

  • Leistungsprüfungen an deutschen veredelten Landschweinen und deutschen weissen Edelschweinen (Aus d. Institut f. Tierzucht u. Molkereiwesen d. Univ. Göttingen), M. & H. Schaper, Hannover 1929 (gemeinsam mit Carl Zimmermann und Jonas Schmidt). In: Arbeiten der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde ; H. 47
  • Die Zuchtverfahren in der Landwirtschaftlichen Tierzucht, Lutzeyer, Bad Oeynhausen 1948
  • Rassebegriff und Rassefragen in der landwirtschaftlichen Tierzucht, Lutzeyer, Bad Oeynhausen 1949
  • Landwirtschaftliche Tierzucht, de Gruyter, Berlin 1952
  • Zootécnia general, México [usw.] : Unión Tipográfica Editorial Hispano Americana, 1963

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, Heidelberg 2006, S.178.
  2. 2,0 2,1 2,2 Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 642
  3. 3,0 3,1 3,2 Kurzportät von Bruno W. Reimann in der Gießener Zeitung (online), 27. November 2013


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Hermann Vogel (Professor) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.