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Hermann Okraß

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Hermann Okraß (* 1905; † 1972) war ein deutscher Journalist und Zeitungsredakteur bei der Hamburger Zeitung. Er verfasste den einzigen deutschen Nachruf auf Adolf Hitler.

Leben

Okraß schloß die Realschule ab und hatte keinerlei journalistische oder akademische Vorbildung vor seiner Einstellung beim Hamburger Tageblatt, das lokale Parteiblatt der NSDAP. Zuvor war er als Kaufmann, Buchhalter und Bankangestellter tätig. Seit 1928 war Okraß Mitglied in der SA und seit 1929 auch in der NSDAP. 1934 übernahm er als „Gauverlagsleiter“[1] die Hauptschriftleitung über das Hamburger Tageblatt. Seine Spezialthemen waren die Geschichte Hamburgs im Allgemeinen und der hanseatischen NSDAP im Besonderen. Noch am 2. Mai 1945 erschien der von Okraß geschriebene Nachruf auf den, am 30. April gestorbenen, Reichskanzler Hitler.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Okraß verhaftet und interniert. Während der Internierung musste er als Gleisbauer arbeiten. Im Januar 1948 wurde Okraß vom Spruchgericht Bielefeld zu einer Geldstrafe von 6.000 Reichsmark verurteilt, wovon ihm 2.000 aufgrund seiner Internierung erlassen worden. Ein Jahr später stufte ihn die Spruchkammer in die Kategorie IV der „Mitläufer“ ein und verfügte, Okraß dürfe keinerlei publizistischer Tätigkeit mehr nachgehen. Später betrieb er in Hamburg ein Pressebüro.[2]

Literatur

  • Benedikt Erenz: Reines Wollen, heiler Wahn. Hitlers Reich war eine Glaubensgemeinschaft. Das zeigt auch ein Nachruf auf den „Führer“ - wohl der einzige, der in deutschen Zeitungen erschienen ist. Geschrieben wurde er im Pressehaus, heute Sitz der ZEIT. in Die Zeit, Ausgabe vom 23. April 2015

Fußnoten

  1. Joachim Szodrzynski: Entnazifizierung - am Beispiel Hamburgs. S. 23, abgerufen am 13. August 2015 (Aufsatz, deutsch).
  2. Szodrzynski, S. 24 f.


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